Sonntag, 18. April 2021

[Rez] "Ready Player Two" von Ernest Cline

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(c) Bildrechte: Fischer Tor
 "Ready Player Two"
von Ernest Cline
Originaltitel: Ready Player Two
Verlag: Fischer Tor, 2021
Band 2 von 2 | 464 Seiten
[TB] ISBN: 978-3596706549
 
~Klappentext~
Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte. In einem seiner Tresorräume hat Halliday eine Technologie für ihn versteckt, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.
Doch gleichzeitig wird er vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Abenteuer bestehen. Es gilt ein letztes Easter Egg zu finden, das Halliday in der Oasis versteckt hat.
Und diesmal hat Wade einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Er merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt.
~Meine Meinung~
Nachdem ich den ersten Band grundsätzlich echt cool fand, aber ein paar Kritikpunkte hatte, habe ich im zweiten Teil auf Besserung gehofft. Und vor allem auf eine Erklärung für die Energiefrage (siehe meine Rezension von Band 1).
 
Der Start in Band 2 ist dann aber erstmal holprig. Nach einem Prolog, der das beschreibt, was im Klappentext steht, gibt es erstmal 100 Seiten "Vorspann", in dem der Prolog nochmal ausführlich ausgewälzt wird. Wozu diese Reihenfolge gut sein sollte, wurde mir nicht klar. Jedenfalls ändert sich durch ein neues "Headset" namens ONI alles für das digitale Erleben. Halliday hat dieses seinem Erben - also in dem Fall Wade - hinterlassen, mit der Bitte, selbst zu entscheiden, ob es auf den Markt kommen soll. Durch das ONI wird das Gehirn direkt mit der OASIS vernetzt, sodass man richtig fühlt, riecht und schmeckt, was virtuell passiert. Wade, Aech und Shoto sind begeistert und bringen das Teil auf den Markt - mit großem Erfolg. Einzig Artemis ist dagegen und weist auf die vielfältigen Probleme hin, die auf der Erde immer noch bestehen und die sich durch eine komplette Realitätsflucht nicht beseitigen lassen. Sie wird aber überwiegend ignoriert... Darüber geht aber auch die Beziehung zwischen ihr und Wade in die Brüche. Mit der Folge, dass Wade zu einem einsamen Jammerlappen mutiert, der sich abwechselnd wie ein mega Ar*** und ein in Selbstmitleid zergehendes Etwas verwandelt. War schwer zu ertragen und ich habe selten einen so anstrengenden und unsympatischen Protagonisten erlebt.

Es vergeht einige Zeit, bis Wade ein neues Rätsel entdeckt, das Halliday hinterlassen hat. Diesmal sollen die "sieben Scherben der Sirene" gefunden werden. Was sich erneut als scheinbar unlösbar herausstellt - bis eine Spielerin namens L0hengrin (die als große neue Rolle eingeführt wird, dann aber in der Bedeutungslosigkeit versinkt) den ersten Hinweis findet. Danach geht erneut alles super schnell und weitgehend unkompliziert, weil wiedermal die High Five (Wade, Aech, Shoto, Artemis (leider ohne Daito)) alles wissen und können. Als Gegner tritt diesmal nicht IOI auf - die wurden von Wade und Co. mittlerweile aufgekauft - sondern jemand ganz anderes. Leider wird damit wieder ein altbekanntes Trope in der virtuellen Sci-Fi bedient, aber gut, ich will dennoch nicht spoilern.

Die Handlung war zwar grundsätzlich wieder kurzweilig, aber die Rätsel diesmal thematisch so gar nicht meins. Es geht z.B. ausführlich um Filme von John Hughes und den Sänger Prince. Das einzige Rätsel, das ich tatsächlich ganz cool fand, war das zu Tolkien. Die anderen waren mir auch irgendwie zu abgefahren.

Neben der Haupthandlung versucht Ernest Cline irgendwie zwanghaft, eine inklusive Welt zu erschaffen, die in Band 1 ja leider noch weitgehend fehlte. So geht er z.B. auf Gender ein, was ihm in der queeren Community schon direkt einen Shitstorm eingehandelt hat. Man muss hier zwar zwischen dem Ar***-Wade und dem Autor selbst unterscheiden, was die Aussagen angeht, aber ein Sensitivity Reading hätte trotzdem geholfen. Denn Cline geht mit dem Thema Gender extrem oberflächlich um und bezieht es komplett auf die sexuelle Basis. Was einfach an der Lebensrealität vorbei geht.
Daneben bleibt weiterhin der Herkunft der massenhaften Energie in Zeiten einer krassen Energiekrise unbeantwortet. Und auch, wie sich gefühlt die ganze Menschheit online aufhalten kann, während angeblich Klimakatastrophen weitweite Hungernöte und Pandemien auslösen. Ich hätte da irgendwie andere Sorgen, z.B. zu überleben...

Das Ende setzt dem bis dahin schon mauen Werk die Krone auf und ist absolut oberflächlich behandelt, was angesichts der vorherigen Aussagen einiger Charaktere auch noch absolut unlogisch ist. Ich bin selten von einem Ende so enttäuscht worden.

