Freitag, 3. April 2020

[Neuzugänge] März 2020

Im März sind trotz Nicht-LBM so viele tolle neue Bücher erschienen, dass ich doch bei manchen schwach geworden bin und auch ein paar Rezensionsexemplare dabei waren. Ein paar davon sind aber auch bereits gelesen, sodass der Print-SuB-Zuwachs im Rahmen blieb. Besonders bei eBook-Angeboten musste ich echt willensstark bleiben, da ich dieses Jahr eigentlich nur begonnene eBook-Reihen weiterlesen, aber sonst keine neuen eBooks anfangen möchte. Dennoch wurden es ein paar mehr eBooks. :'D Print-Abbau steht ja aber auch im Vordergrund...
Habt ihr denn fleißig beim #bücherhamstern mitgemacht?

(c) Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
        

"Kryonium. Die Experimente der Erinnerung" | Matthias A. K. Zimmermann [Einzelband | RE | bereits gelesen]
"Do it yourself. #einfach plastikfrei leben. Selbstgemacht statt gekauft" | Charlotte Schüler [Sachbuch | RE | bereits gelesen]
"Die Chroniken von Alice. Finsternis im Wunderland" | Christina Henry [1. Band | bereits gelesen]
"Die Amtrak-Kriege #2. Erste Familie" | Patrick A. Tilley [2. Band | Re | currently reading]
"Unter gläsernen Fassaden" | Sabrina Schuh [Einzelband | eBook]
"Chain of Gold. The Last Hours #1" | Cassandra Clare [1. Band]
"Die Last der Krone" | Christin Thomas [Einzelband]
"Nation Alpha" | Christin Thomas [Einzelband]
"New Arc" | Nicole Obermeier [Einzelband (?) | eBook]
"Code Genesis" | Andreas Gruber [1. Band | eBook]
"Fortune Cookie Love" | A. L. Kahnau [Einzelband | eBook]

Mittwoch, 1. April 2020

[Want to Read] April 2020

Obwohl ich im März eine ziemlich volle Leseliste hatte, habe ich bis auf "Alliances" und den 3. Band der "Clans von Cavallon" alle Bücher geschafft - und diese beiden auch nur deswegen nicht, weil mir ein paar Rezensionsexemplare "dazwischen kamen". Ziemlich unerwartet, aber "Dank" Corona und Urlaub hatte ich auch einfach sonst nicht viel zu tun...
(c) Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
"Clans von Cavallon. Im Bann des Einhorns" und "Alliances" ist also wieder dabei; letzteres war aus der Auswahl der "Mein SuB kommt zu Wort"-Aufgabe vom Februar. Aus der neuen Monatsaufgabe der Aktion ist "Ein Glück für immer" dabei, womit ich meine Königskinder-Sammlung fortführen kann.
Am Ende des März noch begonnen hatte ich "Erste Familie", den zweiten Band der Amtrak-Kriege, den ich entsprechend noch beenden muss.
Außerdem möchte ich nach "Sturmherz" einen weiteren Selkie-Roman lesen, sodass "Selkie" mit dabei ist.
Und - worauf ich mich tatsächlich am meisten freue - "Queen of Air and Darkness"! Der Trilogie-Abschluss soll ziemlich genial sein und nachdem ich wieder ins Shadowhunters-Fieber verfallen bin, muss ich den Band einfach lesen!

Ob ich alle Bücher schaffe, weiß ich nicht, denn v.a. "Queen of Air and Darkness" ist ein ordentlicher Wälzer, an dem ich lange sitzen werde. :D Dafür werden im April aber auch voraussichtlich keine REs eintrudeln. Also mal sehen - hängt vllt auch davon ab, was Corona noch bringt...

Montag, 30. März 2020

[Rez] "Wicker King" von Kayla Ancrum

(c) Bildrechte: dtv
"Wicker King"
von Kayla Ancrum
Originaltitel: The Wicker King
Verlag: dtv, 2018
Einzelband | 320 Seiten
[HC] ISBN: 978-3423762335

~Klappentext~
Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der »Wicker King«, und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.
~Meine Meinung~
Zu allererst muss ich die tolle Aufmachung des Buches loben! Besonders auffällig ist der Farbverlauf von hell nach dunkel auf den Seiten, passend zu Jacks schlechter werdender Psyche. Hinzu kommen Skizzen und Fotos, die zur jeweiligen Handlung passen. Optisch also absolut genial gemacht!

