Dienstag, 29. September 2015

[Rezi] "Rauklands Blut" von Jordis Lank

(c) Bildrechte: El Gato Verlagshaus
"Rauklands Blut"
von Jordis Lank
Verlag: El Gato, 2013
Band 2 von 3
297 Seiten

~Klappentext~
"Ronan ist nach Raukland zurückgekehrt, doch sein Vater sieht auch in Broghan einen Anwärter auf den Thron. Die beiden Kontrahenten führen einen erbitterten Kampf um die Gunst des Königs. Ronan rechnet fest mit dem Sieg, als Broghan ein ungeheuerliches Geheimnis aufdeckt.

Hoch im Norden hat Ronan nicht nur die Insel Lannoch für sich gewonnen, sondern auch das Herz der Prinzessin Eila. Zurück in Raukland muss er jedoch nicht nur gegen Broghan kämpfen, der ihm den Thron streitig macht, sondern auch gegen seinen Vater: Erst will Ronan die Insel Lannoch nicht hergeben, dann besteht er darauf, Eila zu heiraten, obwohl sein Vater ihn mit der Prinzessin Angents vermählen will. Diese Heirat würde den lange verfeindeten Ländern endlich Frieden bringen. Wird Ronan seine Liebe zu Eila dieser Aufgabe opfern?"

~Meine Meinung~
Die Fortsetzung von Ronans Geschichte und seinem Kampf um den Thron von Raukland geht gelungen weiter. Ich hatte großen Spaß an dem Buch und konnte ordentlich mitfiebern.
Während in Band 1 der Schwerpunkt auf Ronans Charakterentwicklung lag, liegt er hier auf den Schwierigkeiten, die Ronan sowohl in der Liebe als auch in der Familie und der Thronfolge entgegen gestellt werden.

Wie ich finde ist der Mix aus diesen Punkten nicht ganz perfekt gelungen - Ronans "komplizierte" Liebesbeziehung zu Eila, die keinerlei politischen Wert besitzt, nimmt einen recht hohen Stellenwert ein und typische Elemente wie Eifersucht und das Verstoßen der Gebliebten zu ihrem Schutz werden für meinen Geschmack ein wenig zu sehr ausgereizt. Da merkt man irgendwie, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde. ;-)

Ebenso positiv ist der wunderbare Schreibstil von Jordis Lank. Man ist als Leser richtig im Geschehen drin und kann sich mit den Figuren identifizieren. Ich wollte Ronan mehr als einmal ordentlich durchschütteln, wenn er aus Liebe oder Rache mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen hat. Eila konnte mit ihrer Eifersucht und Uneinsichtigkeit, was politische Interessen anbelangt, nerven. Kiara war die meiste Zeit die gewohnt vorlaute, selbstbewusste, junge Frau, die manchmal auch Schwäche zeigen muss. Und auf der "bösen" Seite war der kaltherzige Vater, der nur die Sicherung seines Throns und seines Landes im Sinn hatte und der Bruder Broghan, der Ronan jeden möglichen Stein in den Weg legt, um selbst Thronfolger zu werden.
Sowas macht ein tolles Buch doch aus. :-)

Die Handlung ist dazu spannend und voller Wendungen, die zwar oftmals ab einem bestimmten Punkt vorhersehbar sind, aber dennoch für Action sorgen. Das gepaart mit lebendigen, abwechslungsreichen Charakteren, bei denen selbst die Nebencharaktere bunt erscheinen, macht auch den zweiten Teil der Raukland-Reihe zu einem wunderbaren Leseerlebnis.

Fazit: Gelungener zweiter Band mit etwas viel Liebesproblemen, aber dennoch sehr empfehlenswert. Ich freue mich schon, Band 3 und damit den Abschluss der Trilogie zu lesen.

