Dienstag, 13. August 2019

[Rez] "Nachtschwärmer" von Moira Frank

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
(c) Bildrechte: cbj
"Nachtschwärmer"
von Moira Frank
Verlag: cbj, 2019
Einzelband | 400 Seiten
[HC] ISBN: 978-3570165058

~Klappentext~
Ganze drei Wochen hatte Helena einen Halbbruder. Lukas hat sie auf Facebook gefunden, sie haben stundenlang telefoniert, doch bevor sie sich treffen können, stirbt er bei einem Verkehrsunfall. Als Helena in den Sommerferien mit ihrem nichtsahnenden Freund in die Uckermark zum Zelten fährt, um Lukas' Grab zu besuchen, lernt sie seine beiden besten Kumpel kennen und das Mädchen, mit dem er zusammen war. Und nach Wochen des Stillstands nimmt Helenas Leben rasant an Fahrt auf ...
~Meine Meinung~
Auf "Nachtschwärmer" bin ich durch das wunderschöne Cover mit dem Sternenhimmel aufmerksam geworden und auch der Klappentext ließ ein Jugendbuch nach meinem Geschmack vermuten. Und ich lag richtig, denn mich konnte der Roman begeistern!

Direkt zu Beginn erfährt der Leser, dass Helena für wenige Wochen ihren Halbbruder Lukas über Facebook kannte, bevor er bei einem Unfall starb. Die gemeinsame Mutter der beiden ließ Helena nach ihrer Geburt bei ihrem Vater zurück - seitdem hatte Helena nie Kontakt zu dem Familienzweig und wusste entsprechend nicht, dass sie einen Halbbruder hat. Doch die beiden verstanden sich auf Anhieb perfekt und planten ein Treffen in den Ferien. Und so reist Helena auf der Suche nach Antworten dennoch in die Uckermark, zu dem Zeltplatz im Ort, wo ihr Halbbruder gelebt hat. Und ihren Freund nimmt sie mit, ohne ihm je von Lukas erzählt zu haben oder warum sie wirklich mitten ins Nirgendwo möchte... Konflikte sind vorprogrammiert!

Moira Frank fängt die Stimmung in der Uckermark ganz wunderbar ein. Der Sommer am See, mit den trockenen Getreide- und Maisfeldern, das ruhige, fast schon gemütliche Landleben, die Einsamkeit mitten in Deutschland, abseits von großen Städten. Ich wurde von der sommerlichen Ferienstimmung sofort eingesogen, die einen besonderen Reiz des Romans ausmachte. Helenas Zeit auf dem Campingplatz und in der Umgebung, mit den Personen, die sie dort kennenlernt, wirkten lebendig und authentisch.

Auch die Charaktere empfand ich alle als individuell und authentisch ausgearbeitet. Helena ist ein eher naives Großstadtmädchen, das nach dem Tod ihres Halbbruders verwirrt ist, auf der Suche nach einem Sinn. Sie musste in der Vergangenheit viele Hänselein über sich ergehen lassen, was sie zu einem eher unsicheren Menschen gemacht hat. Sie kann mit Konflikten nicht gut umgehen, was sich in der Beziehung zu ihrem Freund auch bemerkbar macht. Sie redet über Lukas einfach mal überhaupt nicht mit ihrem Freund und auch nicht über ihre Gefühle. Widerspricht nicht, wenn alle denken, sie sei nur so bedrückt, weil sie durchs Abi fallen wird. Sie will alles mit sich selbst ausmachen, verdrängt, ob sie anderen damit vielleicht vor den Kopf stößt. Sie lernt im Laufe der Handlung, zu ihren Gefühlen zu stehen und mutiger zu sein.
Weitere wichtige Personen sind die beiden Kumpel von Lukas, auf die Helena zufällig trifft. Die beiden sind sehr verschieden, halten aber zusammen wie Pech und Schwefel und haben beide ihre Päckchen zu tragen. Sie freunden sich sofort mit Helena an und zeigen ihr, dass das Landleben nicht so langweilig ist, wie man als Großstadtmädchen erwarten würde. Denn die zwei haben echt eine Menge Mist im Kopf, der nicht immer ganz legal ist - Helena aber zeigt, was es heißt, lebendig zu sein, Spaß zu haben, nicht alles so ernst zu nehmen. Ich mochte die Dynamik zwischen den dreien sehr gerne! Hinzu kommt Lukas' "Ex-Freundin", die eigentlich nie seine richtige Freundin war, sondern nur von Lukas vor den ganzen Idioten aus der Schulklasse beschützt wurde. Denn auch dieses Mädchen hat kein leichtes Leben... und zwischen ihr und Helena ergibt sich eine ganz besondere Freundschaft...