Fazit: Spart euch Band 2 vielleicht lieber.
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Samstag, 17. April 2021

[Rez] "Ready Player One" von Ernest Cline

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(c) Bildrechte: Fischer Tor
 "Ready Player One"
von Ernest Cline
Originaltitel: Ready Player One
Verlag: Fischer Tor, 2017 (Filmausgabe)
Erstauflage erschienen im Penhaligon Verlag (2012)
Band 1 von 2 | 544 Seiten
[TB Filmausgabe] ISBN: 978-3596296590
 
~Klappentext~
Im Jahr 2045 ist die Welt ein hässlicher Ort: Die Erdölvorräte sind aufgebraucht, ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Einziger Lichtblick ist die OASIS, eine virtuelle Ersatzwelt, in der man leben, arbeiten, zur Schule gehen und spielen kann. Die OASIS ist ein ganzes Universum, es gibt Tausende von Welten, von denen jede ebenso einzigartig wie phantasievoll ist. Und sie hat ein Geheimnis.
Der exzentrische Schöpfer der OASIS hat tief im virtuellen Code einen Schatz vergraben, und wer ihn findet, wird seinen gesamten Besitz erben – zweihundertvierzig Milliarden Dollar. Eine Reihe von Rätseln weist den Weg, doch der Haken ist: Niemand weiß, wo die Fährte beginnt. Bis Wade Watts, ein ganz normaler Junge, der am Stadtrand von Oklahoma City in einem Wohnwagen lebt, den ersten wirklich brauchbaren Hinweis findet. Die Jagd ist eröffnet ...
~Meine Meinung~
In "Ready Player One" dreht sich alles um die Jagd nach dem Easter Egg von OASIS-Schöpfer Halliday. Dieser war großer Fan der 1980er-Jahre, sodass alle Rätsel, die innerhalb der OASIS gelöst werden müssen, mit Videospielen, Filmen, Musik oder Büchern aus den 1980ern zusammenhängen. Und das macht, wie ich finde, den eigentlichen Reiz des Romans aus. Wer sich ein bisschen in den 80ern auskennt, wird allerhand an Quellen, Zitaten und Anspielungen wiedererkennen und entdeckt vielleicht auch noch ein paar Filme oder Games, die bisher unbekannt waren. Ich war jedenfalls überrascht, wie viele 80er-Filme ich kenne. Zudem wird man als Videospiel-Fan mit zahlreichen Erklärungen und Beschreibungen der Beginne des Videospiel-Zeitalters versorgt, was ich als Gamerin einfach mega cool fand! Also, wer 80er-Fan ist oder sich zu dem Jahrzehnt etwas "fortbilden" will, ist hier goldrichtig.
 
Die Handlung selbst wird aus Sicht von Wade erzählt, ein in der Realität unscheinbarer Junge, der in den Slums der Zukunft bei Verwandten lebt und dessen Eltern bereits verstorben sind. Er geht - wie fast alle Kinder auf der Erde - in der OASIS zu Schule, was zur Folge hat, dass er sich kaum bewegt und übergewichtig ist. Wenn er nicht in der Schule online ist, studiert er ausführlich alle Infos, die es zu Halliday und sämtlichen Medien aus den 80er-Jahren gibt, um die Jagd vielleicht irgendwann zu gewinnen. Das Klischee des Nerds wird also voll bedient.
Doch tatsächlich findet Wade eines Tages den entscheidenden Hinweis auf die Lösung des ersten Rätsels und wird damit recht schnell sehr bekannt... Eine wirklich wilde Jagd beginnt, denn auch das Unternehmen IOI ist mit mehr als unfairen Mitteln hinter Hallidays Vermächtnis her, um die Kontrolle über die OASIS zu erhalten...
 
Die Handlung ist überwiegend spannend und kurzweilig und ich hatte den Roman schnell weggelesen. Mir wurde es aber wie gesagt durch die vielen Videospiel-Referenzen auch einfach gemacht - ich liebe sowas! Auch macht Wade eine nachvollziehbare Entwicklung durch und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Was ich leider etwas überflüssig und zu sehr ausgewalzt empfand, war die Lovestory. Die nimmt im Mittelteil recht viel Platz ein und Wade vergisst darüber sogar eine Weile, ernsthaft die Jagd - die ihm eigentlich alles bedeutet - weiterzuverfolgen. Auch nicht immer ganz realistisch war, dass Wade und nach ihm einige andere Spieler:innen, die Rätsel dann auch recht schnell lösen und die danach folgenden Aufgaben fast immer im ersten Versuch bestehen. Da wurde es den Charakteren - nachdem jahrelang niemand die Rätsel lösen konnte - viel zu einfach gemacht!
 
Was mich aber am meisten gestört hat, war das rundum Setting: die Erde in der nahen Zukunft hat angeblich eine krasse Energiekrise, weshalb so viele Menschen in starker Armut geendet sind. Aber wie zum Teufel betreibt man in einer krassen Energiekrise, die das Ende der Zivilisation bedeuten könnte, eine digitale zweite Realität mit mehreren Tausend virtuellen Planeten, zu der in jeder Minute mehrere Millionen Menschen zugreifen??? Das ist an so vielen Stellen unlogisch und wird leider null erklärt. Schade!
 
Insgesamt konnte mich "Ready Player One" durch die 80er-Jahre-Bezüge und die grundsätzlich spannende Handlung überzeugen, weist aber einfach viele Logikfehler und Szenen auf, die zu einfach gelöst wurden. Auch gab es ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben, auf die ich aber aus Spoilergründen nicht eingehen kann.
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Donnerstag, 15. April 2021

[Rez] "Homo digitalis. Zwischen den Welten" von Anna Lena Diel

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
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(c) Bildrechte: Hybrid Verlag
"Homo digitalis. Zwischen den Welten"
von Anna Lena Diel
Verlag: Hybrid Verlag, 2020 
Einzelband | 448 Seiten
[TB] ISBN: 978-3967410518
 
