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Sonntag, 18. April 2021

[Rez] "Ready Player Two" von Ernest Cline

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(c) Bildrechte: Fischer Tor
 "Ready Player Two"
von Ernest Cline
Originaltitel: Ready Player Two
Verlag: Fischer Tor, 2021
Band 2 von 2 | 464 Seiten
[TB] ISBN: 978-3596706549
 
~Klappentext~
Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte. In einem seiner Tresorräume hat Halliday eine Technologie für ihn versteckt, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.
Doch gleichzeitig wird er vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Abenteuer bestehen. Es gilt ein letztes Easter Egg zu finden, das Halliday in der Oasis versteckt hat.
Und diesmal hat Wade einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Er merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt.
~Meine Meinung~
Nachdem ich den ersten Band grundsätzlich echt cool fand, aber ein paar Kritikpunkte hatte, habe ich im zweiten Teil auf Besserung gehofft. Und vor allem auf eine Erklärung für die Energiefrage (siehe meine Rezension von Band 1).
 
Der Start in Band 2 ist dann aber erstmal holprig. Nach einem Prolog, der das beschreibt, was im Klappentext steht, gibt es erstmal 100 Seiten "Vorspann", in dem der Prolog nochmal ausführlich ausgewälzt wird. Wozu diese Reihenfolge gut sein sollte, wurde mir nicht klar. Jedenfalls ändert sich durch ein neues "Headset" namens ONI alles für das digitale Erleben. Halliday hat dieses seinem Erben - also in dem Fall Wade - hinterlassen, mit der Bitte, selbst zu entscheiden, ob es auf den Markt kommen soll. Durch das ONI wird das Gehirn direkt mit der OASIS vernetzt, sodass man richtig fühlt, riecht und schmeckt, was virtuell passiert. Wade, Aech und Shoto sind begeistert und bringen das Teil auf den Markt - mit großem Erfolg. Einzig Artemis ist dagegen und weist auf die vielfältigen Probleme hin, die auf der Erde immer noch bestehen und die sich durch eine komplette Realitätsflucht nicht beseitigen lassen. Sie wird aber überwiegend ignoriert... Darüber geht aber auch die Beziehung zwischen ihr und Wade in die Brüche. Mit der Folge, dass Wade zu einem einsamen Jammerlappen mutiert, der sich abwechselnd wie ein mega Ar*** und ein in Selbstmitleid zergehendes Etwas verwandelt. War schwer zu ertragen und ich habe selten einen so anstrengenden und unsympatischen Protagonisten erlebt.

Es vergeht einige Zeit, bis Wade ein neues Rätsel entdeckt, das Halliday hinterlassen hat. Diesmal sollen die "sieben Scherben der Sirene" gefunden werden. Was sich erneut als scheinbar unlösbar herausstellt - bis eine Spielerin namens L0hengrin (die als große neue Rolle eingeführt wird, dann aber in der Bedeutungslosigkeit versinkt) den ersten Hinweis findet. Danach geht erneut alles super schnell und weitgehend unkompliziert, weil wiedermal die High Five (Wade, Aech, Shoto, Artemis (leider ohne Daito)) alles wissen und können. Als Gegner tritt diesmal nicht IOI auf - die wurden von Wade und Co. mittlerweile aufgekauft - sondern jemand ganz anderes. Leider wird damit wieder ein altbekanntes Trope in der virtuellen Sci-Fi bedient, aber gut, ich will dennoch nicht spoilern.

Die Handlung war zwar grundsätzlich wieder kurzweilig, aber die Rätsel diesmal thematisch so gar nicht meins. Es geht z.B. ausführlich um Filme von John Hughes und den Sänger Prince. Das einzige Rätsel, das ich tatsächlich ganz cool fand, war das zu Tolkien. Die anderen waren mir auch irgendwie zu abgefahren.

Neben der Haupthandlung versucht Ernest Cline irgendwie zwanghaft, eine inklusive Welt zu erschaffen, die in Band 1 ja leider noch weitgehend fehlte. So geht er z.B. auf Gender ein, was ihm in der queeren Community schon direkt einen Shitstorm eingehandelt hat. Man muss hier zwar zwischen dem Ar***-Wade und dem Autor selbst unterscheiden, was die Aussagen angeht, aber ein Sensitivity Reading hätte trotzdem geholfen. Denn Cline geht mit dem Thema Gender extrem oberflächlich um und bezieht es komplett auf die sexuelle Basis. Was einfach an der Lebensrealität vorbei geht.
Daneben bleibt weiterhin der Herkunft der massenhaften Energie in Zeiten einer krassen Energiekrise unbeantwortet. Und auch, wie sich gefühlt die ganze Menschheit online aufhalten kann, während angeblich Klimakatastrophen weitweite Hungernöte und Pandemien auslösen. Ich hätte da irgendwie andere Sorgen, z.B. zu überleben...