Die Raukland-Trilogie:
    Band 1 - Rauklands Sohn [meine Rezension]
    Band 2 - Rauklands Blut
    Band 3 - Rauklands Schwert [meine Rezension]

[Gemeinsam lesen] #11 - Dieser eine Moment


"Gemeinsam lesen" ist eine Aktion von Schlunzenbücher, die ursprünglich von Asaviels Bücherallerlei begonnen wurde.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Aktuell lese ich "Dieser eine Moment" von Christoph Wortberg und bin auf Seite 62 von 192.

(c) Bildrechte: Gulliver Verlag
 
>>Jan war nur eine Sekunde unaufmerksam – und verursacht einen Unfall, bei dem eine junge Frau schwer verletzt wird. Er flüchtet, aber er findet keine Ruhe. Schließlich spürt er die Frau, Catrin, im Krankenhaus auf – sie ist erblindet … Monate danach trifft er Catrin zufällig wieder. Doch Jan wagt nicht zu sagen, wer er ist. Sie kommen sich näher und plötzlich begreift Jan, was in seinem Leben wirklich fehlt: Wider alle Vernunft brechen die beiden aus dem Alltag aus und lassen sich in den Rausch einer bedingungslosen Liebe fallen.
Eine beeindruckende Roadstory über Schuld und Sinnsuche – und eine leise, eindringlich und wunderschön erzählte Liebesgeschichte.<< (Quelle: www.beltz.de)

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

>>Er steht in der Schlange vor der Kinokasse.<<


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Bisher kann ich noch gar nicht so viel dazu sagen... Es ist toll geschrieben, wie ich finde, leicht poetisch und schwermütig. Obwohl es inhaltlich eigentlich recht simpel ist. Bin mal gespannt, wie es ausgeht. :-)

4. Wonach entscheidet ihr, welches Buch ihr kauft?

Das hängt ein bisschen davon ab, wie spontan ich kaufe.
Es ist aber fast immer so, dass ich zuvor irgendwo etwas gutes über das Buch gehört/gelesen und es auf meine Wunschliste gepackt habe. Wenn ich dann neue Bücher brauche, durchstöbere ich zuerst meine Wunschliste und gehe dann meist nach dem Preis. :'D Günstige Angebote werden gerne genutzt - so reich bin ich ja nicht. Und ich lese dadurch vor allem ältere Bücher und nicht nur die aktuellen Hypes, was ich durchaus interessant und spannend finde (auch wenn das meine "Leser" kaum interessiert... :')).
Wenn ich tatsächlich mal "Auf gut Glück" durch die Buchhandlung wandere, gehe ich meist zuerst nach dem Cover. Wenn mich das anspricht, schaue ich mir den Klappentext an und wenn der auch einigermaßen gut klingt, lese ich ein paar Absätze Probe. Kann das Buch dann immer noch überzeugen, wird es gerne gekauft. Das kommt aber wie gesagt nicht allzu oft vor.

Und wonach entscheidet ihr, welches Buch ihr kauft? Schreibt es mir in den Kommentaren! :-)

LG Alica

Dienstag, 22. September 2015

[Gemeinsam lesen] #10 - Krieger des Lichts - Nihil fit sine causa


"Gemeinsam lesen" ist eine Aktion von Schlunzenbücher, die ursprünglich von Asaviels Bücherallerlei begonnen wurde.
Ich mit nun nach längerer Pause auch mal wieder dabei. :-)

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

(c) Bildrechte: Jasmin Romana Welsch
 
Ich lese aktuell "Krieger des Lichts - Nihil fit sine cause" von Jasmin Romana Welsch und bin auf Seite 453 von 687.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

>>Ich wurde wach, weil das flaue Gefühl in meinem Magen immer schlimmer wurde.<<

3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Mir fehlen noch knapp 200 Seiten und so langsam sollte es auch mal wirklich spannend werden. Irgendwie zieht sich die Handlung ganz schön in die Länge, was ich schade finde, denn dadurch geht doch etwas die Lust am Lesen verloren... Ich hatte mir ohnehin mehr erwartet. Die Handlung dreht sich doch sehr um all die hübschen Jungs und Männer und Mias mehr-oder-weniger-Schulalltag. Mehr Action und fiese Gegner, die auch mal ordentlich eingreifen, wäre cool gewesen. Naja, mal sehen ob das Ende in der Hinsicht noch überzeugen kann. ;)

