Mittwoch, 27. Juni 2018

[Rezi] "Sternschnuppenstunden" von Rachel McIntyre

(c) Bildrechte: Magellan Verlag
"Sternschnuppenstunden"
von Rachel McIntyre
Originaltitel: Me and Mr J
Verlag: Magellan, 2015
[HC] ISBN 978-3-7348-5007-3
Einzelband
301 Seiten

~Klappentext~
"Ganz ehrlich: Manchmal wäre er doch ganz praktisch, dieser Ritter in strahlender Rüstung, der mit seinem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal wieder brenzlig wird. Bei mir hätte der Kerl jedenfalls täglich Gelegenheit, sich nützlich zu machen, so oft, wie Molly mir mit ihren Lästerschwestern auflauert. Aber wer hätte gedacht, dass der Ritter in Gestalt meines Englischlehrers bei mir auftaucht? Gut, das Pferd hatte er nicht dabei, aber Mollys dämliches Gesicht werde ich nie vergessen, als er mir zugelächelt hat. Mir, Lara, Königin der Unberührbaren! Danke, Mr Jagger! Hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage: Ich freue mich richtig auf die Schule morgen..."

~Meine Meinung~
"Sternschnuppenstunden" ist ein Buch über Mobbing, welches als Tagebucheinträge von Lara erzählt wird. Lara versucht eigentlich nur, nicht aufzufallen, hält sich im Hintergrund. Doch ihre Mitschüler/innen haken trotzdem ständig auf ihr herum - und sobald Lara sich zu wehren versucht, wird alles noch schlimmer.
Einige dieser Mobbing-Szenen waren wirklich unschön und werden im Laufe des Buches immer schlimmer - und man fragt sich wirklich, warum - z.B. im Schulbus - keiner eingreift. Nicht einmal der Busfahrer scheint jemals etwas zu bemerken. Dabei wird aber gut dargestellt, warum Lara sich zum Beispiel nicht traut, mit ihren Eltern über die Probleme zu sprechen. Überhaupt fand ich das von Lara beschriebene Mobbing sehr authentisch erzählt, wodurch es wirklich nahe geht. 

Auch Lara als Protagonistin fand ich gelungen. Sie kann schlagfertig und witzig sein, hält sich aber aus Angst sehr zurück. Die Mobbingattacken versucht sie in ihren Tagebucheinträgen oft herunterzuspielen, wodurch sie es nicht so stark an sich heranlassen möchte. Man merkt aber trotzdem, wie sehr sie darunter leidet.

Wäre das die einzige Handlung gewesen, wäre das Buch wirklich perfekt geworden. Aber hinzu kamen die verarmte Familie von Lara mit dem ständig betrunkenen Vater und der hart arbeitenden Mutter sowie eine recht senile, ebenfalls gerne zu Alkohol greifende Oma. Ach ja, und natürlich ein kleiner Bruder, den alle vernachlässigen, der deswegen ständig Quatsch anstellt, für den Lara dann grundsätzlich die Schuld bekommt.

Und dann taucht Laras neuer Lehrer - Ben oder auch Mr. J - auf, der als einziger Interesse an Lara zeigt und nach und nach hinter ihre Probleme kommt... Hätte er ihr nur so gut es geht geholfen, wäre das in Ordnung gewesen, aber es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, im Laufe derer vor allem Mr J immer weniger nachvollziehbar handelt. Auf den nur 300 Seiten Mobbing, familiäre Probleme UND eine Lehrer-Schüler-Liebesgeschichte unterzubringen, war einfach ein Ticken zu viel des Guten. Das Ende kommt dadurch zwar nicht unerwartet, aber plötzlich und lässt den Eindruck zurück, dass vieles unzureichend zuende geführt wurde. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Dennoch aufgrund des wichtigen und ernsten Themas Mobbing, das wirklich authentisch beschrieben wurde, ein empfehlenswertes Jugendbuch!


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