Sonntag, 20. September 2020

Mein SuB kommt zu Wort #35

 

"Mein SuB kommt zu Wort" ist eine monatliche Aktion von Annas Bücherstapel, bei der jeder jederzeit mitmachen kann. :) Hier findet ihr die aktuelle Runde!

Puh, schon wieder der 20.? Lesen lief bei mir in den letzten Wochen aber ganz gut. Mal sehen, wie es Helmut geht...

Frage 1: Wie groß/dick bist du aktuell?
Tja, diesen Monat gab es bisher nur Rezensionsexemplare, die bei Alica einziehen durften. Das ist recht dürftig. ABER Ende August ist bei mir ein bisschen was gelandet, also bin ich zumindest nicht geschrumpft - puh! Ich stehe erneut bei 47 Prints. Bei den eBooks hat Alica aber irgendwas komisches angestellt, also angeblich den Kindle aufgeräumt. Keine Ahnung, was mir das sagen soll, aber sie behauptet, es sind nur noch 34 ungelesene eBooks. Das kann gar nicht sein! Ich glaube, da schummelt sie irgendwie... (Letztes Mal waren es noch 41 - und sie hat definitiv keine gelesen. Sie wird doch nicht wirklich aussortiert haben???)

Frage 2: Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Wie gesagt sind die Bücher noch von Ende August!
(c) Bildrechte: Piper | Disney Hyperion | script5
"Fluchbrecher" hat Alica mit Vivka (A Winter Story) getauscht, "The Red Pyramid" und "Wen der Rabe ruft" hat sie gebraucht gekauft. Alle drei Bücher sind 1. Bände von Reihen. Aber eigentlich möchte Alica alle drei Reihen auch bald lesen - wir wissen ja, wie sowas meistens ausgeht. ;D

Frage 3: Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
Zuletzt beendet hat Alica "Zwölf Wasser #2":
(c) Bildrechte: dtv
Den 1. Band hatte ich ihr für die Aufgabe von Juli rausgesucht. Sie fand Band 1 leider sehr langatmig, die Handlung an sich aber erstmal ganz interessant. Daher hat sie auch Band 2 begonnen, es aber letztlich fast nur überflogen, weil es einfach unglaublich langatmig war und dadurch der letzte Rest Spannung flöten ging... :( Jetzt hat sie die Reihe abgebrochen und wird daher auch keine Rezension schreiben.
 
Frage 4: Lieber SuB, der erste Herbstmonat des Jahres 2020 ist da! Um den Herbst entsprechend zu begrüßen, wäre es doch schön, ein Buch zu zeigen, welches ebenfalls mit „H“ im Titel beginnt.
Oh je, ich habe lange suchen müssen und tatsächlich gibt es unter meinen Prints GAR KEIN Buch mit "H"! Verrückt. Aber auf dem Kindle ließen sich zwei entdecken:
 
(c) Bildrechte: Nicky P. Kiesow |Michaele Vieten
Bei beiden ist Alica auch sehr unmotiviert, sie zu lesen. Also eigentlich eine gute Gelegenheit, ihnen doch noch eine Chance zu geben! Und gerade "Herbstprinzessin" ist für den Herbst doch perfekt. ;)

Nun der Rückblick auf die Aufgaben der letzten Monate:
  • Juli: "Zwölf Wasser" hat Alica wie gesagt gelesen. "Welche Farbe hat die Wahrheit" hat sie begonnen, aber pausiert es erstmal, da es sie nicht fesseln konnte...
  • August: "Der Nachtzirkus" hat Alica auf ihrem Lese-Stapel liegen, aber noch nicht begonnen.

Freitag, 18. September 2020

[Rez] "Instagirl" von Annette Mierswa

(c) Bildrechte: loewe
"Instagirl"
von Annette Mierswa
Verlag: loewe, 2018
Einzelband | 224 Seiten
[TB] ISBN: 978-3-7432-0121-7
 
~Klappentext~
Kaum postet Isi auf Instagram das erste Selfie, flattern die Herzen nur so herein.
Ohne Photoshop und Filter ist Isis Alltag bald viel zu langweilig und sie beginnt, immer mehr Zeit in ihren Kanal zu stecken – und in ihr Äußeres. Plötzlich interessiert sich sogar Kim, das It-Girl der Klasse, für Isi und lädt sie zu den viel cooleren Partys ein! Jetzt müssen natürlich richtig außergewöhnliche Selfies her – selbst, wenn sich Kim und Isi dadurch in Lebensgefahr bringen ...
~Meine Meinung~
Isis Eltern trennen sich plötzlich, quasi von einem Tag auf den anderen. Als wäre das nicht schlimm genug, zieht ihr Vater nach Tokio um und ihre Mutter schleppt direkt einen neuen an. Der dann auch noch Isis Kaninchen weglaufen lässt. Isi ist mit den Nerven am Ende, fühlt sich von allen allein gelassen und kann auch nicht mehr daran glauben, dass ihre Freunde wirklich für immer zu ihr halten werden.
Auf der Suche nach mehr Halt im Leben, lässt sie sich auf Kims Social-Media-Beratung ein, die beinhaltet, dass Isi ein optisch ganz neuer Mensch wird, einen neuen Instagram-Account eröffnet, auf dem sie zukünftig "Livestyle-Influencerin" sein soll und nur noch mit Kim und deren deutlich älteren Freunden abhängt.