4. Hast du schon einmal selbst über das Schreiben von Büchern nachgedacht?

Das ist endlich mal eine Frage, die ich sehr gut beantworten kann! :D
Denn ja, ich schreibe aktuell an einem Buch. :) Ein Fantasy-Roman, dessen Grundhandlung schon steht, seit ich 13 bin, also seit mittlerweile 12 Jahren. Aber ich kam nie dazu, wirklich ernsthaft an die Sache ranzugehen. Es war immer mein Traum, diese Geschichte einmal als Roman zu veröffentlichen und jetzt habe ich endlich die Motivation dazu, das durchzuziehen.

Es gibt nur ein Problem: Die Zeit.
Mit einem Ganztagsjob ist es gar nicht so leicht, abends noch Zeit und Motivation zu finden, weiterzuschreiben. Daher geht es eher schleppend voran... :( Ich hoffe ja sehr, mich irgendwann an den wenigen Schlaf und die wenige Freizeit zu gewöhnen, aber in den letzten 4 Monaten hab ich das noch nicht sonderlich erfolgreich geschafft...
Ich schreibe aber für mein Leben gerne eigene Geschichten und habe auch vor, in möglichst naher Zukunft ein paar meiner Kurzgeschichten auf meinem Blog zu veröffentlichen.
Vielleicht interessiert sich ja tatsächlich der ein oder andere dafür. :'D


Und was lest ihr aktuell? Und habt ihr auch schon überlegt, einen eigenen Roman zu schreiben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

LG Alica

Montag, 21. September 2015

[Rezi] "Winterfluch" - October Daye #1 von Seanan McGuire

(c) Bildrechte: Egmont Lyx Verlag
"Winterfluch" (October Daye #1)
von Seanan McGuire
Originaltitel: Rosemary and Rue
Verlag: Egmont Lyx, 2010
Band 1 von bisher 11
352 Seiten

~Inhalt~
October "Toby" Daye ist eine Halbfae - auch Wechselbalg genannt - und Privatdetektivin. Fae ist der Überbegriff für Elfen, Feen und alle anderen magischen Wesen, die sich von den Menschen unterscheiden, aber unerkannt zwischen ihnen leben. Als Wechselbalg hat Toby nur geringe magische Fähigkeiten und kann sich daher auch nicht wehren, als sie bei einem Job von einem mächtigen Reinblüter in einen Koi verwandelt und im Japanischen Garten im Teich ausgesetzt wird...

14 Jahre später bricht der Fluch unerwartet, doch Toby hat alles verloren. Vor allem der Verlust ihrer Tochter und ihres Lebensgefährten macht ihr zu schaffen, da diese nichts von der Existenz der Fae wissen und aufgrund Tobys unerklärlichen Verschwindens und Wiederauftauchens nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Toby flüchtet sich in Selbstmitleid und kehrt der Welt der Fae den Rücken.
Bis einer guten Freundin und Fae-Reinblüterin etwas unfassbares zustößt und Toby gezwungen ist, in ihr altes Dasein zurückzukehren.

~Eigene Meinung~
Ich hatte keine allzu großen Erwartungen an das Buch, daher war ich positiv überrascht. Ich muss ja gestehen, dass die Bücher im LYX-Verlag von Egmont oft nicht soooo überragende Rezensionen bekommen (jedenfalls die, auf die ich immer mal wieder stoße) und die Meinungen auf Amazon zu diesem Band gingen auch recht auseinander. Ich wollte mich also überraschen lassen, wie es mir gefallen würde.

Der Einstieg war etwas schwierig. Der Prolog liest sich leider recht verworren, da kaum etwas erläutert wird und man mitten im Geschehen landet. Und dann kommt der 14-Jahre-Zeitsprung zum 1. Kapitel. So richtig warm wurde da mit dem Buch noch nicht. An sich finde ich es gut, wenn dem Leser nicht alles vorgekaut wird und sich in endlosen Beschreibungen der Welt und der Umstände des Hauptcharas verloren wird, aber hier fehlten mir doch immer wieder mal Hintergrundinfos, die sicherlich geholfen hätten, besser in die Welt hineinzufinden. Und das nicht nur zu Beginn. Auch später hatte ich immer mal wieder das Gefühl, die Welt rund um die Vielzahl von Feenwesen nicht ganz zu verstehen.