Das Ende setzt dem bis dahin schon mauen Werk die Krone auf und ist absolut oberflächlich behandelt, was angesichts der vorherigen Aussagen einiger Charaktere auch noch absolut unlogisch ist. Ich bin selten von einem Ende so enttäuscht worden.

Fazit: Spart euch Band 2 vielleicht lieber.
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Freitag, 29. März 2019

[Rezi] "Die Dreizehnte Fee - Entschlafen" von Julia Adrian

(c) Bildrechte: Drachenmond Verlag
"Die Dreizehnte Fee - Entschlafen"
von Julia Adrian
Verlag: Drachenmond Verlag, 2016
Band 3 von 3 | 320 Seiten
[TB] ISBN: 978-3959911337

~Klappentext~
Die Königin der Feen steht einem neuen Feind gegenüber, der noch mächtiger scheint als alle Schwestern zusammen. Es gibt nur einen Weg, ihn aufzuhalten: Lillith muss ihre Kräfte zurückerlangen und zu dem werden, was sie am meisten fürchtet. Doch wer ist wirklich Freund und wer ist Feind? »Wohin gehst du?«, rufe ich und will ihn am liebsten aufhalten. »Jagen«, antwortet er kurz angebunden, dann verschwindet er und lässt mich zurück.
Er gibt mich frei. Meine Zeit ist noch nicht gekommen. Aber unsere scheint vorbei.
~Meine Meinung~
Obwohl mir schon Band 1 und 2 nicht gut gefallen haben, habe ich auch Band 3 gelesen. Ich wollte trotz aller Schwachpunkte wissen, wie es denn nun ausgeht und was es mit der Dreizehnten Fee genau auf sich hat. Doch der Trilogieabschluss war ein neuer Tiefpunkt für mich.

Während sich Band 1 und 2 zumindest kurzweilig lesen ließen, zog sich Band 3 wie Kaugummi. Die Handlung sprang erneut viel hin und her, hatte kein richtiges Ziel, der rote Faden verschwand unter einem Haufen wahrlos zusammen gewürfelter Szenen. Die erhofften Auflösungen ließen auf sich warten.
Die Erklärung, was der Hexenjäger ist, war auch mehr als dämlich und hat mich ungläubig zurückgelassen. Da hätte man sich wirklich etwas passenderes einfallen lassen können. Ich hatte jedenfalls mit etwas außergewöhnlicherem gerechnet, das irgendwie noch Bedeutung in die Trilogie bringt. Aber DAS? Zudem wurde es für mein Empfinden zu keinem konsequenten Abschluss geführt. Mir fehlte da eine nachvollziehbare Konsequenz - es war plötzlich alles so willkürlich und einfach gelöst. Alles, was das Ende war, war melodramatisch.

Zudem handelte Lilith noch unlogischer als in den zwei Bänden zuvor. Ich habe sie überhaupt nicht mehr verstanden, so stark springt ihr Charakter, so leicht lässt sie sich von Ereignissen aus der Bahn werfen und ändert ihre Meinung. Es wirkte leider so, als wüsste die Autorin nicht, was sie schreibt. Als würde sie nach jeder Szene vergessen, was zuvor passiert ist. Anders kann ich mir Liliths sprunghafte Wandlungen nicht erklären.

Fazit: Die Trilogie hätte ich mir auch sparen können. Hätte ich geahnt, dass das Ende so enttäuschend wird, hätte ich nach Band 1 nicht weiter gelesen.
Die Dreizehnte Fee-Trilogie
    Band 1 - Erwachen [meine Rezension]
    Band 2 - Entzaubert [meine Rezension]
    Band 3 - Entschlafen

Mittwoch, 20. Juni 2018

[Rezi] "The Boy in the Striped Pyjamas" von John Boyne

(c) Bildrechte: Penguin Random House
"The Boy in the Striped Pyjamas"
von John Boyne
Verlag: Penguin Random House, 2014
Erstveröffentlichung: 2006
[TB] ISBN 978-1-909-53119-2
Einzelband
216 Seiten
Die deutsche Ausgabe erschien bei Fischer KJB [ISBN 978-3596806836].