Das Buch beschreibt zum einen sehr anschaulich, was passiert, wenn man an "die falschen" Leute gerät und zum anderen, was der Social-Media-Wahn mit (jungen) Menschen anstellen kann. Isi lässt sich von Kims Erfolgen bei Instagram einlullen, möchte ebenso anerkannt und beliebt sein. Dass sie dafür ihr Aussehen verändern und ihre Fotos stark bearbeiten muss, stört sie nur am Rande. Sie denkt, zu sein wie Kim, würde ihrem Leben mehr Bedeutung und Sicherheit geben. Doch auch Kims kühle, erwachsene Fassade ist nur Show...

Mir hat gefallen, wie Isi immer stärker in den Sog der vermeintlich "Beliebten/Erfolgreichen" gerät. Wie sie ihre eigenen Vorstellungen ihres bisherigen Lebens und alles, was ihr bisher wichtig war, nach und nach ablegt und sich nur noch auf Kim fixiert. Isi tauscht ihre langjährigen Freunde gegen Kims lockere Bekanntschaften aus, mit denen sie wilde Partys feiert und mehr als einmal in brenzlige Situationen gerät. Bis es eskaliert.
"Instagirl" ist entsprechend ein kurzer Roman über eine toxische Freundschaft, die Isi komplett verändert. Eine Triggerwarnung hätte ich gut gefunden, denn der Roman entwickelt sich doch ernster als ich im Vorfeld angesichts der Zielgruppe ab 12 Jahren angenommen hatte.
Magersucht und versuchte Vergewaltigung

Was mir allerdings nicht gefiel, waren Isis Gedanken. Es blieb für mich bis zum Ende nicht greifbar, warum sie sich auf Kim so sehr einlässt. Ja, ihr Leben läuft gerade unerfreulich und neben der Trennung ihrer Eltern gibt es noch die klassischen Klischee-Missverständnisse, aber besonders ihre beste Freundin hält die ganze Zeit weiter zu ihr. Immer wieder denkt Isi, dass sie zu weit geht, dass Kim nicht der richtige Umgang ist - und tut es dann doch mit einem "egal, jetzt bin schon dabei" ab.
Als Leser*in merkt man auch schnell, dass mit Kim etwas nicht stimmt, aber die Auflösung dazu am Ende ist unbefriedigend. Ich hätte mir eine psychologische Erklärung gewünscht, auch in Hinblick darauf, dass niemand ihr hilft bzw. es nicht erkannt wird, dass sie Hilfe braucht. So bleibt man am Ende etwas ratlos zurück und weiß nicht, wie man selbst in so einer Situation richtig handeln könnte.

Mittwoch, 16. September 2020

[Rez] "Die Chroniken von Alice. Die schwarze Königin" von Christina Henry

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].  
(c) Bildrechte: penhaligon

 
 "Die Chroniken von Alice. Die schwarze Königin"
von Christina Henry
Originaltitel: Red Queen (Chronicles of Alice)
Verlag: penhaligon, 2020
Band 2 von bisher 3 | 336 Seiten
[HC] ISBN: 978-3-7645-3235-2
 
~Klappentext~
Alice hat den Kampf gegen den Wahnsinn gewonnen – vorerst. Sie hat die Schandtaten des Kaninchens sowie den Blutdurst des Jabberwocks überlebt und will nun ein Versprechen einlösen: Jenny, die Tochter ihres Freundes Hatcher, zu finden. Doch Alice und Hatcher erwartet der nächste Albtraum. Sie müssen in das Reich der verrückten Weißen Königin vordringen, wo das wahre Spiel um das finstere Wunderland bereits begonnen hat. Jeder Zug führt Alice näher an ihre Bestimmung. Aber damit sie als Siegerin hervorgeht, muss sie nicht nur ihre neuen Kräfte zu beherrschen lernen, sondern herausfinden, was mit der rätselhaften Schwarzen Königin geschehen ist ...  
~Meine Meinung~
Nach dem recht brutalen und blutigen Band 1 hatte ich an Band 2 ähnliche Erwartungen. Die Reise führt Alice und Hatcher aus der Stadt hinaus auf die Ebene davor. Dort müssen sie direkt feststellen, dass nicht alles so ist wie erwartet... und schon bald müssen sie sich erneut fremder Magie entgegenstellen.

Der Band verläuft insgesamt ruhiger und weniger brutal als Band 1, was mich tatsächlich etwas enttäuscht hat. Der Fokus wird viel mehr auf Alice gelegt, sodass man mehr über sie und ihre Gedanken erfährt. Das tut der Charaktertiefe gut, bewirkt aber auch, dass man neben Alice' Gedanken nur wenig anderes erfährt. Hatcher z.B., von dem Alice in diesem Band die meiste Zeit getrennt ist, bekommt dadurch leider zu wenig Aufmerksamkeit wie ich finde. Dabei gefiel mir in Band 1 besonders die Interaktion und die spezielle Beziehung der beiden sehr. Hinzu kommt, dass sich Alice' Gedanken oft wiederholen.