Ich habe in anderen Rezensionen gelesen, dass nicht allen die Sprache im Buch gefallen hat. Es fallen öfter Schimpfworte, auch in normaler wörtlicher Rede als Ansprache. Außerdem fallen auch Worte wie Nazi oder Hitler, denn es spielt nun mal auf dem Land in Brandenburg. Ich habe eine Weile in Mecklenburg-Vorpommern gelebt und dort ähnliches erlebt, daher empfand ich die Sprache im Buch als authentisch - auch wenn das vielleicht nicht jedem gefällt. Für mich rundete es die Atmosphäre aber perfekt ab.

Insgesamt hat mir "Nachtschwärmer" richtig gut gefallen. Es ist ein ruhiges Buch über ein junges Mädchen, das nach einem plötzlichen Verlust nicht weiß, wohin mit sich. Themen wie Freundschaft, Liebe, Familie, Beziehung, aber auch Mobbing werden auf eine sehr angenehme, authentische Art in die Handlung verwoben und haben mir ein wirklich schönes Leseerlebnis beschert, das auch ein paar unerwartete Wendungen bereit hielt.
Vielen Dank an den cbj Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über das Bloggerportal! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Sonntag, 11. August 2019

[Rez] "Wie Eulen in der Nacht" von Maggie Stiefvater

(c) Bildrechte: Knaur
"Wie Eulen in der Nacht"
von Maggie Stiefvater
Originaltitel: All the Crooked Saints
Verlag: Knaur, 2018
Einzelband | 304 Seiten
[TB] ISBN: 978-3426522820

~Klappentext~
Jeder träumt von einem Wunder, aber nicht jeder ist bereit dafür.
Wem nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste Colorados und zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die Wunder der Sorias sind unberechenbar und wer sie aus eigener Kraft nicht vollenden kann, zahlt einen hohen Preis.
Auch Daniel Soria bewirkt diese Wunder mit der Ernsthaftigkeit und Hingabe, die es braucht. Doch dann bricht er die wichtigste Regel seiner Familie: Er mischt sich in ein Wunder ein. Dadurch entfesselt er eine Magie, die seinen Tod bedeuten könnte. 
~Meine Meinung~
Ich weiß gar nicht, wie ich die Rezension zu diesem genialen Roman anfangen soll. "Wie Eulen in der Nacht" ist so wunderschön, poetisch und so voll mit weisen Worten, dass es mich von der ersten Seite an total gepackt hat.

Viele Leser schreiben, dass sie den Anfang unverständlich oder verwirrend fanden, aber ich finde gerade diesen Einstieg so toll. Man wird direkt mit den Wundern konfrontiert und den Vergleich zu Radiowellen finde ich so cool! Das ist einfach mal eine völlig neue Idee. Zwar dauert es eine Weile, bis man versteht, was es mit den Wundern, den Pilgern und den Sorias auf sich hat, doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, total aufgeschmissen zu sein.Vielmehr ergeben sich die Erklärungen ganz natürlich im Laufe der Handlung, ebenso, wie ich mir das immer wünsche.

Mit der Vielzahl an Charakteren kam ich hingegen nicht sofort gut klar. Die Familie Soria hat einige Mitglieder und dazu die Pilger, die vor Ort sind. Die alle auseinanderzuhalten und zuzuordnen, hat ein kleines bisschen gedauert, war aber nicht weiter schlimm. Immerhin wird jeder Charakter, auch die Nebencharaktere, einzigartig beschrieben und man bekommt sofort eine Ahnung, was diese Person ausmacht. Wobei vor allem die Pilger und ihre Wunder faszinierend umgesetzt waren. Bei den Wundern geht es um die Dunkelheit in jedem Menschen, die sie durch die Wunder überwinden sollen - Konfrontationstherapie der extremen Art sozusagen. Mir hat total gut gefallen, wie die Dunkelheit/Wunder dargestellt und wie sie letztlich überwunden wurden. Da steckten so viele weise Worte, die nachdenklich stimmen, drin. Und das alles wurde in die Rahmenhandlung ganz natürlich eingearbeitet, sodass ich nicht das Gefühl bekam, das Buch wäre trotz der vielen Charaktere überladen.