Die Handlung ist in sehr kurze (oft nur 1 bis 2 Seiten lange) Kapitel unterteilt, also vermutlich nicht für jeden was. Zu Beginn fand ich es auch gewöhnungsbedürftig, aber schnell musste ich feststellen, dass trotzdem alles gesagt wird, was es zu erzählen gibt. Die einzelnen Szenen aus dem Leben von August und Jack übten sogar einen richtigen Sog auf mich auf, sodass ich das Buch quasi inhaliert habe. Man muss sich aber natürlich auf die episodenartige Erzählweise einlassen können und sich auch oft einen eigenen Anteil denken.

Inhaltlich geht es um die Freundschaft zwischen den beiden Jungen, die sich seit der Kindheit kennen. Sie sind unzertrennlich, wobei Jack den Ton angibt und August ihm folgt. Irgendwann fängt Jack an, Halluzinationen zu haben und statt zum Arzt zu gehen, bittet er August um Unterstützung bei einem verrückten Vorhaben...
Was anfangs wie eine enge Freundschaft wirkt, entwickelt sich nach und nach, wirklich schleichend, in eine toxische Richtung. Und genau dieser langsame Wandel ist perfekt gelungen, sodass man sich als Leser am Ende selbst fragt, wie genau es jemals so weit kommen konnte. 

Großer Bestandteil der Geschichte ich natürlich Jacks Erkrankung, die ihn immer heftigere, realere Halluzinationen sehen lässt, und wie sich diese auf die Realität von Jack und August auswirken. Mir war vorher tatsächlich nicht bewusst, dass eine so ausgeprägte Halluzination möglich ist - also auch noch was gelernt. Wie sich diese Erkrankung auf den Handlungsverlauf auswirkt, fand ich ziemlich cool und bezogen auf Jack und August auch nachvollziehbar. Was ich allerdings nicht ganz verstehen konnte, war, dass keiner der weiteren eingeweihten Personen zeitig auf die Idee kommt, mal Erwachsene oder gar einen Arzt zu informieren. Daher gibt es ein bisschen Punktabzug. Das Nachwort der Autorin erklärt das und ein Stück weit habe ich es beim Lesen auch nachvollziehen können - wäre aber selbst nie so verantwortungslos gewesen.

Samstag, 28. März 2020

[Geplauder] Balkon-Gärtnern #1

Hallo zusammen,

inspiriert von Soleil (Verlorene Werke) werde ich dieses Jahr dokumentieren, wie sich meine gärtnerischen Fähigkeiten auf meinem Balkon entwickeln. Seit 2017 versuche ich mich daran, einen grünen Balkon hinzubekommen, aber noch bin ich blutige Anfängerin (und habe leider keinen grünen Daumen). :'D


Hier also ein erster Blick auf meine aktuelle Balkon-Situation:

Nadelbaum - Brombeere -
Erdbeeren - Apfelbaum (von links nach rechts)
Meinen Apfelbaum habe ich jetzt schon seit 2018, damals als winzigen Baum beim Aldi erstanden. Leider hatte er sich direkt im ersten Sommer Blutläuse eingefangen, weshalb er etwas krüppelig aussieht. Zur Info: Blutläuse sind eher selten, ernähren sich vom Saft unterhalb der Baumrinde, führen daher zu krebsartigen Wucherungen und sind leider gegen alle bekannten Pflanzenschutzmittel immun. Das einzige, was etwas hilft, ist regelmäßiges Abbürsten... Oder ein sehr kalter Winter, womit allzu bald wohl nicht zu rechnen ist. Aber noch lebt mein Bäumchen und ich hoffe sehr, dass er so langsam etwas in Schwung kommt und dann vielleicht auch mal Blüten bekommt...
Letztes Jahr habe ich acht Erdbeerpflanzen gekauft, wovon sieben noch leben. Vier habe ich unterhalb des Apfelbaums gepflanzt. Sie sollen robust und mehrjährig sein, mal sehen, wie sie sich entwickeln. Letztes Jahr war die Erdbeerernte noch recht dürftig. :D
Neu dabei ist seit Kurzem eine Brombeere, die ich gekauft habe. Für einen schattigen Balkon genau das richtige. Die bekommt noch einen größeren Topf.

neue Pflanztreppe und Hocker
Dann habe ich dieses Jahr etwas mehr Geld investiert und diese Pflanztreppe und die beiden kleinen Hocker gekauft. Da mein Balkon im 1. Stock liegt, kommt nicht allzu viel Sonne am Balkonboden an. Die Pflanzen etwas höher stellen, erschien mir also sinnvoll und sieht auch netter aus. Darauf befinden sich aktuell ein junger Holunder, eine junge Johannisbeere, eine Ringelblume vom letzten Jahr (die den ganzen Winter über geblüht hat) und eine Platterbse oder so (hat den Winter überlebt und wurde daher behalten).