Ein positiver Aspekt ist aber die gradlinigere Handlung. Band 1 empfand ich doch stellenweise als etwas wirr, als Alice und Hatcher von einem mächtigen Zauberer zum nächsten hetzen mussten. Band 2 hingegen folgt eher dem klassischen Muster von ersten merkwürdigen Ereignissen hin zum "Endboss". Dabei trifft der Leser wieder auf allerhand skurrile und zum Teil gruselige und bösartige Gestalten, die Alice das Leben schwer machen wollen. Angst ist daher auch wieder ein zentraler Aspekt der Handlung, aber auch, wie man seine Ängste überwinden bzw. den Umgang damit üben kann. Das gefiel mir wieder sehr! 

Leider verlief die Handlung zum Ende hin aber auch nicht ganz nachvollziehbar und es passierten Dinge, die mir zu plötzlich/unerwartet waren und dadurch zu gezwungen wirkten. Dadurch - und durch fehlende Erklärungen - fehlte mir am Ende das gewisse Etwas. Es wirkte unvollständig und abrupt. Wozu einen ganzen Band über auf etwas hinarbeiten, dass das komplett lasch abgehandelt wird? Leider müsste ich spoilern, um das näher zu beschreiben.

Insgesamt wieder eine düstere, verrückte und surreale Adaption von Alice im Wunderland, die mit dem Originalmärchen jedoch nur noch wenig gemeinsam hat. Dennoch eine kurzweilige und spannende Reise.
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über das Bloggerportal. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
 
Die Dunklen Chroniken
    Band 1 - Die Chroniken von Alice. Finsternis im Wunderland [meine Rezension]
    Band 2 - Die Chroniken von Alice. Die Schwarze Königin
    Band 3 - Die Chroniken von Alice. Dunkelheit im Spiegelland (Frühjahr 2021)

Dienstag, 15. September 2020

10 Selfpublishing-Empfehlungen

Nachdem es vor Kurzem auf Instagram beim #bloggersonntag darum ging, die liebsten Bücher aus dem Selfpublishing vorzustellen, wollte ich das gerne nochmal ausführlicher hier auf dem Blog machen. Daher nachfolgend 10 Bücher, die im Selfpublishing erschienen sind, und die mir gut gefallen haben!
(Die Reihenfolge ist keine Bewertung, sondern dient nur als Aufzählung!)

1. "Nur einen Klick entfernt" von Kira Gembri
Der junge Programmierer Tom glaubt, am Tiefpunkt seines Lebens angekommen zu sein, als er an Silvester in einem Erotik-Chatroom landet. Dabei braucht er gerade einfach nur jemanden zum Reden.
Auch Luna könnte sich etwas Besseres vorstellen, als die Neujahrsnacht damit zu verbringen, sich vor ihrer Webcam und einem völlig Fremden auszuziehen. Niemals hätte sie geahnt, dass ein missglückter Flirt zwischen ihr und Tom zu einem monatelangen E-Mail-Wechsel führen könnte! Die zwei schreiben einander bald jeden Tag - mal lustig, mal nachdenklich und mit immer mehr Herzklopfen zwischen den Zeilen. Doch Tom hat ein Geheimnis, das ein Happy End für ihn und Luna so gut wie unmöglich macht. Oder ist die große Liebe wirklich nur einen Klick entfernt...?
Kira Gembri hat früher ausschließlich im Selfpublishing veröffentlicht, mittlerweile erscheinen ihre Bücher aber (auch) in Verlagen. Ich mag sie trotzdem alle, das Kira einen tollen Humor hat und ihre Bücher fast immer sehr liebenswert sind.

2. "Juli im Winter" von A. L. Kahnau
"Du bist deines eigenen Glückes Schmied."
In diesem Glauben wurde Juli großgezogen und dementsprechend selbstbewusst geht sie durch die Welt.
Juli ist klug, charmant und beliebt.
Als eine neue Mitschülerin in ihre Klasse kommt, ahnt sie nicht, dass diese ihr sehr bald zeigen wird, wie falsch sie lag.
Julis Leben gleicht plötzlich einem Sturzflug, dessen Ausgang ungewiss ist.
-> Meine Rezension
A. L. Kahnau veröffentlich ausschließlich im Selfpublishing und bisher mochte ich alle Bücher, die ich von ihr gelesen habe. Sie schreibt neben der X-Reihe, wo es um eine Zombie-Apokalypse geht, vor allem Jugendbücher zu schwierigen Themen. "Juli im Winter" hat mich dabei bisher am meisten umgehauen und emotional zertsört. Es geht um Mobbing an der Schule.
 