Mein liebster Charakter war aber mit Abstand Beatriz Soria. Sie ist speziell und hat so liebenswerte Macken, das ich am liebsten noch mehr von ihr gelesen hätte! Ihrer nachdenklichen Art, mit der sie alles hinterfragt, folgt man einfach gerne.

Man merkt wohl, ich habe nur positive Worte zu "Wie Eulen in der Nacht" zu verlieren, kann aber auch verstehen, wenn jemand mit diesem doch etwas speziellen Roman nichts anfangen kann. Ein Blick in die Leseprobe hilft da hoffentlich. Wer sich auf das Werk einlassen möchte, wird aber mit einem wunderschönen Erzählstil und einer nachdenklich stimmenden Handlung belohnt.

Mittwoch, 7. August 2019

[Neuzugänge] Juli 2019

Also irgendwie schwanken meine Neuzugänge zu Monat zu Monat recht stark. :D Und das, wo ich im Moment gar nicht so viel zu lesen schaffe... >.> Aber was gibt es auch so viele verlockende Angebote überall? XD
Jedenfalls sind im Juli erneut 13 Prints und 2 eBooks eingezogen.
Wobei 4 Bücher von reBuy, 3 von Medimops, 2 von Tauschticket waren, dazu 1 Rezensionsexemplar, 2 reduzierte eBooks und 3 Bücher geschenkt.
Gelesen habe ich davon bereits "Nachtschwärmer".

Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
           
"Antonia rettet die Welt. Papageienparty" | Katrin Zipse [1. Band]
"Antonia rettet die Welt. Schildkrötenküsse" | Katrin Zipse [2. Band]
"Wie ein Himmel voller Seehunde" | Sara Lövestam [Einzelband]
"Biokrieg" | Paolo Bacigalupi [Einzelband]
"Der Gesang der Nachtigall" | Lucy Strange [Einzelband]
"Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken" | Sabaa Tahir [1. Band]
"Black Heart. Ein Märchen von Gut & Böse" | Kim Leopold [1. Band]
"Black Heart. Das Lachen der Toten" | Kim Leopold [2. Band]
"Marsmädchen" | Tamara Bach [Einzelband]
"Gläsernes Schwert" | Victoria Aveyard [2. Band]
"Der goldene Käfig" | Victoria Aveyard [3. Band]
"Nachtschwärmer" | Moira Frank [Einzelband | RE]
"The Surface Breaks" | Louise O'Neill [Einzelband]
"Hier musst du glücklich sein" | Lisa Heathfield [Einzelband]
"Laqua" | Nina Blazon [Einzelband]

Montag, 5. August 2019

Want to Read - August 2019

Ich mache mir eigentlich ganz gerne eine grobe Leseplanung für jeden Monat. Häufig wird ein Großteil davon durcheinander geworfen, weil mir ein Rezensionsexemplar dazwischen kommt, ich auf ein Buch dann doch keine Lust habe oder ich langsamer lese, als erhofft.
Ab sofort versuche ich, euch meine Leseplanung vorzustellen. Vielleicht bekommt der ein oder andere ja Lust, eines der Bücher spontan mit mir gemeinsam zu lesen. ;)

Im August habe ich mir folgende Bücher vorgenommen:

Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
     

"The Heart of Betrayal" lese ich mit Sarah von Cube Manga gemeinsam, nachdem wir im Juli erfolgreich Band 1 zusammen gelesen haben. :D
"Nemesis" lese ich für die "Mein SuB kommt zu Wort"-Monatsaufgabe - es ist eines der beiden Bücher, die am längsten auf meinem SuB liegen...
"Zwei in Solo" wurde mir von Tanja (Der Duft von Büchern und Kaffee) soooo ans Herz gelegt, dass ich es einfach schnell lesen muss. <3
Mit "Blutschwur" setze ich dann hoffentlich die "Vampire Academy"-Reihe weiter fort, das wäre dann Band 4. Mein Ziel ist es, die Reihe dieses Jahr noch zu beenden.
"Laqua" habe ich im Juli von meinem Freund geschenkt bekommen. :3 Weil ich von seinen Büchern immer mal wieder was lese und ihm berichte, was er verpasst (sein SuB ist noch größer als meiner :P).
"Hexenlied" ist ein Rezensionsexemplar für eine Leserunde auf Lovelybooks, da ich gewonnen habe. :D
Und "Six of Crows", "Schattenschein" und "Die Dame vom See" sind Bücher, die ich schon begonnen habe und natürlich beenden möchte bzw. im Falle von "Die Dame vom See" erstmal nur weiterlesen, denn irgendwie fehlt mir da die Konzentration, dauerhaft dran zu bleiben.

Das sind insgesamt 9 Bücher. Mal sehen, wie viel ich schaffe. :)

Sonntag, 4. August 2019

[Monatsrückblick] Juli 2019

Der Juli war viel zu schnell vorbei! Und eigentlich kann ich nichts besonderes über ihn berichten. Es war einige Tage SEHR warm, aber das störte mich ausnahmsweise mal nicht zu sehr. Ich bin schon ein bisschen stolz, dass mein Kreislauf dieses Jahr nicht wieder ständig versagt hat. :D

Gelesene Seiten: 2.490

Allzu viel habe ich nicht gelesen, so im Vergleich zu anderen Monaten. Zum Monatsbeginn habe ich "Der Aufmacher" von Günter Wallraff beendet. Ich fand es witzig, welche Geschichten er aus seiner Zeit bei der BILD zu berichten hatte, auch wenn das nun schon viele Jahre zurück liegt. Überraschend war es aber nicht, denn jeder vernünftig denkende Mensch weiß ja wohl, wie viel Quatsch in dem Blatt steht.
Gemeinsam mit Sarah von Cube Manga habe ich über den Monat verteilt "The Kiss of Deception" (dt. "Der Kuss der Lüge") von Mary E. Pearson gelesen. Wir fanden beide, dass der Trilogieauftakt etwas zu langsam voran schritt. Aber am Ende war es dann doch so spannend, dass wir im August direkt Band 2 gemeinsam lesen werden.
Für die "Mein SuB kommt zu Wort"-Monatsaufgabe habe ich dann "Ich will endlich fliegen, so einfach ist das" von Katarina von Bredow gelesen. Ein wirklich gutes Jugendbuch, das viele wichtige Themen behandelt, allem voran die Dynamik in einer Schulklasse und wie sich das eingebrannte Verhalten innerhalb der Klasse ändern kann, wenn jemand neues hinzukommt.
Und dann habe ich noch drei Rezensionsexemplare gelesen. Über NetGalley habe ich mir den zweiten Sammelband der "Frost & Payne" geholt und wieder kurzweilig und unterhaltsam gefunden. Richtig begeistern konnten mich aber "Das blaue Wunder" - ein Sachbuch über das Meer - und "Nachtschwärmer" - ein Jugendbuch, das im Sommer in der Uckermark spielt und neben dem "Sommer auf dem Land"-Feeling auch die Unsicherheit von Jugendlichen kurz vor dem Abi enthält, samt Liebes- und Familienproblemen.

Fortgesetzt habe ich "Die Dame vom See", aber irgendwie fehlt mir für das dicke Buch im Moment die Konzentration, und "Schattenschein", mit dem ich auch nicht so gut voran kam, da mir nicht so nach eBooks-Lesen war...
Begonnen habe ich "Six of Crows" und als Hörbuch den letzten Band von Eragon.