Dabei ist die Welt wirklich toll durchdacht und voller Details. Alle nur erdenklichen Wesen wurden sinnvoll eingebracht und in Beziehungen zu einander gestellt. Die verschiedenen Höfe und Herrschaftsgebiete waren schon spannend und interessant. Für Abwechslung wurde durchaus gesorgt. Und gerade das macht das Buch meiner Meinung nach gut. Die Autorin hat sich Gedanken gemacht und nicht einfach nur irgendwie alles mögliche an Wesen irgendwie eingebracht, einfach um sie dabei zu haben. Konflikte zwischen den verschiedenen Rassen und Mächten waren dabei nachvollziehbar dargestellt.

Mit der Protagonistin October Daye wurde ich allerdings nicht ganz warm. Sie schwankt ziemlich zwischen Selbstmitleid und viel Gejammer auf der einen Seite und Durchsetzungsfähigkeit und Sturheit auf der anderen Seite. Eine richtig nachvollziehbare Linie konnte ich nicht bei ihr finden. Ich hoffe, dass sich das in den weiteren Bänden noch ändert.

Auch die anderen Charaktere blieben größtenteils etwas blass. Was sicherlich auch an der Masse an Charakteren liegt, die auf den etwas über 300 Seiten auftauchen. Es sollten einfach viele verschiedene Leute vorgestellt werden, die in der Welt und für Toby wichtig sind. Dabei blieben tiefere Einblicke leider etwas auf der Strecke.

Positiv aufgefallen ist der Spannungsbogen und die unerwarteten Wendungen, die gekonnt eingebaut wurden. So stellen sich einige sichere Wege doch schnell als falsch heraus. Ich will aber nicht zu viel verraten. ;-)

Etwas ungewohnt war jedoch, dass die Spuren, denen Toby folgt, oft nicht zum Ende verfolgt werden. Sie wird meist von ihren Verfolgern unterbrochen. Das ist zwar relativ logisch, aber doch ungewohnt, im Vergleich zu anderen Serien/Büchern. Die Lösung wird am Ende natürlich trotzdem gefunden und ich muss sagen, ab einem bestimmten Punkt kann man es erahnen, aber überrascht war ich dennoch.

Insgesamt hat mir der erste Band der October Daye-Reihe gut gefallen und ich werde auf jeden Fall weiter lesen. In Deutschland sind bisher nur die ersten 3 Bände erschienen und scheinbar ist eine Fortsetzung nicht geplant. In Amerika sind bisher 11 Bände erschienen und weitere geplant. Je nachdem wie mir Band 2 und 3 gefallen, werde ich vielleicht auf die englischen Ausgaben zurück greifen.

Fazit: Detaillierte Welt voller magischer Geschöpfe und eine Handlung, die einige unerwartete Wendungen aufweisen kann. Leider bleiben die Charaktere etwas blass und der Einstieg ist holprig. Dennoch eine durchaus gelunge Geschichte, die Lust auf mehr macht.

Die October Daye-Reihe:
    Band 1 - Winterfluch
    Band 2 - Nebelbann [meine Rezension]
    Band 3 - Nachtmahr [meine Rezension]
weitere Bände nur auf Englisch
    Band 4 - Late Eclipses [meine Rezension]
    Band 5 - One Salt Sea [meine Rezension]
    Band 6 - Ashes of Honor
    Band 7 - Chimes at Midnight
    Band 8 - The Winter Long
    Band 9 - A Red-Rose Chain
    Band 10 - Once Broken Faith
    Band 11 - The Brightest Fell
    Band 12 - Night and Silence (noch nicht erschienen)
    Band 13 - The Unkindest Tide (noch nicht erschienen)