Außerdem habe ich zwei kleine Nadelbäume, von denen es offenbar nur einer auf die Fotos geschafft hat. :'D Die bräuchten eigentlich auch mal größere Töpfe...

Die Fahrräder einfach mal ignorieren. XD
In den vier hängenden Kästen (rechts auf dem Foto) sind Bienenblumen ausgesäht. Die Pflanzen, die da schon wachsen, haben ebenfalls den Winter überstanden. Es sind eine weitere Ringelblume, Malven und i-was anderes, das ich nicht genau zuordnen kann. :'D Die Bienenblumen-Mischungen sähe ich schon seit 2018 aus und nutze dabei immer zu 50% selbst geerntete Samen aus dem Vorjahr und zu 50% neu gekaufte, da die eigenen nicht immer keimen. Ich finde es immer total klasse, wenn dann im Sommer die Insekten meinen Balkon besuchen. :3 Und über Winter bieten sie Nahrung für Vögel.
Die beiden Kästen hinten links auf dem Foto sind neu. Im rechten davon habe ich Radieschen gesäht. Das wird das erste Mal sein, dass ich es mit Radieschen versuche - bin schon gespannt! In den linken kommt Kohlrabi, den ich aber erstmal in kleinen Töpfen vorziehe.

Das soll Salat, Kohlrabi und Bärlauch werden.
Und genau diese kleinen Kohlrabi-Töpfe seht ihr hier (die schwarzen). In den beiden Terrakotta-Töpfen habe ich Bärlauch gesäht. In dem Kasten ist eine Salatmischung. Ich bin auch hier schon sehr gespannt, was daraus wird!
In den letzten Jahren hatte ich auch Tomaten, aber da ich gar nicht sooo gerne Tomaten esse, lasse ich das dieses Jahr mal. XD

Da ich noch einiges an Samen und Töpfen übrig habe, überlege ich, es auch nochmal mit Kräutern zu versuchen. Letztes Jahr wurde daraus leider gar nichts! Ich vermute, weil die Amseln mehrfach meine Töpfe geplündert haben... :'D


Ich möchte euch etwa einmal im Monat ein Update geben, wie es mit meinen Pflanzen so läuft!
Habt ihr selbst Erfahrungen mit dem Balkon-Gärtnern? Habt ihr Tipps, was gut wächst?

Donnerstag, 26. März 2020

[Rez] "Kryonium. Die Experimente der Erinnerung" von Matthias A. K. Zimmermann

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
(c) Bildrechte: Kadmos Verlag
"Kryonium. Die Experimente der Erinnerung"
von Matthias A. K. Zimmermann
Verlag: Kadmos, 2019
Einzelband | 324 Seiten
[HC] ISBN: 978-3865994448

~Klappentext~
Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt. Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden.
~Meine Meinung~
"Kryonium" wird als technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt, betitelt, was mich sofort neugierig gemacht hat. Ich zocke selbst seit Jahrzehnten Videospiele und war gespannt, inwiefern sich das in der besagten Virtualität widerspiegelt.