~Klappentext~
Wie weit würdest du gehen, um dein Kind zu retten? Die Diagnose „Gehirntumor“ bei der achtjährigen Esme reißt Oskars Welt aus dem Gleichgewicht. Trotz fortschrittlicher medizinischer Versorgung ist ihr Tod unausweichlich. Hilfe verspricht der Platz in einem Sanktuarium. Eine Einrichtung, die einen unterbrechungsfreien Aufenthalt in der virtuellen Welt der zweiten Realität ermöglicht. Aber die Behandlung ist unerschwinglich für die Familie und brächte ohnehin nur etwas Zeit, aber keine Heilung. Oskar setzt alle Hebel in Bewegung und stößt auf eine revolutionäre Möglichkeit. Eine Chance, Esme zu retten – und sie gleichermaßen zu verlieren.
~Meine Meinung~
Besser spät als nie endlich meine Rezension zu "Homo digitalis" von Anna Lena Diel (großes Sorry, Anna!). Ich habe den Roman schon im Januar gelesen... *hust* Aber meine Zeiteinteilung lässt mal wieder sehr zu wünschen übrig...

"Homo digitalis" spielt in der nahen Zukunft in Kiel und dreht sich um Oskar, dessen Tochter Esme einen tödlichen Gehirntumor hat. Nachdem die Botschaft Oskar ziemlich aus der Bahn geworfen hat, setzt er alles daran, einen Weg zu finden, Esme doch noch zu retten.
 
In der Zeit von "Homo digitalis" ist es ganz normal geworden, in einer digitalen zweiten Realität alle Alltagsgeschäfte zu erledigen und seine Freizeit zu verbringen. Da in der Zeit der eigene Körper ruhen muss und man für die Nahrungsaufnahme und den Toilettengang in die Realität zurückkehren muss, wurde eine (teure) Möglichkeit geschaffen, den Körper in Tanks quasi zu konservieren und so einen Langzeitauftenthalt in der zweiten Realität zu ermöglichen.
Darüber hinaus dreht sich in dieser Version der Zukunft alles um Sozialpunkte. Jede:r Bürger:in hat ein Sozialpunktekonto, das durch tägliche Arbeit, Sport, gesunde Ernährung u.Ä. aufgestockt wird. Gleichzeitig werden in Echtzeit für negative Taten wie das Essen von Schokolade oder das Schwänzen auf der Arbeit Punkte abgezogen. Die Sozialpunkte werden in Stufen eingeteilt: Wer eine hohe Stufe erreicht, ist angesehener und hat Zugang zu besserer Versorgung usw., während eine niedrige Stufe nur Nachteile bringt.
 
Die Zukunftsversion hat Anna Lena Diel detailliert ausgearbeitet, sodass sie gar nicht unwahrscheinlich wirkt. Es ist ein Leben in vollkommener Überwachung durch den Staat und der Ausrichtung des Lebens an Sozialpunkten und damit "angemessenem und wirtschaftsförderndem" Verhalten. Daneben spielt natürlich die digitale zweite Realität die zentrale Rolle in der Handlung und die ständige Frage, ob dieses digitale Leben lebenswert und "echt" ist. Hier gelingt es der Autorin, verschiedene Sichtweisen einzuarbeiten, ohne selbst eindeutig Stellung zu beziehen. Den Lesenden bleibt es selbst überlassen, wie sie das Geschehen bewerten und wie sie selbst in Oskars Situation handeln würden. Und das war für mich der besondere Reiz an dem Roman. Vor allem wie gesagt in der Hinsicht, dass die Zukunft gar nicht so unwahrscheinlich wirkt.

Daneben werden auch aktuelle medizinische Entwicklungen thematisiert, so wie rechtliche Fragen des "Menschsein". Obwohl damit insgesamt eine Vielzahl gesellschaftskritischer Themen auf den 448 Seiten untergebracht sind, wirkt es an keiner Stelle überzogen oder zu informationslastig. Es liest sich flüssig und man versteht selbst die theoretischen Aspekte sehr gut.

Im Bezug auf das Setting und die Fragestellungen des Romans konnte er mich daher komplett überzeugen.
 
Die eigentliche Handlung war aber leider etwas weniger fesselnd. Der Roman ist in drei Abschnitte aufgeteilt und für mich zogen sich die ersten beiden Abschnitte zu sehr in die Länge. Der eigentliche Haupthandlungspunkt wird erst im letzten Abschnitt ausführlich behandelt und dann für meinen Geschmack auch etwas zu hastig. Daher empfand ich insgesamt den Spannungsbogen als zu flach.
Wer jedoch gerne gesellschaftskritische Zukunfts-Romane liest, ist hier absolut richtig und der angenehme Schreibstil tröstet über die Längen auch gut hinweg.
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Vielen Dank an Anna für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Samstag, 10. April 2021

[Reihen-Rez] "Code Genesis" von Andreas Gruber

 
(c) Bildrechte: derHörverlag /cbj
 
von Andreas Gruber
die Hörbücher sind bei derHörverlag erschienen (gekürzt) sowie bei Audible verfügbar (ungekürzt)
die Romane sind bei cbj erschienen
Band 1: "Code Genesis. Sie werden dich finden" | 336 Seiten | 2019 | ISBN Roman:
978-3570165355 | ISBN Hörbuch (gekürzt): 978-3844532593
Band 2: "Code Genesis. Sie werden dich jagen" | 352 Seiten | 2019 | ISBN: Roman: 978-3570165362 | ISBN Hörbuch (gekürzt): 978-3844535020
Band 3: "Code Genesis. Sie werden dich verraten" | 384 Seiten | 2020 | ISBN: Roman: 978-3570165379 | ISBN Hörbuch (gekürzt): 978-3844538274
 