beendet
Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
Günter Wallraff - "Der Aufmacher" [Sachbuch | ohne Rezension]
Mary E. Pearson - "The Kiss of Deception" [1. Band | Rezension folgt]
Franke Bagusche - "Das blaue Wunder" [Sachbuch | RE | meine Rezension]
Luzia Pfyl - "Frost & Payne. Die mechanischen Kinder #2" [2. Band | RE | meine Rezension]
Katarina von Bredow - "Ich will endlich fliegen, so einfach ist das" [Einzelband | Rezension folgt]
Moira Frank - "Nachtschwärmer" [Einzelband | RE | Rezension folgt]

begonnen/fortgesetzt
Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
 
Andrzej Sapkowski - "Die Dame vom See" [5. Band]
Leigh Bardugo - "Six of Crows" [1. Band]
Martin Ulmer - "Schattenschein" [2. Band]
Christopher Paolini - "Eragon. Das Erbe der Macht" [4. Band | Hörbuch]

Dienstag, 30. Juli 2019

[Rezi] "Clans von Cavallon. Der Zorn des Pegasus" von Kim Forester

(c) Bildrechte:Arena Verlag
"Clans von Cavallon. Der Zorn des Pegasus"
von Kim Forester
Verlag: Arena, 2019
Band 1 von bisher 2 | 320 Seiten
[HC] ISBN: 978-3401603117

~Klappentext~
Die erbitterten Feindschaften zwischen den Clans von Cavallon kennt Sam Quicksilver nur aus alten Legenden. Mit seinen Einhorn- und Zentaurenfreunden lebt er friedlich in der Freien Stadt. Kriegerische Einhornherden oder gar einen blutrünstigen Pegasus hat er noch nie gesehen. Unvorstellbar, dass sich die Einhörner der Schwarzhornwälder Menschen als Sklaven halten! Doch am Jubiläumstag des Friedenspakts kommt es zur Katastrophe: Albtraumhafte Kreaturen attackieren die Stadt! Sie sehen aus wie Pegasus - dabei gelten diese als ausgestorben! Sam bleibt nur die Flucht und er muss erkennen, dass all die Gefahren und düsteren Legenden über Cavallon wahr sind…
~Meine Meinung~
Auf die Reihe "Clans von Cavallon" vom Kim Forester bin ich durch das Cover aufmerksam geworden. Pegasus' gehörten schon immer zu meinen liebsten Fantasy-Wesen! Als mir der Klappentext dann verriet, dass auch Einhörner und Zentauren (und sogar Kelpies) in der Welt Cavallon vertreten sind, musste ich es einfach lesen! Die Idee, so viele verschiedene Pferde-Wesen in einer Welt unterzubringen, ist einfach cool. Und dann auch noch auf eine ganz untypische Art. Denn die Einhörner sind nicht die Guten, die Zentauren nicht die Krieger und überhaupt passieren in "Der Zorn des Pegasus" für ein Jugendbuch eher untypische Ereignisse. Themen wie Verrat und Loyalität, Freundschaft, Rassismus und Toleranz spielen eine Rolle.

Dabei wird die Handlung abwechselnd aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt, wodurch sich ein gelungenes Gesamtbild ergibt. Zwar bleiben die Charaktere durch die häufigen Wechsel etwas blass, aber mir haben gerade die verschiedenen Sichtweisen auf alle Clans richtig gut gefallen. Die Charaktere müssen eingeprägte Vorurteile anderen Clans gegenüber hinterfragen, lernen, dass nicht alles schwarz und weiß ist. Für ein Jugendbuch vermittelt "Clans von Cavallon" viele wichtige Botschaften!

Zeitgleich blieb es durchgehend spannend. Jeder erzählende Charakter hatte eigene Aufgaben zu bewältigen, wobei die einzelnen Handlungsstränge nach und nach zusammenliefen. Einzelne Fragen wurden im Laufe des Bandes geklärt, neue tauchten auf. Ein Cliffhanger am Ende sorgt dann zusätzlich für Spannung auf den Folgeband.
Für mich ein (fast) perfektes Jugend-Fantasy-Buch!
Clans von Cavallon
    Band 1 - Der Zorn des Pegasus
    Band 2 - Der Fluch des Ozeans
    Band 3 folgt

Dienstag, 23. Juli 2019

[Rezi] "Das blaue Wunder" von Frauke Bagusche

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
(c) Bildrechte: Ludwig Verlag
"Das blaue Wunder"
von Frauke Bagusche
Verlag: Ludwig, 2019
Sachbuch | 320 Seiten
[HC] ISBN: 978-3-453-28111-0