3. "Nacht aus Schatten und Saphiren" von Kerstin Arbogast
 
Manche Einhörner sind treu wie Hunde, andere wiederum haben für die Menschen nichts als Spott und Häme übrig.
Manche Einhörner stellen dich auf die Probe, andere aber stärken dir den Rücken.
Manche Einhörner spenden dir Licht, damit du auch in der Dunkelheit noch lesen kannst, andere erstrahlen nur so hell, damit du ihre Schönheit nicht übersiehst.
Manche Einhörner retten dich vor gierigen Geistern, andere sind Leben und Tod selbst.
Manche Einhörner folgen deinem guten Herzen, andere weisen dir den richtigen Weg.
Manche Einhörner lassen bunte Farbtupfer in düsteren Gassen zurück.
Doch alle Einhörner hinterlassen Spuren in deinem Herzen.
Folge in drei Kurzgeschichten ihrem Hufgetrappel und lausche ihrem hellen Wiehern. Tauche ein in ihre fantastische, schaurige oder märchenhafte Welt!
-> Meine Rezension
Es handelt sich hierbei um drei Kurzgeschichten über Einhörner, die aber recht ungewöhnlich sind und mich daher begeistern konnten. Ansonsten veröffentlich Kerstin Arbogast vor allem im Drachenmond Verlag.
 
4. "Jagdsaison" von Nina Casement
 
"Nur weg!" - mehr hat Frederika nicht im Sinn, als sie gen Norden reist. Vielleicht sogar, um zu sterben. Doch dann entdeckt sie unerwartet ihre Begeisterung fürs Reisen und ihren Lebensmut dazu. Bald hat sie ihr Herz an die Schönheit Schwedens verloren und fragt sich, wie sie eine Weiterreise finanzieren kann. Da kommt ihr das freundliche Männerduo, das einen Mitfahrer sucht, gerade recht. Besonders der schüchterne Lars gewinnt rasch ihre Freundschaft. Doch ihn scheint ein finsteres Geheimnis zu belasten. 
Unterdes glaubt ausgerechnet der frustrierte Polizist Karl Andersson an eine Verbindung zwischen den anonymen Leichen, die immer zahlreicher in den skandinavischen Wäldern auftauchen. Dabei zählt er doch eigentlich nur noch die Tage bis zur ersehnten Rente.
-> Meine Rezension
Dieser Thriller war ein "Zufallsfund", da er mir von Nina Casement als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Sonst wäre ich vllt nie darauf gestoßen, was wirklich schade gewesen wäre. Denn "Jagdsaison" ist ein erstaunlicher Mix aus Naturbeschreibung und Thriller und konnte mich nicht nur fesseln, sondern auch vom Reisen träumen lassen. Definitiv einen Blick wert!
 
5. "Der Totengräbersohn" von Sam Feuerbach

"Das Dorf Haufen ist im Weltenreich gelegen. Dort lebt der 18-jährige Farin. Der Junge ist ein Außenseiter, denn als Sohn des Totengräbers wird er von den anderen Dorfbewohnern geächtet und verprügelt. Dennoch hat er keine andere Wahl, als den Beruf des Vaters zu übernehmen, der zunehmend dem Alkohol verfällt. Die Dinge ändern sich für Farin schlagartig, als die Dorfhexe stirbt und er die Giftmischerin für die Beerdigung vorbereitet. Denn die Hexe trägt ein geheimnisvolles Amulett um den Hals, und Farin kann nicht widerstehen, das Schmuckstück an sich zu nehmen..."
Die Reihe ist inzwischen mit 4 Bänden abgeschlossen, ich habe aber leider bisher nur Band 1 gelesen. Der Auftakt war allerdings wirklich unterhaltsam und erinnert etwas an "Bartimäus" von Jonathan Stroud. Wer witzige Fantasy mag, ist hier gut aufgehoben!
 
6. "Wunschkynd" von Anna Lena Diel
"Paula und ihr Mann haben sich über die Jahre auseinandergelebt und die achtzehnjährige Tochter ist nur noch selten zu Hause. In ihrer Einsamkeit hört Paula die biologische Uhr umso lauter ticken. Sie weiß jedoch, dass sie kein weiteres Kind bekommen sollte, denn in ihrer DNA schlummert eine Erbkrankheit.
Als Genetikingenieurin wäre es für Paula ein Leichtes, das Genom von im Reagenzglas gezeugten Embryonen zu verändern. Sie hat diese Technologie tausendfach bei Zuchtrindern angewandt. Allerdings ist der Einsatz beim Menschen aus ethischen Gründen verboten.
Dies kann Paula nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Bei der Umsetzung benötigt sie jedoch Hilfe. Zufällig lebt auf der anderen Seite des Gartenzaunes genau jene Person, die sie für ihren Plan benötigt. Eine Lüge folgt auf die nächste und Paula ist nicht die Einzige, die geheime Ziele verfolgt ..."
Hier war ich Testleserin, daher gibt es keine Rezension. Aber es ist das Debüt meiner lieben Freundin Anna und wirklich toll und spannend geworden! Sie mischt Alltagsthemen mit einer nahen, sehr möglichen Zukunft, was eine coole Mischung ergibt! Schaut also sehr gerne mal rein. ;)
 