Der Einstieg in den Roman fiel mir dann allerdings gar nicht so leicht. Der*die Protagonist*in und zeitgleich Ich-Erzähler*in bleibt namens- und gesichtslos. Dadurch besteht erstmal eine Unnahbarkeit und Distanz zum Leser. Gleichzeitig fand ich das Konzept interessant, da man schnell merkt, dass das Geschlecht oder der Name absolut nebensächlich ist und die Person und ihre Geschichte nicht ausmacht. Der Schreibstil ist ungewohnt komplex und man muss sich daran erstmal gewöhnen. Ich habe jetzt in anderen Rezensionen gelesen, dass viele damit gar nicht klar kamen, aber nach einigen Kapiteln hatte ich mich an die etwas umständliche Erzählweise gewöhnt. Etwas störend waren dann nur noch häufige Wiederholungen von Erklärungen, damit man die Zusammenhänge auf jeden Fall versteht und nichts vergisst. Aber auch das konnte ich irgendwann als Eigenschaft des*r Erzähler*in akzeptieren. Er*sie steht immerhin vollkommen ohne Erinnerungen dar und muss für sich selbst vieles ordnen und Lösungen suchen. Übrigens steckt in dem Roman auch einiges an Mathematik, sodass man dagegen vielleicht keine absolute Abneigung haben sollten - ich fand allerdings alles sehr nachvollziehbar integriert.

Witzig fand ich übrigens, das ich mich schon nach wenigen Seiten an ein Computerspiel erinnert fühlte, in dem jeder noch so belanglos erscheinende Gegenstand eine Bedeutung haben kann. Vielleicht braucht man dazu wirklich die Gaming-Vorerfahrung, aber ich habe dadurch immer direkt erwähnte Gegenstände mental abgespeichert und immer wieder überlegt, wozu sie noch gut sein könnten.

Die Handlung selbst beginnt als relativ unspektakuläre Fantasy-Geschichte. Protagonist*in findet sich in einem Winterschloss wider, aus dem es kein Entkommen gibt. Dort hat er*sie sogar eine besondere Aufgabe in der Werkstatt, ist in die Welt also wie selbstverständlich integriert und nimmt das auch hin. Doch es regen sich Wünsche nach einer Flucht aus dem Schloss... Die ersten 100 Seiten behandeln dabei diese zunehmenden Fluchtversuche und das Erkunden des Schlosses und seiner nahen Umgegung. Dabei ergeben sich allerhand Rätsel und Ungereimtheiten, die den*die Erzähler*in vor immer mehr Fragen stellen. Und während auch ich mich noch gefragt habe, worauf alles hinlaufen soll, gab es einen krassen Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Und ab da geht die Handlung erst richtig los und meine sofort auftauchende Vermutung, wohin alles laufen könnte, verfestigte sich immer mehr.

Ohne zu spoilern kann ich zur Handlung nicht viel mehr sagen, aber sie verläuft definitiv voller Überraschungen und ziemlich kurios, rätselhaft und fantastisch. Die Auflösung am Ende gefiel mir richtig gut! Ihr solltet euch auf jeden Fall darauf einstellen, dass hier nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Und daher konnte mich der Roman trotz kleiner Kritikpunkte am Ende absolut begeistern!
 Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Weitere Meinungen

Dienstag, 24. März 2020

[Geplauder] Lesen auf Englisch

Mir kamen jetzt schon häufiger Blogbeiträge unter, in denen Blogger*innen  von ihren Erfahrungen mit dem Lesen auf Englisch berichten (z.B. Chrissi (Federecke)). Und heute berichte ich mal, wie ich dazu kam, Bücher auf Englisch zu lesen und wie es mir damit ergeht.

Zuerst einmal war mein Start in diese Fremdsprache recht holprig. In der 4. Klasse habe ich voller Begeisterung einen Anfängerkurs an der VHS besucht, in Vorbereitung auf die 5. Klasse, wo Englisch ein Hauptfach werden würde.

Meine anfängliche Begeisterung verpuffte aber sehr schnell, als in der 5./6. Klasse meine Schilddrüsenunterfunktion auftrat und ich bis zur Diagnose einen krassen Notenabfall in der Schule durchleben musste. Ich konnte mir damals absolut nichts richtig merken, meine Konzentration war quasi nicht vorhanden. Hinzu kam eine Englisch-Lehrerin, die mich einfach als dumm abstempelte und mich absichtlich vor der Klasse bloßstellte. Mein Englisch war damals echt grottig.

In der 7. Klasse wechselte der Lehrer, meine Schilddrüsenunterfunktion war eingestellt und ich stand "plötzlich" statt auf Note 4/5 bei einer 3. Und ab da machte Englisch auch Spaß, bis hin zum Abitur, wo ich Englisch sogar als Prüfungsfach belegt habe. Mein Englisch war nie super, aber gelegentlich mal eine Note 2 zu haben, war aufbauend genug.