~Klappentext Band 1~
Terry West (14) ist auf den Weltmeeren aufgewachsen, an Bord des Forschungs-U-Boots Kopernikus. Die Crew: Frettchen Charlie, Terrys Onkel Simon, ihr nerdiger Cousin Ethan sowie Simons treuer Assistent, Ex-Sträfling Johann. Ein Zwischenstopp in Miami, bei dem Terry das Haus ihrer Kindheit aufsucht, in dem sie seit dem mysteriösen Tod ihrer Mutter nicht mehr war, endet böse: Plötzlich wird Terry polizeilich gesucht und ihr Onkel des Mordes bezichtigt. Auf der Flucht über New York und die Niagara-Fälle bis ins Bermuda-Dreieck wird ihnen klar, dass sie es mit einem mächtigen Gegner zu tun haben. Jemandem, der sie überall aufspürt – wo immer sie sind …
~Meine Meinung~
"Code Genesis" handelt von der 14-jährigen Terry, die bei ihrem Onkel Simon auf dem U-Boot aufwächst. Mit an Bord sind ihr Cousin Ethan und der langjährige Freund der Familie Johann sowie Frettchen Charlie (der eindeutig der heimliche Star der Trilogie ist!). Eigentlich betreiben sie gemeinsam Meeresforschung, doch als es sie nach Miami verschlägt und Terry das Haus aufsucht, in dem sie als Kind mit ihrer Mutter gelebt hat, überschlagen sich die Ereignisse. Denn offenbar hat Terrys Mutter irgendeine geheime Forschung betrieben, hinter deren Ergebnissen irgendjemand her ist, der wenig Skrupel hat. Und schon finden sich Terry und Co auf der Flucht wieder.

Die Trilogie hat eine fortlaufende Handlung, daher betrachte ich sie hier mal insgesamt und nicht nach Bänden aufgeteilt.
 
Was mir besonders gefallen hat, ist die junge, aber dennoch schon schlagfertige und absolut nicht-klischeehafte Terry. Sie und ihr Frettchen sind einfach cool und ich fand sie nach wenigen Kapiteln super sympathisch. Terry trägt gerne kurze Hosen, hat ein Lippenpiercing und setzt ständig ihren eigenen Kopf durch - was alles zusammen ihrem Onkel regelmäßig Sorgen bereitet. Terry scheut vor wenigen Dingen zurück, dennoch merkt man auch immer wieder, dass sie eben doch erst 14 Jahre alt und von den Ereignissen auch schnell überfordert ist.
 
Auch die anderen Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Ich fand dabei vor allem den starken Zusammenhalt in der Crew bzw. der Familie super umgesetzt. Es steht auch endlich mal keine Liebesgeschichte im Vordergrund bzw. kommt hier sogar gar nicht vor. Ich wusste gar nicht mehr, wie erfrischend es sein kann, mal nicht von vor lauter Verliebtheit blinden Teenagern zu lesen. Außerdem wird zwar überwiegend aus Terrys Sicht beschrieben, aber auch alle anderen Charaktere tragen zur Handlung bei und funktionieren nur gemeinsam.

Darüber hinaus ist es ein Abenteuer-Roman, bei dem schnell "Indiana Jones"-Feeling aufkommt, wenn Terry und Co. um die Welt reisen und zum einen auf der Flucht sind, zum anderen aber hinter das Geheimnis von Terrys Mutter kommen wollen. Überraschungen bleiben da nicht aus, ebenso wenig wie actionlastige Szenen und kleines Rätselraten. Nebenbei verschlägt es die Crew in die ganze Welt: Miami, Bermuda-Dreieck, Venedig, Santorin in Griechenland, Schottland, Orient-Express, ... Es wird garantiert nicht langweilig.
 
Die Handlung dreht sich wie gesagt um die Forschung von Terrys Mutter, wobei es zu Beginn darum geht, herauszufinden, was genau diese geforscht hat. Die genauen Erkenntnisse kommen dann etwa mittig im zweiten Band, danach dreht es sich vor allem darum, vor der Firma Biontech zu fliehen, damit diese die Forschungsergebnisse nicht in die Finger bekommt. Die Forschung beinhaltet auch einen kleinen Fantasy-Aspekt, was aber ja auch aus Filmen wir "Indiana Jones" bekannt ist und das ganze einen Hauch mysteriös werden lässt. Mich konnte die Handlung und vor allem die Forschung auf jeden Fall packen! 
Daneben gibt einige unerwartete Momente und viel Verrat und Hinterlist, was zusätzlich zu den actionlastigeren Szenen für Spannung sorgt.
 
Man merkt es vielleicht schon: Ich hatte sehr unterhaltsame und kurzweilige Hörstunden mit der Reihe und kann sie allen Fans von Abenteuer-Romanen nur ans Herz legen. Einzig hatte ich bei der gekürzten Lesung ab und zu das Gefühl, Erklärungen wären zu sehr abgekürzt worden, daher nur 4 von 5 Flämmchen. Bei der Romanvorlage kann das aber natürlich anders aussehen.
 