7. "Nation Alpha" von Christin Thomas
 
Ich bin eine Omega. Wir werden als Sklaven für die Königsrasse der Alphas gezüchtet und haben keine Rechte, keinen Namen, kein Leben. Man behandelt uns nicht wie Menschen, sondern wie Ware. Nach dreihundertjährigem Martyrium wollen die Alphas uns auslöschen und durch Maschinen ersetzen. Meine Zeit ist abgelaufen, falls der verzweifelte Rettungsplan nicht gelingt. Doch wer würde darauf bauen, wenn die sogenannten Retter selbst Alphas sind? Kann ich ihnen vertrauen oder ist unser Untergang bereits besiegelt?
Das Buch erschien erstmals im Zeilengold Verlag, der aber leider nicht gerade freundlich mit seinen Autor*innen umging. Daher hat Christin sich entschlossen, es im Selfpublishing neu aufzulegen. Es geht hier um Rassismus und kann emotional sehr begeistern und nachdenklich stimmen. Auch wenn mich das Ende leider nicht überzeugt hat, ist und bleibt es ein lesenwertes, wichtiges Buch!
 
8. "Gezeitenlos" von Sandra Florean

Sicherheitschefin Alex Sturm wirft nichts so schnell aus der Bahn. Als sich unerklärliche Ereignisse häufen, zweifelt die selbstsichere Frau jedoch an ihrem Verstand. Erst behauptet ihr Mitarbeiter, von einem geheimnisvollen Seeungeheuer angegriffen worden zu sein, dann erlebt sie ein besonders intensives Déjà-vu, das sich erschreckend real anfühlt.Alex beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihre Nachforschungen erweisen sich jedoch als unerwartet riskant. Ohne Vorwarnung findet sie sich in der Vergangenheit wieder und muss sich nicht nur ihren tiefsten Ängsten stellen, sondern mit einer Situation fertig werden, die sich jeder Vorstellungskraft entzieht.
-> Meine Rezension
Von Sandra Florean habe ich inzwischen auch einiges gelesen, aber "Gezeitenlos" ist davon bisher mein Lieblingsbuch. Es ist spannend und actionlastig und die Protagonistin macht eine tolle Entwicklung durch. Also alles drin, was zu kurzweiliger Unterhaltung gehört!
 
9. "Froschröschen" von Halo Summer

Rosalie lebt eingesperrt und streng bewacht im Schloss ihrer Eltern, fern von jedem Stachel, der einem verfluchten Mädchen wie ihr zum Verhängnis werden könnte. Als ein Frosch in ihr einsames Gefängnis einbricht, stürzt sich Rosalie in ein Abenteuer, das Spannung verspricht. Doch was so klein, grün und harmlos beginnt, entpuppt sich schon bald als die gefährlichste prinzliche Katastrophe, die ihr hätte zustoßen können.
-> Meine Rezension
Mit Märchenadaptionen hat man mich eigentlich immer an der Angel. :P Allerdings gefiel mir "Aschenkindl" von Halo Summer überhaupt nicht. Und auch die ersten beiden Bände ihrer Sumpfloch-Saga waren nur okay für mich. "Froschröschen" gefiel mir allerdings fast durchgehend sehr gut. Es ist wieder sehr witzig, aber den Humor fand ich hier passender als in den anderen Büchern der Autorin. Wer humorvolle Märchenadaptionen mag, sollte also mal reinschauen!

10. "Dear Sister" von Maya Shepherd
Vor sechs Monaten verschwand Winters Schwester Eliza spurlos. Doch entgegen der Befürchtung anderer, glaubt Winter nicht an ein Verbrechen. Sie ist überzeugt davon, dass Eliza freiwillig die Stadt verlassen hat und plötzlich steht sie da…
Winter traut ihren Augen nicht und beginnt mit ihrer Freundin Dairine Nachforschungen anzustellen, dabei gerät ihr neuer Musiklehrer in Verdacht. Plötzlich ereignen sich grausame Ritualmorde in der Gegend und Eliza wird damit in Verbindung gebracht. Winter macht eine Beobachtung, die sie daran zweifeln lässt, dass ihre Schwester noch die ist, die sie einmal war. Magie? Übernatürliches? Was ist bloß mit ihrer Schwester passiert?
Bevor Maya Shepherd vor allem durch ihre Grimm-Chroniken bekannt wurde, hatte sie schon einige Bücher im Selfpublishing veröffentlicht. Darunter ihre "Dear Sister"-Reihe, die bisher 6 Bände umfasst. Ich habe zwar erst Band 1 gelesen und das ist auch schon ein paar Jahre her, aber ich mochte den Auftaktband gerne und möchte auch die anderen Bände noch irgendwann lesen.