Englische Bücher habe ich zu der Zeit in meiner Freizeit aber nicht gelesen, allerdings gelegentlich Videospiele auf Englisch gezockt.
Das englische Lesen kam erst während des Studiums langsam, da ich dort kaum Englisch brauchte und wenn doch, dann war es eher Fachliteratur, bei der die Fachbegriffe eh fast alle aus dem Lateinischen/Griechischen stammen und in jeder Sprache verständlich sind. Alltagsenglisch fiel mir zunehmend schwer.
Nun ergab es sich, dass ich damals riesiger Fan von Cassandra Clare und das Warten auf die deutschen Übersetzungen einfach zu nervenaufreibend war. :'D Also habe ich ab "City of Fallen Angels" alle ihre Bände auf Englisch gelesen. (Okay, bei "Clockwork Angel" habe ich es nochmal auf Deutsch versucht, fand die Übersetzung aber schrecklich.) Und es fiel mir leichter als erwartet - schließlich zeichnen sich Jugendbücher auch auf Englisch nicht gerade durch eine anspruchsvolle Sprache aus. ;)
Auch veröffentlichte ich damals meine Zeichnungen auf der englischsprachigen Plattform "deviantArt" und kommentierte entsprechend auch bei anderen auf Englisch. So rostete mein Englisch immerhin nicht komplett ein. ;)
Der Großteil meiner Cassandra Clare Bücher ist auf Englisch.
Deutlich regelmäßiger nutzte ich die Sprache aber erst im Master-Studium. Zum einen, weil wir da auch Kurse auf Englisch hatten und zusammen mit Kommilitonen, die nur wenig Deutsch sprachen, und zum anderen weil ich mit meinem Freund zusammen kam, der immerhin 5 Jahre in England gelebt hat. Er schaut Serie und Filme bevorzugt auf Englisch und so gewöhnte ich mich auch endlich daran, das gesprochene Englisch zu verstehen. Mein Freund studierte dann ebenfalls einen englischen Master in Deutschland, sodass ich auch mit seinen dortigen Kommilitonen auf Englisch kommunizieren musste.
Weitere englische Bücher in meinem Regal.
Im Laufe der Jahre wurde so jede Hemmung der englischen Sprache gegenüber abgebaut und ich sehe nicht nur regelmäßig Serien auf Englisch sondern lese auch mehrere englische Bücher im Jahr. Und auch wenn die ersten Minuten/Kapitel immer wieder ungewohnt sind, merke ich wenig später nicht mal mehr, dass ich nicht-deutsch lese/schaue. Es kam sogar schon vor, dass ich beim Nachdenken über das Gelesene im ersten Moment nicht wusste, ob ich es auf deutsch oder englisch gelesen habe.
Erst letztes Jahr gelesen: The Remnant Chronicles, um den geteilten 3. Band im Deutschen zu entgehen. :D
Inzwischen lese ich auch wieder (gelegentlich) klassische Literatur im englischen Original und entscheide bei Romanen nur noch danach, welches Cover mir besser gefällt - deutsches oder englisches. Werden Bände im Deutschen geteilt, greife ich auch lieber zum Original. Und englische Bände erhält man oftmals schon relativ früh günstig gebraucht (teilweise sind auch die Hardcover neu deutlich günstiger als im Deutschen).

Mein größter Tipp: Auf keinen Fall mit einem Wörterbuch hinsetzen und jedes unbekannte Wort nachschlagen! Das meiste ergibt sich aus dem Kontext, also einfach ignorieren und weiterlesen! Ich schlage Wörter grundsätzlich nur nach, wenn sie häufiger auftauchen, also wohl tatsächlich wichtig für die Handlung sind, oder wenn mir eine ganze Szene aufgrund eines fehlenden Wortes nicht klar verständlich ist. Und inhaltlich verpasst habe ich dadurch meines Wissens nach noch nie etwas. ;)
Englische Bücher auf meinem SuB. Natürlich auch noch Cassandra Clare dabei. Aber auch drei Klassiker (Charles Dickens 2x und Moby Dick).

Wie sieht es bei euch aus? Lest ihr auf Englisch oder ist das eher eine Hemmschwelle?