~Klappentext~
"The story of The Boy in the Striped Pyjamas is very difficult to describe. Usually we give some clues about the book on the cover, but in this case, we think it is important that you start to read without knowing what it is about.
If you do start to read this book, you will go on a journey with a nine-year-old boy called Bruno. Sooner or later, you will arrive with Bruno at a fence.
We hope you never have to cross such a fence."

~Meine Meinung~
Es fällt mir aufgrund des schwierigen Themas nicht allzu leicht, meine Meinung zu dem Buch zu formulieren. Ich finde es auf der einen Seite wichtig, die deutsche Vergangenheit nicht zu verleugnen/zu vergessen, sondern sie im Gedächtnis zu behalten und dafür zu sorgen, dass etwas so schreckliches, wie die NS-Zeit niemals wiederkehrt.
Allerdings halte ich "The Boy in the Striped Pyjamas" eben aus diesen Gründen für nicht gut umgesetzt - was eventuell auch daran liegt, dass der Autor Engländer ist und dadurch einen anderen Zugang zu den geschichtlichen Gegebenheiten hat als wir hier in Deutschland. Aber das ist nur Spekulation.

Also zum Buch. Das größte "Problem" war für mich Bruno als Protagonist. Er wird als 9-jähriger, neugieriger und relativ intelligenter Junge dargestellt - der aber auf der anderen Seite von dem Geschehen in Deutschland nichts mitbekommt und überhaupt keine Ahnung hat, wer "Der Führer" überhaupt ist. Ich denke nicht, dass man das damals nicht mitbekommen hat - schon gar nicht mit 9 Jahren als neugieriger Junge, der zur Schule geht und sogar mitten in Berlin wohnt. Sogar als die Familie nach Auschwitz umzieht, stellt er kaum Fragen und findet nicht heraus, was die "Menschen hinter dem Zaun" dort tun - und das über ein Jahr lang nicht, obwohl er sich sogar mit einem von ihnen anfreundet, der offensichtlich leidet.
Und das alles sorgte bei mir dazu, dass ich die Grausamkeiten zu verharmlost empfand. Klar, alles aus den Augen eines unschuldigen Kindes betrachtet, dass aus irgendeinem Grund zu beschränkt ist, um diese Grausamkeit zu erkennen. Aber das macht es nicht besser. Bruno hätten Fragen stellen müssen.
Und dann gibt es tatsächlich einen Zaunabschnitt, der nicht bewacht oder ordentlich gesichert wird? Wenn es so leicht gewesen wäre, sich in Auschwitz unbemerkt zu bewegen, dann wären sicherlich viele geflüchtet.

Wenn ich mir vorstelle, mein Kind würde mit 9 Jahren das Buch lesen und würde so vollkommen an der Realität vorbei mit dem Thema konfrontiert werden, schüttel ich echt den Kopf.

Daneben haben mich im englischen Original gestört, dass Bruno "Der Führer" mit "The Furor" falsch versteht und ausspricht und "Auschwitz" mit "Out-With". Beides macht, wenn man bedenkt, dass er eigentlich Deutsch spricht, keinen Sinn. Wie mies muss das Deutsch eines deutschen Kindes sein, damit er "Führer" nicht kennt und aussprechen kann? Bei Auschwitz könnte ich es noch etwas besser nachvollziehen, ist eben ein ungewöhnliches Wort, aber Bruno denkt selbst dann noch, es würde "Out-With" heißen, als er es auf einer Bank eingraviert liest.
Überhaupt ist das Buch geschrieben, als hätte ein 6-jähriger es erzählt. Alles sehr einfache Sätze, haufenweise Wiederholungen.

Wegen all dieser Gründe habe ich mich beim Lesen mehr geärgert, als es tragisch gefunden zu haben. Und deshalb würde ich das Buch auch nicht weiterempfehlen. Es gibt deutlich bessere Möglichkeiten, sich vor allem geschichtlich korrekt und auf "leicht verständliche" Art mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Und weil ich dem Buch tatsächlich überhaupt gar nichts Positives abgewinnen kann, haben wir hiermit meine erste 1-Punkt-Bewertung.

Weitere Meinungen