Zum Abschluss ein paar Worte zum Hörbuch: Gelesen wird von Jodie Ahlborn und Achim Buch, die ich beide bisher nicht als Hörbuch-SprecherIn kannte. Jodie Ahlborn übernimmt dabei den Großteil des Vorlesens, da sie als Terrys Stimme wirkt. Ich fand sie super angenehm und total passend zu dem Bild, das ich von Terry im Kopf hatte. Achim Buch liest hingegen die Szenen, die bei Biontech spielen und kommt daher eher seltener zum Einsatz. Aber auch ihn fand ich sehr passend. Daher kann ich euch auch das Hörbuch sehr ans Herz legen!
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Mittwoch, 7. April 2021

[Rez] "Dragon Princess. Ozean aus Asche und Rubinen" von Teresa Sporrer

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(c) Bildrechte: Impress
 "Dragon Princess. Ozean aus Asche und Rubinen"
von Teresa Sporrer
Verlag: Impress, 2020
Band 1 von 2 | 314 Seiten
[TB] ISBN: 978-3551303165
 
~Klappentext~
Was, wenn die Prinzessin vergeblich darauf wartet, dass der Prinz sie aus dem Turm befreit? Wenn es der Drache ist, der sie rettet? Dann schwört die Prinzessin Rache an denen, die sie eingesperrt haben – ihrer königlichen Familie. Und dafür braucht sie die Hilfe eines ebenso draufgängerischen wie charismatischen Piratenkapitäns ... 
~Meine Meinung~ 
Wer mich kennt, weiß, dass ich Romantasy nicht unbedingt gerne lese. Jedenfalls dann nicht, wenn die Lovestory im Vordergrund steht. Daher mache ich üblicherweise einen Bogen um Impress-Bücher. "Dragon Princess" war allerdings in einer "Chest of Fandoms" dabei, die ich bestellt hatte, da das Thema cool klang. Und die Meinungen waren bzw. sind auch überwiegend positiv. Daher habe ich dem Roman eine Chance gegeben.
 
Und anfangs dachte ich auch, das könnte gut werden. Man lernt Ruby kennen, die offenbar mit einem Drachen in einer Höhle wohnt. Warum das so ist, erfährt man aus dem Klappentext, nicht aber aus dem Roman selbst, was ich schon mal merkwürdig fand. Dafür tritt Ruby anfangs als starke Persönlichkeit auf, die weiß, was sie will und wie sie es bekommen kann. Daher überredet sie den Piratenkapitän Fynn, mit ihr gemeinsam in den Palast einzubrechen, um etwas zu stehlen. Dieser Einbruch war ziemlich cool und Ruby konnte da als wehrhafte, freche Person überzeugen. Die Handlung warf zudem ein paar interessante Fragen auf, die eine spannende Handlung erwarten ließen.

Aber danach plätscherte die Handlung den überwiegenden Anteil der Seitenzahlen nur vor sich hin. Ruby wird gegen ihren Willen auf das Schiff von Fynn verschleppt und arrangiert sich nach anfänglichen Beschwerden damit. Macht aber auch an keiner Stelle wirklich klar, dass sie zurück nach Hause muss. Ich hätte von ihr mehr Widerstand erwartet, gerade angesichts des Charakters, den man von ihr zu Beginn kennengelernt hat. Auch fragte ich mich die ganze Zeit, was denn nun ihr neues Ziel ist? Das wird erst kurz vor dem Ende klar, als sie darüber nachdenkt, mit einem anderen Schiff zurückzufahren. Das hätte früher kommen müssen.

Stattdessen liegt der Fokus auf der Mannschaft von Fynn. Fynn selbst ist ein Schürzenjäger durch und durch und flirtet mehr als aufdringlich mit allem, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. So auch mit Ruby, die damit nicht umgehen kann und sich das ganze Buch über ohne große Wehr sexuell belästigen lässt. Da das Genre Romantasy ist, könnt ihr euch selbst denken, worauf es dennoch hinausläuft... Setzt meiner Meinung nach ein völlig falsches Zeichen in Zeiten von #metoo. Fand ich mehr als anstrengend. Das einzig positive an Fynn ist, dass er Menschen nicht verurteilt oder in Schubladen steckt, sondern wirklich immer alle gleich behandelt. 

Der Rest der Crew ist ziemlich indivduell ausgearbeitet und jede:r hat eigene Macken und Fähigkeiten, sodass ich die anderen tatsächlich ins Herz schließen konnte und gerne von ihnen und weniger von Fynn gelesen hätte. Die "Handlung" besteht hier aus unterhaltsamen Dialogen und Szenen zwischen Ruby, Fynn und den anderen.

Erst kurz vor Ende geht die eigentlich Handlung wieder los und dann wurde es tatsächlich noch mal richtig spannend, ähnlich wie zu Beginn, und es werden einige neue Fragen aufgeworfen, sodass ich trotz aller Genervtheit von Fynn überlege, Band 2 auch zu lesen.

Insgesamt kann ich die Begeisterung für diesen Roman jedoch nicht teilen, da mir besonders Fynns ständige sexuelle Belästigung auf den Keks ging und man das ganze Buch locker um 100 Seiten im Mittelteil hätte kürzen können. Da Anfang und Ende aber dennoch spannend waren, gibt es knappe 3 Flämmchen.
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"Dragon Princess"-Dilogie
    Band 1: Ozean aus Asche und Rubinen
    Band 2: Inferno aus Staub und Saphiren

Sonntag, 4. April 2021

[Monatsrückblick] März 2021

Im März war nichts los bei mir - ich bin mittlerweile ständig müde und schlafe echt viel... Geht in meinem Bekanntenkreis aber vielen so, liegt also wohl an der Pandemie. :/ Außerdem entwickelte ich ein nervtötendes Zucken am linken Augenlid, was evtl. aufgrund von zu viel Kaffee entstand. (Jaaa, ic weiß, zu viel Kaffee geht gar nicht. 8D) Bin daher auf koffeinfreien Kaffee umgestiegen, seitdem ist es besser geworden, wenn auch nicht ganz weg. Aber ich merke auch, dass ich echt angespannt bin, was vermutlich auf zu wenig Sport zurückzuführen ist... also vllt ist das auch eine der Ursachen. (Muss eh dringend wieder Sport machen, meine Waage zeigt langsam Zahlen an, die ich nicht mehr lustig finde...) Für den April habe ich mir daher endlich mal ernsthaft die 100-Liegestützen-Challenge vorgenommen (aktuell schaffe ich eine, haha).