Sonntag, 22. März 2020

[Rez] "Die Amtrak-Kriege. Wolkenkrieger" von Patrick A. Tilley

(c) Bildrechte: Heyne
"Die Amtrak-Kriege. Wolkenkrieger"
von Patrick A. Tilley
Originaltitel: Cloud Warrier - The Amtrak Wars
Verlag: Heyne | Neuauflage 2019
Band 1 von 6 | 480 Seiten
[TB] ISBN: 978-3453320499

~Klappentext~
Vor Tausenden von Jahren endete das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, in einem gewaltigen Atomkrieg. Nun ist die Menschheit in zwei verfeindete Parteien geteilt: Die Amtrak-Föderation ist eine hochtechnisierte, hochzivilisierte Kultur, die in unterirdischen Metropolen lebt – geschützt vor der tödlichen Strahlung. Und dann gibt es da noch die sogenannten »Stummen« – jene, die sich an die lebensfeindlichen Umweltbedingungen an der Erdoberfläche angepasst haben und die in den Augen der Amtraks keine Menschen mehr sind. So denkt auch der junge Pilot Steve Brickman, der bei seinem ersten Einsatz an der Oberfläche von den »Stummen« entführt wird...
~Meine Meinung~
"Wolkenkriger", der erste Band der Amtrak-Kriege, erschien ursprünglich schon 1983, nun wird die Reihe von Heyne neu aufgelegt. 

Die Welt der Reihe ist unsere in einer fernen Zukunft. Nach einem Atomkrieg ist die Erdoberfläche verstrahlt und die Menschen leben in riesigen, modernen Städten unter der Oberfläche, geführt von der Ersten Familie. Einziges Ziel ist die Rückeroberung der Erde von den dort nomadisch lebenden Mutanten, die sich an die radioaktive Umgebung angepasst haben. Zu diesem Zweck werden die meisten jungen Menschen zu Soldaten ausgebildet. Einer dieser frischen Soldaten ist Steve Brickman, Jahrgangsbester. Bei seiner ersten Mission auf der Oberfläche wird seine Einheit vernichtend geschlagen und Steve von den Mutanten gefangen genommen...

Zu Beginn wird man mit technischen Details und Zahlen fast schon erschlagen, denn die unterirdischen Städte und die Wagner genannten Soldaten funktionieren durch klare Strukturen, nichts wird hinterfragt, es gibt keine eigene Meinung, keine Individualität. Doch von dem ganzen Technischen sollte man sich auf keinen Fall abschrecken lassen! Denn sobald es an die Erdoberfläche geht und Steve von den Mutanten gefangen genommen wird, geht die eigentliche Handlung erst richtig los.

Neben Steves Erzählperspektive gibt es noch die von Cadillac, einem der Mutanten. Und so erfährt man beide Sichtweisen - die der sich überlegen fühlenden Wagner und die der von ihnen erbarmungslos gejagten Mutanten. Und so wird dem Leser schnell klar, dass die Mutanten keine stumpfen, niederen Wesen sind wie es Steve stets gelehrt wurde... 
Wie Steve allmählich seine eigenen Vorurteile und sein fest verankertes Weltbild hinterfragt, ist der Hauptbestandteil des Bandes und las sich total fesselnd, spannend und gesellschaftskritisch. So empfand ich den Band als gelungenes Statement gegen Rassismus und Vorurteile.

Nebenbei werden einige Punkte bezüglich der Ersten Familie angedeutet, die darauf hindeuten, dass in den Folgebänden noch einige Geheimnisse und Intrigen, vielleicht sogar eine große Verschwörung hinter allem, aufgedeckt werden wird.
Ansonsten sei noch erwähnt, dass es recht blutig und gewalttätig zugeht und sich neben dem Sci-Fi-/Dystopie-Anteil auch ein wenig Fantasy einmischt. Also durchaus eine interessante Genrekombination, die sich in die Welt aber nahtlos einfügt.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und stets mit einer gewissen Ironie, besonders wenn der stumpfsinnige Gehorsam der Soldaten beschrieben wird. Allerdings bleibt durch die Erzählperspektive aus der 3. Person auch stets eine gewisse Distanz zu den Charakteren bestehen, was ich allerdings auch weitgehend passend fand.

Insgesamt war ich von dem Auftaktband sehr positiv überrascht und kann die Fortsetzung kaum erwarten!
Die Amtrak-Kriege:
    Band 1 - Wolkenkrieger
    Band 2 - Erste Familie
    Band 3 - Eisenmeister
    Band 4 - Blutiger Fluss
    Band 5 - Todbringer
    Band 6 - Erdendonner