Sonntag, 6. September 2015

[Rezi] "Die Eisfestung" von Jonathan Stroud

(c) Bildrechte: cbj Verlag
"Die Eisfestung"
von Jonathan Stroud
Originaltitel: The last siege
Einzelband
Verlag: cbj
~ Taschenbuch, 288 S., Dezember 2008
~ Hardcover, 288 S., Februar 2007

~Inhalt~
Bei einer ungeplanten Schneeballschlacht im Burggraben der alten Burgruine begegnen sich die drei Jugendlichen Emily, Marcus und Simon zum ersten Mal. Gemeinsam beschließen sie, eine Nacht in der Burg zu verbringen und sie zu "erobern". Doch was als Spiel beginnt, nimmt der geheimnisvolle Marcus schnell zu ernst und Emily und Simon haben Schwierigkeiten, ihn von Dummheiten abzuhalten...

~Eigene Meinung~
Ich muss gestehen, bei Jonathan Stroud und dem angegebenen Genre "Psychothriller" hatte ich deutlich mehr erwartet. Ich habe das ganze Buch über regelrecht gehofft, dass bald die entscheidende Wendung kommt, dass endlich etwas passiert, das den Titel "Psychothriller" verdient. Aber Fehlanzeige.

Der Klappentext gibt eigentlich schon so ziemlich die Handlung vor, viel mehr kommt dann auch kaum. Allerdings handelt es sich auch um ein Jugendbuch, d.h. zu viel erwarten, das in Richtung Thriller geht, sollte man ohnehin nicht. Dennoch kam ich nicht umhin, etwas enttäuscht zu sein...

Die Charaktere waren rech vorhersehbar: die vernünftigere Emily, der leicht zu begeisternde Simon und der mysteriöse Marcus. Es war leider sehr früh klar, worauf gerade Marcus Verhalten hinaus laufen würde.

Geschmückt wurde die Handlung durch allerlei Erzählungen über die Burg. Ich weiß jedoch weder, ob es die Burg tatsächlich gibt, noch ob die Geschichten dann auch wahr sind. Sonderlich dafür begeistern konnte ich mich jedoch nicht. So kleine, eher unbedeutende Burgen sind mit ihren kleinen Geschichten nicht ganz meins. ;-) Daher habe ich da auch manche Passagen nur überflogen.

Pluspunkte gibt es für die kalte, eisige Stimmung, die die Beschreibungen der Burg und des Winters bei mir auslösen konnten. Ich konnte mir die klirrende Kälte in der Nacht richtig bildhaft vorstellen, ebenso wie den tollen Sternenhimmel, den man in so mancher Winternacht über sich entdecken kann.

Zudem waren die abenteuerlustigen Einfälle der Jugendlichen nachvollziehbar. In den Alter lässt man sich ja doch leicht von spontanen Ideen leiten und stellt so manchen Unsinn an, den man hinterher doch bereut.

Fazit: Einen "Psychothriller" im klassischen Sinne kann man hier vergeblich suchen. Vielmehr ist es die Geschichte dreier Jugendlicher, die sich in ihrer Abenteuerlust immer weiter anstacheln und deren Spiel irgendwann ausartet.

Dienstag, 25. August 2015

[Rezi] "Bewahrer des Chaos" von Wladimir Wassiljew

(c) Bildrechte: Piper Verlag
"Bewahrer des Chaos"
von Wladimir Wassiljew
Originaltitel: Lik Cernoj Pal'miry
Einzelband (dem Wächter-Universum von Sergej Lukianenko)
Verlag: Piper
~Taschenbuch, April 2009, 416 S.

~Inhalt~
Als eine Sekte "schwarzer Anderer" - nicht iniziierte, die dem Dunkel zugeneigt sind - ihr Unwesen in St. Petersburg treibt (mit Menschenopfern und allem drum und dran), wird ein Sonderkommando der ukrainer Tagwache abgestellt, den Wilden ein Ende zu setzen. Doch es steckt mehr hinter den Vorfällen, als erwartet...