Mir wurde im März wieder klar, warum ich nach meinem Master keine Lust mehr auf die Uni hatte. Das ist doch echt ein Saftladen. :'D Wie ihr wisst, ist mein Freund aktuell noch einhändig unterwegs. Er hatte Ende März aber wieder Prüfungen, die er eigentlich auch gerne mitschreiben wollte. Nur tippt es sich mit Links (als Rechtshänder) nicht gerade fix und Lernnotizen schreiben dauerte auch mindestens doppelt so lange wie sonst. Er hat also einen Nachteilsausgleich beantragt. Der ihm mit der Antwort, dass er den zu spät gestellt hätte, nicht gewährt wurde. Eine Frist wurde nirgends angegeben und gibt es auf Nachfrage auch nicht fix. Außerdem plant man so eine Verletzung ja nicht zeitlich ein, also wann hätte er das früher machen sollen? Sehr realitätsfern das Ganze. Die Uni sieht das aber entspannt, weil aktuell wegen Corona ja eh pro Prüfung ein Freiversuch besteht. Also soll er einfach durchfallen. Was für eine super Logik! Sowas regt mich ja echt auf. :'D
 
Dafür habe ich diesen Monat wohl meinen neuen Lese-Rekord aufgestellt. So viele Bücher habe ich selten in einem Monat gelesen. Und ehrlich: Ich habe keine Ahnung, woher die Zeit dafür kam. XD 
Dafür hänge ich mit meinen Rezensionen auch meilenweit hinterher, obwohl ich schon gar nicht mehr jedes Buch rezensieren möchte. 

(c) Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
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"Der verschwundene Halbgott" | Rick Riordan [1. Band]
"Dance of Thieves" | Mary E. Pearson [1. Band]
"Wovon du träumst" | Kira Gembri [Einzelband]
"Die wahre Geschichte von Regen und Sturm" | Ann M. Martin [Einzelband]
"Ein Märchen von Gut und Böse" | Kim Leopold [1. Band]
"Das Geschenk eines Regentages" | Makoto Shinkai & Naruki Nagakawa [Einzelband | RE | Rezension folgt am 28.04.2021!]
"Das Wasserkomplott" | Jürgen-Thomas Ernst [Einzelband | RE | meine Rezension]
"Der Nachtzirkus" | Erin Morgenstern [Einzelband]
"Me and White Supremacy" | Layla F. Saad [Sachbuch | RE | meine Rezension]
"Goldene Flammen" | Leigh Bardugo [1. Band]
"Eisige Wellen" | Leigh Bardugo [2. Band]
"Wildes Paradies" | Claudia Praxmayer [Sachbuch | RE | meine Rezension]
"Die Erfindung von Alice im Wunderland" | Peter Hunt [Sachbuch | RE | meine Rezension]
"Die Farbe von Milch" | Nell Leyshon [Einzelband | Hörbuch] 
"Das Lied der Kämpferin" | Lidia Yuknavitch [Einzelband | RE | meine Rezension]
 
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"Wovon du träumst" lag schon viel zu lange auf meinem SuB (seit 2019), obwohl ich die Jugendbücher von Kira Gembri richtig gerne mag. Und auch dieser Roman konnte mich wieder total fesseln und war in zwei Tagen ausgelesen! Sie handelt von einem gehörlosen Mädchen und einem Jungen, der Geige spielt und ist in erster Linie Coming-of-Age und nachrangig auch Lovestory. Wie immer mit viel Humor, liebenswerten Charakteren und dem nötigen Ernst. Ich habe erstaunlich viel über das Leben ohne Gehör gelernt.
 
"Me and White Supremacy" ist ein Workbook - ähnlich wie "Exit Racism" - und als 28-Tage-Challenge aufgebaut. Ich habe es trotzdem an zwei Tagen gelesen, da es ja nicht mein erstes Buch über Rassismus ist. Den Aufbau finde ich sehr gut und es deckt ein breites Spektrum an Teilaspekten von Rassismus ab. Sehr empfehlenswert!
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Der Knaur Verlag hatte im März anlässlich der im April startenden TV-Serie einen Lesemarathon auf Instagram zum Grishaverse gestartet. Da ich die Trilogie schon länger auf dem SuB hatte, bin ich spontan eingestiegen. Den ersten Band "Goldene Flammen" fand ich bis Kapitel 15 sehr durchschnittlich, da kaum etwas nennenswertes passierte. Danach gab es aber ein paar Wendungen, die das Ende echt spannend machten. Daher sind es noch knapp 4 Flämmchen geworden. Ich mag bisher die Charaktere echt gerne und auch das Worldbuilding ist hier schon sehr durchdacht.

Im Anschluss habe ich direkt den zweiten Band "Eisige Wellen" gelesen. Den Band fand ich sehr langatmig und es gab etwas zu viel Hin und Her (auch was die Lovestory angeht). Das Ende war aber wieder absolut spannend und krass, daher erneut knappe 4 Flämmchen.

