Samstag, 16. Mai 2020

[Rez] "Queen of Air and Darkness" von Cassandra Clare

(c) Bildrechte: Margaret K. McElderry Books
"Queen of Air and Darkness"
von Cassandra Clare
Verlag: Margaret K. McElderry Books, 2018
Band 3 von 3 | 912 Seiten
[HC] ISBN: 978-1442468436 | [TB] ISBN: 978-1471116711
Im Deutschen im Goldmann Verlag erschienen.

~Klappentext~
What if damnation is the price of true love? Innocent blood has been spilled on the steps of the Council Hall, the sacred stronghold of the Shadowhunters. In the wake of the tragic death of Livia Blackthorn, the Clave teeters on the brink of civil war. One fragment of the Blackthorn family flees to Los Angeles, seeking to discover the source of the disease that is destroying the race of warlocks. Meanwhile, Julian and Emma take desperate measures to put their forbidden love aside and undertake a perilous mission to Faerie to retrieve the Black Volume of the Dead. What they find in the Courts is a secret that may tear the Shadow World asunder and open a dark path into a future they could never have imagined. Caught in a race against time, Emma and Julian must save the world of Shadowhunters before the deadly power of the parabatai curse destroys them and everyone they love.
~Meine Meinung~
Der Abschlussband der Trilogie war nicht nur sehr umfang-, sondern auch ereignisreich. Und dadurch trotz der knapp 900 Seiten niemals langatmig - und das muss man echt erstmal schaffen! Ein definitiv gelungener Abschluss und für mich sogar der beste Band der Trilogie.

Die Handlung setzt am Ende von Band 2 an und dreht sich in der ersten Hälfte v.a. um den Konflikt mit dem König des Unseelie Court und in der zweiten Hälfte um den Konflikt mit der Cohort-Gruppierung, die versucht, die Macht in der Welt der Schattenjäger an sich zu reißen. Durch die zwei Schwerpunkte gab es genug Haupthandlung, die sich ohnehin aus den ersten beiden Bänden ergeben hat, um für viel Abwechslung zu sorgen.
Nebenbei werden die einzelnen Handlungsstränge der Vielzahl an Charakteren weitergewoben und passen sich nahtlos in die eigentliche Handlung ein.

Beim Handlungsstrang rund um die Cohort-Gruppierung fand ich es richtig gelungen, wie sich dieser Konflikt über die Reihe hinweg aufgebaut hat und anfangs noch belächelt wurde. Ihr populistischer und rassistischer Anführer erinnert dabei vermutlich nicht zufällig an Trump, wenn man sich das Erscheinungsjahr ansieht. ;-) Zeigte wieder einmal, wie Minderheiten an die Macht gelangen können, indem sie Ängste schüren.

Obwohl titelgebend fand ich den Part von Annabell hier sehr mau. Sie sorgt zwar dafür, dass Emma und Julian einen Ausflug in eine unfassbar interessante Parallelwert antreten, über den ich nichts verraten kann, aber ansonsten hat Annabell kaum Auftritte. Da hatte ich mir etwas mehr erhofft, da ich sie als Charakter ziemlich interessant fand.

Der Konflikt der Feen-Höfe ist - nach den Entwicklungen innerhalb des Bandes zu schließen - auch v.a. eine Vorbereitung auf die Trilogie, die zeitlich noch an- und damit die Schattenjäger-Romane abschließen soll. Darauf bin ich schon richtig gespannt, da sich ein paar Entwicklungen ergeben, die massenhaft Potenzial für einen epischen Abschluss bieten.

Nach wie vor missfiel mir allerdings die Beziehung zwischen Emma und Julian, da Julian weiterhin einfach nur krankhaft verliebt ist und ich ehrlich gesagt an Emmas Stelle Angst vor ihm hätte. Doch Emma, wenn auch weniger gestört, liebt Julian ebenso bedingungslos... Ihre Beziehung ist natürlich auch großes Thema im Abschlussband, ebenso wie die Parabatai-Verbindung. Eben diese führt dann auch zum großen Showdown der Trilogie und ohne zu viel verraten zu wollen: Leider war der Ausgang der Parabatai-Thematik zwar unglaublich interessant, aber zeitgleich zu einfach gelöst. Daher empfand ich das Ende weniger episch als in anderen Bänden der Schattenjäger-Welt.

Sehr gut gefallen hat mir hingegen, dass Cassandra Clare es sich getraut hat, bei drei Charakteren Polyamorie einzubauen. Es hat sich seit Band 1 abgezeichnet, aber ich dachte bis zum Schluss, dass Clare den letzten Schritt nicht wagen wird. Sie baut zwar schon seit ihrem Debüt "City of Bones" zunehmend Diversität in ihre Romane ein (immerhin gibt es in dieser Trilogie sogar eine Tansgender-Person und einen Autisten), aber ja, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Wie sich die Dreierbeziehung entwickelt fand ich auch angenehm unaufgeregt, ohne zu viel künstliches Drama, auch wenn es gefühlstechnisch natürlich ein bisschen Hin und Her gab. Aber ich glaube, das ist in einer Welt, in der Monogamie als Standard gilt, auch einfach eine natürliche Reaktion. Auch im Hinblick darauf, wie krass konservativ die Schattenjäger-Welt ist, was Clare in dieser Trilogie immer wieder zum Thema von Kritik gemacht hat. Auch etwas, das mich absolut positiv überrascht hat!

Auch die Geschwister von Julian bekommen im Abschlussband mehr Raum, v.a. Ty und Kit, aber auch Dru lernt man endlich besser kennen. Mir haben auch ihre Handlungsstränge gut gefallen. Besonders die Trauerbewältigung und wie unterschiedlich Personen damit umgehen, war nachvollziehbar beschrieben. Besonders eine Szene war sehr berührend - sowas kann Clare einfach mit der passenden Dosierung "Drama" schreiben. ;-)

Ich könnte jetzt noch seitenweise weiter erläutern, was mir alles richtig gut gefallen hat, aber das ändert nichts. Ich weiß Dank "Queen of Air and Darkness" wieder, warum Cassandra Clare zu meinen absoluten Lieblingsautor*innen gehört. Sie kann einfach erzählen und lebendige Charaktere erschaffen. In ihre Bücher kann ich richtig eintauchen und die Welt um mich herum vergessen. Das gelingt bei meiner schlechten Konzentrationsfähigkeit nur wenigen.
Und da ich mich an Emma und Jules mittlerweile auch irgendwie gewöhnt hatte, störte mich tatsächlich nur das zu einfache und zu un-epische Ende sowie Annabells geringe Bedeutung.
"The Dark Artifices"-Trilogie
    Band 1 - Lady Midnight [meine Rezension]
    Band 2 - Lord of Shadows [meine Rezension]
    Band 3 - Queen of Air and Darkness

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