~Eigene Meinung~
Es handelt sich hierbei um einen Zusatzband zur "Wächter"-Reihe, der jedoch nicht von Sergej Lukianenko geschrieben wurde, sondern von Wladimir Wassiljew, dem Co-Autor bei "Wächter des Tages". Da mir der 2. Teil der "Wächter"-Reihe etwas weniger gefallen hat, als die restlichen, hatte ich somit keine allzu hohen Erwartungen. Die Rezensionen, die ich auf Amazon dazu las, taten ihr übriges. Dennoch war ich neugierig, was den Inhalt betraf und habe ohnehin schon länger keinen "Wächter"-Roman mehr gelesen. Den letzten Band besitze ich ja (leider) noch nicht.

Inhaltlich hat es mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Die Idee (auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen werden) war interessant und im weiteren Verlauf auch gut erklärt. Ich hatte bei den anderen "Wächter"-Bänden ja oft das Problem, die Erklärungen nicht recht nachvollziehen zu können. Es war auf jeden Fall etwas neues, das meines Wissens nach in den anderen Bänden noch nicht vorkam.

Handeln tut der Band von der ukrainischen Abteilung der Tagwache, die von der moskauer Tagwache beauftragt wird, unter der Schirmherrschaft der Dunklen, Lichten und der Inquisition (!), einer Sekte in St. Petersburg Einhalt zu gebieten. Allein daran, dass alle Parteien der Anderen die Mission überwachen, lässt sich erahnen, dass mehr dahinter steckt, als eine kleine Sekte, die Unfug anstellt. Und so entwickelt sich das Problem schnell zu etwas größerem.

Soweit so gut. Leider hapert es bei der Umsetzung der tollen Grundidee an vielem. Größtes Problem ist der praktisch nicht vorhandene Spannungsaufbau. Die Ukrainer-Gruppe reist sehr ausführlich von A nach B und zurück, säuft viel, redet viel und dann, ganz knapp auf 3-4 Seiten kommt ein eigentlich entscheidener Kampf. Und dann wird wieder gesoffen und geredet. Da hätte man vieles deutlich spannender schreiben können! Es kam so rüber, als würde Herr Wassiljew keine allzu große Ahnung von Kämpfen zwischen Anderen haben, sich dafür aber super mit allen möglichen Alkoholsorten auskennen. Keine Ahnung, ob Ukrainer wirklich dauerhaft am Saufen sind... aber selbst bei den Hauptbänden der Reihe, die immerhin in Russland mit Russen spielen, denen man übermäßigen Alkoholkonsum ja bekanntermaßen nachsagt, kam das nicht so ausscheifend vor. War demnach wohl wirklich übertrieben.

Ich hab zudem immer wieder Probleme, mir die Namen aller zu merken, da sie manchmal mit Vor-, manchmal mit Nachnamen und manchmal mit Spitznamen oder Kurzformen ihrer Namen angesprochen werden. Bei all den ohnehin "verrückten" russischen/ ukrainischen Namen ist das teilweise echt null nachvollziehbar. Wenn ich mich mit den betreffenden Ländern besser auskennen würde, wäre es vermutlich leichter... Allerdings hatte ich das Problem auch schon bei den anderen "Wächter"-Bänden.

Immerhin ließ sich der Band aufgrund der schmal und groß bedruckten Seiten fix lesen und langatmige Passagen waren schneller vorbei, als es sich jetzt anhören könnte. Daher kann ich insgesamt doch eine 3-Sterne-Bewertung abgeben. Empfehlen kann ich den Band aber wirklich nur Fans der "Wächter"-Reihe. Alle anderen werden vermutlich eh kein bisschen durchblicken, da vorausgesetzt wird, sich zumindest mit der Grundidee der Anderen auszukennen.

Fazit: Interessante Grundidee, die in der Umsetzung leider nur ein knappes "ausreichend" erhält.