"Die Farbe von Milch" war ein spontanes Hörbuch, da ich für zwei/drei Tage noch eines zum Überbrücken brauchte, bis meine Vormerkung verfügbar wurde. Es war entsprechend nur kurz, aber den Roman hatte ich schon öfter auf Instagram gesehen, also musste ja was dran sein. Ohne zu wissen, was das Thema war, hab ich's also ausgeliehen. Und wurde positiv überrascht. Es spielt 1830 und handelt von Mary, die auf einem Bauernhof mit zwei Schwestern, Mutter, Opa und dem herrischen Vater aufwächst. Der Umgangston in der Familie ist rau, wer dem Vater nicht gehorcht, wird verprügelt. Kannte ich aus anderen Romanen in dem Milieu bereits. Mary wird eines Tages als Haushaltshilfe zum Pfarrer und seiner schwer herzkranken Frau geschickt, wo sie schreiben und lesen lernt und den Roman rückblickend schreibt. Die kurzen Szenen aus der Gegenwart fand ich störend, da Mary darin eigentlich nur wiederholt, wie sie heißt, dass ihre Haare milchfarben sind und dass sie immer die Wahrheit schreibt. Die eigentliche Rückblick-Handlung fesselt vor allem durch Marys schonungslos ehrliche Art, mit der sie überall aneckt und trotzdem gemocht wird. Ich dachte daher lange, es wäre ein unterhaltsamer, witziger Roman mit wenigen ernsten Tönen. Aber das Ende schockt absolut, darauf war ich nicht vorbereitet und habe bei einem Hörbuch zum ersten Mal eine Triggerwarnung vermisst.

"Wildes Paradies" war ein Rezensionsexemplar, das mich von der Thematik absolut widerspiegelt. Mein größter Traum ist es, irgendwann auch einen naturnahen Garten mit vielen kleinen Habitaten für verschiedene Arten anzulegen. Leider fehlt mir aktuell noch Zeit, Geld und Perspektive, um mir ein solch großes Grundstück zuzulegen. :'D Das Buch ist ein Erfahrungsbericht von Claudia Praxmayer und für mich sehr interessant zu lesen. Wobei ich jetzt noch trauriger bin, dass ich nur einen Balkon habe. :'D Leider fehlten mir ein wenig die Praxistipps.

"Die Erfindung von Alice im Wunderland" ist ein Rezensionsexemplar und beinhaltet eine Zusammenfassung von Hintergründen der Entstehung von "Alice im Wunderland" und aus dem Leben von Charles Dodgson alias Lewis Carroll. Mehr dazu in meiner Rezension.
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"The Lost Hero"/"Der verschwundene Halbgott" habe ich erst auf Englisch begonnen, dann aber im Bücherschrank zufällig die deutsche Ausgabe entdeckt und es dann auf Deutsch weitergelesen. Leider kam ich nach einem guten Start nicht so richtig voran und hatte fast drei Wochen pausiert. Das lag zum einen an dem Drachen - denn ich bin eigentlich kein Drachen-Fan und meide Bücher mit Drachen oftmals (etwas, das ich nochmal näher analysieren muss, weil es wenige Drachen gibt, die ich gut finde) - und zum anderen dann an der ersten Szene bei den Boreaden, wo Zethes als schmieriger, nerviger Typ beschrieben wird, was durch eine Akne als "ekliges" Merkmal gefördert wird. Sowas finde ich einfach mega daneben, das hatte mich echt richtig geärgert und ich war kurz davor, das Buch nur deswegen abzubrechen. Genau solche Bilder sind es, die bei jungen Menschen mit schlechter Haut Selbsthass fördern. Ich spreche aus Erfahrung. Nachdem ich mich aber danach wieder aufraffen konnte, das Buch weiterzulesen, war es recht spannend. Ich hatte aber mehr erwartet und werde mir die weiteren Bände wohl erstmal nur aus der Bib ausleihen.

"Der Nachtzirkus" ist eines dieser Bücher, über die gefühlt jede:r redet, die mich aber erstmal nicht so richtig angesprochen haben. In den letzten Jahren hatte ich das Buch jedenfalls im Laden oft in der Hand, aber nie gekauft. Vor allem, weil ich kein Fan von Zirkussen bin. Letztes Jahr habe ich es dann aber im Bücherschrank gesehen und einfach mal mitgenommen. Seit August lag es dann durch die Aktion "Mein SuB kommt zu Wort" auf meinem Nachttisch, aber ich hatte nie Lust, es anzufangen. Dazu habe ich mich nun endlich doch aufgerafft. Den Anfang fand ich sehr schleppend, aber etwa ab der Hälfte konnte mich der magische Schreibstil dann doch packen. Denn der ist wirklich traumhaft. Die Handlung bleibt allerdings sehr langatmig und unklar, sodass man sich einfach drauf einlassen muss. Ich hatte definitiv mehr erwartet, war aber auch nicht komplett enttäuscht.
 
"Das Wasserkomplott" hatte ich aufgrund der Umweltthematik als Rezensionsexemplar angefragt. Inhaltlich fand ich es auch sehr interessant und habe viel darüber nachgedacht, aber Krimi hätte ich das jetzt nicht genannt. :'D Mehr dazu in meiner Rezension.
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"Dance of Thieves"/"Der Klang der Täuschung" habe ich im Wechsel gelesen und als Hörbuch gehört. Eigentlich hatte ich auch gar nicht unbedingt vor, zum Hörbuch zu greifen, aber alles andere, was mich aus der Onleihe interessiert hatte, war gerade schon verliehen. :'D Und es ist die ungekürzte Lesung, also im Grunde dann ja auch egal, ob ich es lese oder höre oder - wie hier - beides mache. Jedenfalls ist das Sequel zur Trilogie "The Remnant Chronicles" sehr langatmig gewesen. Ich glaube nur als Buch hätte ich es abgebrochen, auch wenn ich den Schreibstil von Mary E. Pearson wirklich gerne mag. Es passiert einfach sehr wenig und die Charaktere konnten mich nicht wirklich packen. Den zweiten Band habe ich auch auf dem SuB, aber werde auch dort wohl mit Hörbuch weitermachen.