~Klappentext~
Erstaunliches passiert unter Wasser: Das Meer leuchtet nachts geheimnisvoll, kleinste Organismen (das Plankton) haben die größte Macht, und Fische sind keineswegs stumm, sondern kommunizieren lauthals miteinander. Die Meeresbiologin Frauke Bagusche erzählt faszinierende Geschichten von den kleinsten und größten Lebewesen unserer Welt und erklärt, woher der Duft kommt, der unsere Strandspaziergänge erfüllt, was für das Leuchten verantwortlich ist, das wir nachts im Wasser bewundern können, und warum das Meer nicht nur unsere Gefühle, sondern auch unser Schicksal und das des ganzen Planeten lenkt. Dazu zieht sie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie ihre eigenen unmittelbaren Erfahrungen und ergründet so unsere innige Beziehung zum Meer: Denn egal ob wir in den Alpen, in Kiel oder Berlin sind – wir sind durch jeden Atemzug mit dem blauen Wunder verbunden. Sie erklärt auch, warum das Meer so dringend unsere Hilfe braucht und stellt aktuelle Lösungsansätze und Forschungsergebnisse zur Rettung der Ozeane vor - mit einfachsten Maßnahmen für den Alltag können wir helfen, unsere Lebensgrundlage, das Meer, zu erhalten.
~Meine Meinung~
Frauke Bagusche fasst in "Das blaue Wunder" wissenswertes über das Meer auf leicht verständliche und dennoch wissenschaftlich fundierte Art zusammen. Dabei bezieht sie neben aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auch ihre eigenen Erfahrungen als Meeresbiologin heran und weiß immer wieder durch kleine Anekdoten den Lesefluss aufzulockern.

Wie der Klappentext schon verrät, geht es um verschiedenste Themenbereiche des Meeres - vom winzigen Plankton, über Korallenriffe, hinab in die Tiefsee oder zu großen Haien und Walen. Dabei erfährt der Leser nicht nur allerhand über die Bedeutung des Meeres im globalen Kontext und wieso es für das Überleben der Menschheit relevant ist, sondern auch über Bedrohungen, die der Mensch verursacht (Ressourcennutzung, Klimawandel, Plastikverschmtuzung, ...) und wieso diese Bedrohungen für jedes Lebewesen auf der Erde problematisch sind.

Sie stellt zu recht fest, dass viele Menschen die Bedeutung des Meeres nicht kennen bzw. keine genauere Vorstellung davon haben, was sich unter der blauen Oberfläche an Vielfalt verbirgt. Um dies zu illustrieren, zeigt Frauke Bagusche allerdhand skurrile bis schöne Meeresbewohner auf, deren Eigenarten sie mit Humor zu beschreiben vermag. Ich habe daher beim Lesen - trotz des Anspruchs aufs Wissensvermittlung - Spaß gehabt und empfand "Das blaue Wunder" als kurzweilig. Frauke Bagusche ist es gelungen, Fachwissen auf so verständliche und bildhafte Art zu übermitteln, dass ich bei jedem Kapitel das Gefühl hatte, eine spannende Dokumentation zu sehen und noch einiges gelernt habe. Fachbegriffe werden dabei stets direkt erklärt, sodass der Spagat zwischen Wissenschaft und Wissen noch besser gelingt. Bagusches eigene Begeisterung für das Meer ist zudem auf jeder Seite spürbar und richtig ansteckend. Doch auch ein paar schockierende Momente bleiben nicht aus - so wird nach dieser Lektüre wohl niemand mehr Seeotter niedlich finden können.

Insgesamt hat mich "Das blaue Wunder" sehr begeistert und ich empfehle es wirklich jedem weiter. Der Leser lernt hier das Meer mit all seinen Wundern zu schätzen und entwickelt ein Bewusstsein dafür, dass es schützenswert ist. Die Informationen am Ende, welche Bedrohung gerade unser Plastikverbrauch und der Klimawandel darstellen, sollte jeden wachrütteln und zum Handeln bewegen.
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionexemplars über das Testleser-Portal! <3
Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.