Mittwoch, 5. August 2015

[Rezi] "Die Gebannte" von Kai Meyer

(c) Bildrechte: Heyne Verlag
"Die Gebannte"
von Kai Meyer
Band 3 von aktuell 3
Verlag: Heyne
~Taschenbuch, März 2012, 448 S.

~Inhalt~
"Als Aura Gillian aus einer Pariser Heilanstalt befreit, gerät sie in ein finsteres Ränkespiel. Die Spur der Verschwörer führt sie nach Prag, jene rätselhafte Stadt mit ihren Traditionen in Alchimie und Mystik. Doch Prag ist in der Hand von Geisterbeschwörern und Betrügern, die mit der Inszenierung magischer Tricks ihr Geld verdienen. Aura stößt auf die mächtige Familie Octavian, deren dekadente Mitglieder finstere Geheimnisse hüten." (Quelle: Klappentext)

~Meine Meinung~
Der aktuell dritte und noch letzte Band der „Die Alchimistin“-Reihe (eine Fortsetzung ist wohl irgendwann geplant) gefiel mir insgesamt etwas besser als der zweite Band.

Inhaltlich spielt es wieder einige Jahre später, aber es hat sich nicht allzu viel verändert. Aura ist noch immer eine Einzelgängerin, die durch den Tod ihrer Mutter zurück ins Schloss Institoris kommt. Ihre Schwester muss dort nun die Geschäfte übernehmen und ist wenig erfreut, über Auras ewige Abwesenheit. Tess, Auras Nichte, ist mittlerweile mit ihrem Freund nach Berlin gezogen und schwanger. Von ihr erfährt Aura Gians – ihr Sohn – Aufenthaltsort und dass Gillian in einer Irrenanstalt gefangen gehalten wird. Also macht Aura sich wieder auf die Reise, um dem Mann, den sie nicht vergessen kann, zu helfen.

Etwa das erste Drittel des Buches ist durchzogen von der bedrückenden Stimmung Auras angesichts ihrer Unsterblichkeit, die ihr bisher nur Leid und Trauer gebracht hat. Wie auch schon in den Bänden davor kommt es sehr gut rüber, wie wenig wünschenswert Unsterblichkeit ist.

Auras Wiedersehen mit ihrem Sohn verlief wie erwartet wenig überschwänglich. Sie schließen sich im Grunde nur des Zwecks wegen zusammen, um Gillian zu retten. Dabei kommen sie sich jedoch wieder etwas näher. Einander ewig aus dem Weg gehen ist ja auch keine Lösung. ;-) Die Distanz zwischen ihnen ist aber verständlich und ihr Umgang angesichts dessen realistisch nachzuvollziehen.

Im zweiten Drittel führt Auras Weg sie nach Prag und hier wird ganz wunderbar der magische Flair der Stadt eingefangen. Es hat richtig Spaß gemacht, Aura auf ihrem Weg durch die alte Stadt zu folgen. Die Verwebung von realen Begebenheiten und Myterien ist Kai Meyer wieder einmal hervorragend gelungen und die Grenzen verschwimmen richtiggehend.

Da ich nicht zu viel vorweg nehmen will, mache ich an dieser Stelle mal Schluss mit Infos. :-P Aber eines soll gesagt sein: Ich habe die ersten 350 Seiten regelrecht verschlungen und war immer richtig traurig, wenn ich aufhören musste, zu lesen. Aura trifft wieder auf neue, interessante Charaktere, alte Feinde und Freunde und nähert sich der ein oder anderen Person wieder mehr an.

Das Ende ging mir dann aber leider etwas schnell und unspektakulär. Und da ich den Vorband noch gut im Kopf hatte, habe ich mich über eine Entscheidung am Ende etwas gewundert. Ich hätte nicht ganz damit gerechnet. Wäre das Ende überzeugender gewesen, hätte das Buch locker 5 Sterne verdient, aber so muss ich leider einen Punkt abziehen. Ich hoffe aber auf eine baldige Fortsetzung.

Die Alchimistin-Reihe:
    Band 1 - Die Alchimistin
    Band 2 - Die Unsterbliche [meine Rezension]
    Band 3 - Die Gebannte