Donnerstag, 5. April 2018

[Rezi] Horrorstories von H. P. Lovecraft

~Inhalt~

H. P. Lovecraft ist der Meister des Horrors, sein Werk ist ein »Schöpfungsmythos« (Michel Houellebecq) phantastischer Literatur, das von Autoren der Zunft nicht nur verehrt, sondern immer wieder weitergeschrieben wurde und wird. Einer der bekanntesten ist Wolfgang Hohlbein, der hier eine persönliche Auswahl von Lovecrafts Erzählungen zusammengestellt hat. Ein Gipfeltreffen der Schauergeschichte.
Horror Stories versammelt die wichtigsten Geschichten Lovecrafts in einem Band und zeigt, dass sie bis heute nicht an Wirkung eingebüßt haben. (Quelle: Verlag)


~Meine Meinung~
Schon seit längerem wollte ich etwas von H. P. Lovecraft lesen, hört man doch noch immer sehr viel vom "Meister des Horrors", den sich viele nachfolgende Autoren als Vorbild genommen haben. Die Kurzgeschichtensammlung habe ich daher spontan gekauft, allerdings wirklich lange gebraucht, um sie zuende zu lesen. Denn ich wurde nicht vollends warm mit Lovecrafts Erzählstil. Viel zu oft ziehen sich die Geschichten aufgrund ausführlicher Beschreibungen von Landschaft, Architektur und Begebenheiten dahin und verlieren dadurch sehr viel von ihrem Reiz. Einige Geschichten konnten mich jedoch auch überzeugen und insgesamt ist Lovecrafts Cthulu-Kult wirklich interessant und ich kann die davon ausgehende Faszination nachvollziehen.
Ich gehe kurz auf die einzelnen Geschichten ein.

"Cthulus Ruf"
Die erste, ca. 50 Seiten lange Geschichte, behandelt den Cthulu-Kult, für den Lovecraft unter anderem bekannt ist. Ich fand sie ziemlich gut gemacht, denn es kam bei mir tatsächlich recht schnell Unwohlsein beim Lesen auf, obwohl der Schreibstil von Lovecraft nicht sonderlich auffällig oder so ist. Mit wenigen einfach Worten gelingt es ihm, den Leser (jedenfalls mich) in den Bann zu ziehen und sich vor dem Cthulu-Kult zu gruseln. Das ging bei mir soweit, dass ich Albträume bekommen habe und das Buch nach dieser Geschichte eine Weile pausieren musste. 
[5 Flämmchen]

"Der Fall Charles Dexter Ward"
Die zweite Geschichte ist mit ca. 150 Seiten die längste in dem Sammelband. Sie war jedoch sehr zäh und langatmig. Es wurde in einem erzählenden, berichtenden Stil alles ausführlich beschrieben, was passierte. Spannung blieb dadurch auf der Strecke - vor allem da jedem Leser schnell zu Beginn klar sein sollte, was abläuft. Da die Personen der Geschichte das aber nicht wissen, wird alles "im Dunkeln gehalten" und weiterhin im Detail berichtet, welche Nachforschungen wer anstellt. Das fand ich irgendwann extrem anstrengend. Und zum Ende hin, als es vermeintlich gruselig sein sollte, hat sich eine Person so dumm verhalten, dass ich nur den Kopf schütteln konnte statt irgendwas unheimlich zu finden.
[2 Flämmchen]

"Die Farbe aus dem All"
Die 3. Geschichte ist mit ca. 45 Seiten wieder recht kurz gewesen. Sie handelt von einer "Weltraumknete", die am Aufprallort etwas entweichen lässt, was nach und nach schädlich wird. Ich fand die Geschichte eher eklig als gruselig und überhaupt nicht spannend, da sie super vorhersehbar war und durch den erneut erzählenden Stil aus dritter Sicht keine Spannung aufkam.
[3 Flämmchen]

"Berge des Wahnsinns"
Die vierte Geschichte war mit knapp 130 Seiten wieder eine der längeren und hat mir auch wieder besser gefallen. Sie handelt von einer Expedition in die Antarktis, bei der eine unglaubliche Entdeckung gemacht wird... Gerade der Beginn der Geschichte war echt spannend und hatte den richtigen Mix aus Andeutungen und Tatsachen. Danach wurde es allerdings wieder eine Weile sehr langatmig, da alles sehr detailliert beschrieben wurde, bevor es zum Ende hin tatsächlich etwas gruselig wurde.
[4 Flämmchen]

"Stadt ohne Namen"
Die Geschichte umfasst nur knapp 20 Seiten und war damit die bisher kürzeste Geschichte. Leider passierte entsprechend auch eigentlich nichts, außer dass ein Forscher alte Ruinen in einer arabischen Wüste erkundet und - natürlich - etwas merkwürdiges entdeckt. Die Geschichte war vorbei, bevor sie anfing - allerdings mochte ich das Wüstensetting und das ungewöhnliche Element war mal ein bisschen was anderes als in den vorherigen Geschichten.
[3 Flämmchen]

"Die Ratten im Gemäuer"
Auch wieder eine kurze Geschichte mit knapp 25 Seiten, die mir aber besser gefiel als die vorherige. Das mysteriöse Element war hier besser integriert und gut umgesetzt. Das Ende gefiel mir besonders gut, da es sich etwas von den Enden der vorherigen Geschichten unterschied.
[4 Flämmchen]

"Schatten über Innsmouth"
Die Geschichte umfasst etwa 80 Seiten, gefiel mir aber ziemlich gut. Die Spannung wird langsam aufgebaut, die unheimliche Atmosphäre wird gut gesteigert, das Ende konnte nochmal überraschen! Eindeutig eine der besten Geschichten, wie ich finde. Einzig, dass der Protagonist so dumm ist und trotz all der Warnungen in das seltsame Städtchen fährt, ließ mich den Kopf schütteln. Aber darüber sehe ich mal hinweg.
[5 Flämmchen]

"Die Musik des Erich Zann"
Hier wird Musik eingebracht, um das "gruselige, böse" darzustellen, was ich ziemlich cool fand! Und die Stimmung in der Geschichte wird gut von der Thematik getragen.
[5 Flämmchen]




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