Freitag, 11. September 2020

[Rez] "Die Last der Krone" von Christin Thomas

(c) Bildrechte: Christin Thomas
"Die Last der Krone"
von Christin Thomas
Selfpublishing, 2020
Einzelband | 324 Seiten
[TB] ISBN: 978-3966982566

~Klappentext~
Der siebzehnjährige Etienne ist Thronerbe von Fuchsfels, dem größten Königreich des Nordens. Seit er denken kann, wird er auf Wortgefechte und Feldzüge vorbereitet, aber nicht auf die Schlacht, die er mit sich selbst führt. Der junge Prinz hegt Gefühle für den Bediensteten Noel, die seiner königlichen Pflicht, einen Erben zu zeugen, im Weg stehen. Deshalb fordert sein Vater, dass Etienne der Liebe entsagt.
Aber wie verschließt man sein Herz, wenn man es längst verschenkt hat?
~Meine Meinung~
Ich lese eigentlich ungerne Romance-Bücher, da sie mir oftmals zu kitschig sind. Daher war ich skeptisch, ob mir "Die Last der Krone" gefallen wird, habe ihm wegen des wunderschönen Covers aber doch eine Chance geben wollen. Und ich habe es tatsächlich nicht bereut!

Etienne ist Erbe des Königreichs Fuchsfels und muss, um weiterhin die Linie des Königreichs zu erhalten, eine Frau heiraten, die sein Vater schon für ihn organisiert hat. Doch Etienne ist eigentlich in den Stalljungen Noel verliebt - eine Liebe, die Etiennes Vater vehement ablehnt - und das nicht nur wegen dem unterschiedlichen gesellschaftlichen Stand...

Die Handlung dreht sich entsprechend um diese scheinbar aussichtslose Liebe. Etienne ist hin- und hergerissen zwischen der Verantwortung für das Königreich, die sein Vater ihm auferlegt, und der Liebe, die er so stark empfindet und die doch nicht falsch sein kann. Etienne fühlt sich "anders" und leidet unter der Ablehnung seines Vaters. Ich fand diese starken, schwankenden Gefühle, die Etienne empfindet, angesichts der Situation sehr passend und nachvollziehbar. Es ist seine erste große Liebe und er ist noch jung. Die Verantwortung, die sein Vater ihm aufbürdet, setzt Etienne unter Druck und er weiß keinen Ausweg. Das spiegelt sich auch im Umgang mit Noel wider, den er auf Befehl seines Vaters nicht mehr sehen darf. Aber irgendwie muss Etienne Noel doch sagen können, was ihm auf dem Herzen liegt? Doch wie, ohne ihn zu verletzten? Missverständnisse sind die Folge, die ich aber tatsächlich nachvollziehbar fand, da Etiennes jugendliches Denken und Handeln so authentisch wirken.

Das alles wäre mir aber sehr wahrscheinlich trotzdem zu viel Herzschmerz und Drama geworden, wenn da nicht Pierre gewesen wäre. Pierre ist der Lehrer von Etienne und sein engster Vertrauter. Mit ihm kann Etienne über alles reden und erhält Ratschläge, die von Pierres Lebenserfahrung zeugen. Er ist das Kontrastprogramm zu Etienne und erdet die ganze Handlung auf eine angenehme Art und Weise. Ohne ihn wäre Etienne wahrscheinlich in seiner Verzweiflung untergegangen. Daher war Pierre auch mein Lieblingscharakter. 

Auch die weiteren Charaktere fand ich sehr passend in die Handlung integriert, vor allem die Prinzessin, die Etienne heiraten soll. Sie handelt öfters anders, als ich erwartet hätte, sodass ich sie immer mehr mochte. Etiennes Vater gegenüber entwickelt man hingegen schnell eine Abneigung: Wie kann ein Vater so grausam gegenüber dem eigenen Sohn sein? 

Was neben den Charakteren etwas kurz kommt, ist die Welt, in der die Handlung spielt. Christin Thomas entwirft hier eine Fantasy-Welt, in der es einen kleinen Grad Magie gibt, die im Laufe der Handlung auch von Bedeutung ist. Allerdings bleibt der Weltentwurf insgesamt sehr blass. Zahlreiche Königreiche werden erwähnt, ohne dass man ein Gefühl für sie bekommt. Das fand ich schade, aber letztlich liegt der Fokus eben auf der Liebesgeschichte.

Insgesamt war ich positiv überrascht. Die melancholische Grundstimmung und die stellenweise so wahren Gedanken und Aussagen hinter der Handlung waren wunderschön zu lesen. Dennoch blieb wie gesagt die Welt zu blass und die Handlung zog sich zu sehr in die Länge. Ich hätte es da besser gefunden, früher anzusetzen (z.B. an dem Punkt, wo Etienne und Noel sich näher kommen und nicht schon als "die Katze aus dem Sack ist") und dafür den Rest mehr zu straffen. Es ist doch lange Zeit viel verzweifeltes, ratloses Hin und Her von Etienne, bis er Pierres Ratschläge zu verstehen lernt und sich weiter entwickelt.
Dennoch sehr empfehlenswerte Liebesgeschichte, die ich auch sicherlich erneut lesen werde.