"Die wahre Geschichte von Regen und Sturm" handelt von Ruth, die Autistin ist und eine Vorliebe für Homophone und Homonyme hat. Daher werden regelmäßig solche Worte in Klammern im Text eingebaut, was ich doch etwas anstrengend zu lesen fand und vor allem nicht immer zu den Regeln passte, die Ruth zu Beginn erklärt. Vermutlich liegt das an der Übersetzung. Die Handlung ist auch sehr kurz und das Buch sehr schnell ausgelesen. Es geht v.a. darum, dass Ruth eine Hündin hat, die ihr in einem Sturm abhanden kommt und sie diese dann wieder finden will. Insgesamt eine nette Geschichte für Zwischendurch, mehr aber auch nicht. Bücher mit Charakteren aus dem Autismus-Spektrum gibt es bessere.

"Das Lied der Kämpferin" war ein sehr spezielles Rezensionsexemplar. Ich hatte wirklich Mühe, mir eine Meinung zu bilden, da es einerseits faszinierend und andererseits teilweise verstörend war. Definitiv eine ungewöhnliche Lektüre... Mehr in meiner Rezension.
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"Black Heart" ist eine dieser Serien mit vielen kurzen Teilen. Diesen ersten Teil hatte ich mal in einer Aktion kostenlos runtergeladen. Allerdings konnte mich der erste Band so wenig fesseln, dass ich keinerlei Interesse daran habe, weiterzulesen (was hier sicherlich v.a. daran liegt, dass es schwer ist, auf 100 Seiten einen ordentlichen Einstieg zu schreiben und ich sogar ein paar Seiten übersprungen habe, weil es so langweilig war). Es geht um Hexen und Magie in der heutigen Zeit.

Freitag, 2. April 2021

[Rez] "Wildes Paradies" von Claudia Praxmayer

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
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(c) Bildrechte: lübbe life
"Wildes Paradies. Der Natur freien Lauf lassen und dafür reich belohnt werden"
von Claudia Praxmayer
Verlag: lübbe life, 2021
Sachbuch | 224 Seiten
[HC] ISBN: 978-3-431-07025-5
 
~Klappentext~
Claudia Praxmayer und ihr Mann kaufen einen alten Hof im Chiemgau, um auf dem riesigen Grundstück Lebensräume zu schaffen, in denen bedrohte Arten Zuflucht finden. Die Biologin legt Totholzhecken und Terrassenbeete an, lässt Wildblumenwiesen wachsen und Tümpel volllaufen – und überall sprießt das Leben! Igel, Vögel und Fledermäuse ziehen ein, Wildbienen und andere Insekten finden reichlich Nahrung, sogar die friedliche Koexistenz im Gemüsebeet ist (mit kleinen Kompromissen) möglich. Dieses Buch zeigt, wie Mensch und Natur miteinander das größte Gartenglück erreichen.
~Meine Meinung~
In "Wildes Paradies" berichtet Claudia Praxmayer von ihrem naturnahen Garten, den sie gemeinsam mit ihrem Mann auf einem alten Hof entwickelt und pflegt. Dabei beschreibt sie in insgesamt neun Kapiteln verschiedene Aspekte ihres Gartens. Von der Idee, den Garten anzulegen, ihrer Faszination für die Natur und den verschiedenen Biotopen, die sie angelegt haben: Totholzhecke, Gemüsebeet, Teiche, Extensiv- und Streuobstwiesen. In jedem Kapitel beschreibt sie, was genau sie umgesetzt haben und welchen Nutzen dies für die Natur hat - und welche Arten sie dort im Laufe der Zeit beobachten kann.

Ich würde, wenn ich den Platz hätte, auch gerne einen solchen Garten anlegen und war daher sehr gespannt, welche Ideen und Tipps Claudia Praxmayer liefert. Allerdings halten sich die Praxistipps eher zurück, da hatte ich mehr erwartet. Immer wieder sind einzelne Listen eingestreut, auf denen Tipps zusammengefasst sind, aber diese sind doch eher grob gefasst. Vor allem steht hinten auf dem Cover "Mit vielen Fotos und praktischen Tipps zum Nachmachen auf Balkon, Terrasse oder im eigenen Garten". Das trifft inhaltlich meiner Meinung nach nicht wirklich zu. Immerhin sind fast alle Maßnahmen, die beschrieben sind, sehr großflächig auf einem alten Hof mit mehreren Hektar Fläche zur Verfügung umgesetzt worden. Extra Tipps für den Balkon oder die Terrasse gibt es hingegen nicht.

Im Vordergrund steht der ausführliche Bericht einer Frau, die die Natur liebt und sich über jeden Käfer, jeden Vogel und jede Pflanze freut, die sich in ihrem Garten ansiedeln. Diese Faszination teile ich absolut, daher war es schön zu lesen, nicht alleine zu sein. Und ich würde behaupten, dass jede:r nach dieser Lektüre zumindest im Ansatz eine kleine Begeisterung für die Natur entwickelt hat - und das ist auch sehr viel wert! Daher habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und bin jetzt erst recht traurig, dass mir der Platz für einen so schönen Garten fehlt...

Die Kapitel sind mit zahlreichen Fotos aus dem Garten von Claudia Praxmayer versehen, sodass man zusätzlich bildhafte Einblicke erhält. Die Aufmachung gefiel mir dadurch insgesamt sehr gut.

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!