Mittwoch, 9. September 2020

[Rez] "Brennende Spiegel" von Brent Weeks

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].  
(c) Bildrechte: blanvalet
"Brennende Spiegel"
von Brent Weeks
Originaltitel: The Burning White Part 1
Verlag: blanvalet, 2020
Band 6 (eng. 5.1) von 7 (eng. 5.2) | 816 Seiten
[TB] ISBN: 978-3734162077
 
~Klappentext~
Zahlreiche Schlachten wurden geschlagen, unzählige Intrigen gesponnen. Doch die entscheidene Frage wurde noch nicht geklärt: Ist Kip Guile wirklich der prophezeite Lichtbringer, wie seine Freunde hoffen? Kip selbst ist sich nicht sicher, ob er ein Messias sein möchte. Denn der skrupellose Orden des gebrochenen Auges hat bereits Pläne für den wiedergeborenen Lichtbringer, und sollte Kip nicht seinen Befehlen gehorchen, muss er die Konsequenzen tragen. Denn ob Kip lebt oder stirbt, liegt im Ermessen des Ordens – und der Mann, der Kip ermorden soll, ist einer seiner engsten Vertrauten …
~Meine Meinung~
Es handelt sich bei "Brennende Spiegel" um den 1. Teil des englischen 5. und finalen Bandes der Reihe. Es wurde im Deutschen somit ein zweiter Originalband geteilt, wovon ich schon mal grundsätzlich wenig halte, da die Handlung dadurch oft zu abrupt endet und der Spannungsbogen unterbrochen wird.
 
Die Handlung setzt nahtlos am Ende von Band 5 an und führt damit leider auch die langatmigen Handlungsstränge ebenso langatmig fort. Besonders den Part von Kip finde ich zunehmend  ermüdend. Dafür, dass er als potenzieller Lichtbringer gehandelt wird, unternimmt er erstaunlich wenig. Schon in Band 5 verbrachte er die meiste Zeit im Blutwald, wo er sich mit Abwarten und Rätselraten beschäftigte, um Grünhafen vor dem Weißen König zu retten. Und damit geht es hier auch erstmal weiter. Die Dialoge bestehen dabei zu 50% aus pubertären Witzen - was einerseits nachvollziehbar ist, denn die Gruppe um Kip besteht nun einmal aus Jugendlichen, aber andererseits auch wirklich anstrengend, weil sich dieses Muster zu oft wiederholt und zu ausschweifend wird. Kip ist schon seit Beginn der Reihe im Mittelpunkt und hat stets Fortschritte gemacht. Jetzt scheint er aber seit Band 5 still zu stehen. Erst zum Ende des Bandes hin kommt in seinen Handlungsstrang wieder Bewegung und ich hoffe, dass der ganze Wirbel um den Lichtbringer im Abschlussband noch einen würdigen Auftritt bekommt.

Die Erzählperspektiven von Teia und Karris gefielen mir bisher immer mit am besten. Doch auch diese geraten hier leider etwas ins Stocken. Während Karris nur zögerlich neue Erkenntnisse als Weiße gewinnt, dreht sich bei Teia alles um den moralischen Aspekt ihrer Tätigkeit als Spionin und Mörderin. Das fand ich zwar wichtig unterzubringen, aber es wird zu viel Fokus auf die "kleinen Fische" gesetzt, die Teia töten muss, um neue Erkenntnisse zu erhalten. Das hätte man definitiv abkürzen können und Teia stattdessen früher näher an ihr Ziel bringen können.

Am spannendsten fand ich erneut Gavins Sicht, die aber leider in diesem Band nur selten vorkommt. Dabei ist die Reise, die er hier hinter sich bringen muss, wirklich interessant. Bei ihm bin ich am gespanntesten auf den letzten Band. Habe aber leider auch ein wenig die Befürchtung, dass es zu sehr ins Religiöse abdriftet und Orholam als Gott tatsächlichen noch auftreten wird... Schon die Hintergründe mit den "200" und den Parallelwelten fand ich... merkwürdig, käme damit aber noch klar, wenn diese einfach mächtige Fantasywesen bleiben würden.

Insgesamt halten sich die Erkenntnisse in diesem Band sehr zurück. Es kommt wenig neues hinzu. Vor allem die Pläne von Charakteren wie dem Weißen König, Zymun, Andross oder Liv geraten stark in den Hintergrund. In den früheren Bänden empfand ich deren Vorkommen als präsenter und dadurch die gesamte Handlung als ausgeglichener. Es scheint viel mehr, als wollte Brent Weeks in Vorbereitung auf das große Finale nochmal alle Hauptcharaktere tiefergehend beschreiben und ihre moralischen Sichtweisen auf die Probe stellen. Dadurch gibt es in diesem Band einige philosophische Dialoge und Überlegungen der Protagonist*innen. Was ich wie gesagt grundsätzlich toll finde - aber die Verknüpfung mit dem Fortschreiten der Handlung gelingt nicht wirklich. Dadurch wirkt der erste Teil des finalen Bandes wie ein typischer Mittelband einer Trilogie - was bei insgesamt 5 Bänden einfach zu spät kommt.

Dennoch ist und bleibt diese Reihe eine der besten High-Fantasy-Werke, die ich je gelesen habe, sodass das alles wirklich meckern auf hohem Niveau ist. Aber ich vermisse einfach den Mix aus Magie (denn das Magie-System ist in dieser Reihe einfach einzigartig und komplex), überraschenden Wendungen und intelligenten Dialogen, wie sie in den ersten vier Bänden noch so präsent waren. Nun hoffe ich auf einen grandiosen Abschluss der Reihe, der mich über die langatmigen Bände 5 und 6 hinweg trösten kann.
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über das Bloggerportal. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
Die Licht-Reihe:
    Band 1 - Schwarzes Prisma
    Band 2 - Die blendende Klinge [meine Rezension]
    Band 3.1 - Sphären der Macht [meine Rezension]
    Band 3.2 - Schattenblender [meine Rezension]
    Band 4 - Düsterer Ruhm [meine Rezension]
    Band 5.1 - Brennende Spiegel
    Band 5.2 - Lichtbringer (November 2020)

Montag, 7. September 2020

[Rez] "Solitaire" von Alice Oseman

(c) Bildrechte: dtv
"Solitaire"
von Alice Oseman
Originaltitel: Solitaire
Verlag: dtv, 2015
Einzelband | 368 Seiten
[HC] ISBN: 978-3423761192

~Klappentext~
Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.
~Meine Meinung~
Die Meinungen zu diesem Buch gehen etwas auseinander, sodass ich selbst recht offen daran gegangen bin und mich überraschen lassen wollte, zu welcher Meinung ich tendieren werde. Und am Ende war ich irgendwo dazwischen.

"Solitaire" handelt von Tori, einer Teenagerin, die relativ verloren in ihrem Alltag ist. Sie sagt von sich selbst, dass ihr alles egal ist. Dass sie keine Ahnung hat, was sie vom Leben erwarten soll. Sie passt sich ein Stück weit an, um nicht vollkommen alleine in der Schule zu sein, hat aber auch keinen richtigen Draht zu ihrem Klassenkamerad*innen. Sie fühlt sich anders und wenn man ihre Gedanken so mitverfolgt, dann ist sie auch tatsächlich ungewöhnlich. Dinge, die andere Menschen in ihrem Alter interessieren, berühren sie nicht. Sie ist zynisch und pessimistisch. Einige ihrer Gedanken haben mich total an mich selbst erinnert und an das Gefühl, dass ich damals in der Schule hatte: nicht zu verstehen, wie andere im eigenen Alter ticken und keinen Sinn in ihrem Tun zu finden. Daher konnte ich mich selbst schnell mit Tori identifizieren, auch wenn sie mir trotzdem manchmal zu anstrengend wurde, wirkt es doch, als würde sie sich manchmal krampfhaft absondern wollen, um ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten. Auch ihr Spruch "Das ist lustig, weil es wahr ist." wiederholte sich für meine Nerven etwas zu oft, sodass es mir irgendwann schwer fiel, Toris passenden Tonfall im Kopf beizubehalten.
Erst als Tori auf Michael Holden trifft, ändert sich ihr Verhalten etwas. Sie wird ihm gegenüber offener und hat Spaß in seiner Gesellschaft. Die Freundschaft zwischen den beiden fand ich nachvollziehbar dargestellt und war froh, dass es keine klassische Liebesgeschichte gab, in der der "starke Mann nur Dank seiner Liebe das graue Mäuschen retten kann". Vielmehr muss Tori selbst ihren Platz im Leben finden.
Auch sehr gelungen fand ich Toris Beziehung zu ihrem Bruder Charlie, der eine Zwangsstörung hat und dem gegenüber Tori viel Verantwortung übernimmt. Man merkt daran, dass ihr eben doch nicht alles egal ist.

Die Handlung ist in der ersten Buchhälfte leider noch kaum vorhanden. Ich wusste wirklich sehr lange nicht, worauf das Buch hinaus laufen wird und was es mir überhaupt sagen will. Es ging eigentlich nur um Toris Alltag und dass sie alles und jeden doof findet.
Erst danach bekam die merkwürdige Organisation "Solitaire" und deren verrückte "Streiche" mehr Bedeutung und die Handlung nahm Fahrt auf. Ab da wurde es deutlich fesselnder, ereignisreich und die Auflösung am Ende war auch gelungen! Leider konnte mich das über die sehr schwache erste Hälfte aber nicht ganz hinwegtrösten...
Ich hätte außerdem wirklich gerne mehr über Michael, Becky (Toris beste Freundin) und Charlie erfahren.

Insgesamt ein durchaus ungewöhnliches Buch mit einer erfrischend "anderen" Protagonistin, das mich von der Handlung her aber leider lange nicht abholen konnte. Da es sich um das Debüt von Alice Oseman handelt, werde ich ihren anderen Büchern aber definitiv eine Chance geben!