Donnerstag, 25. Januar 2018

[Rezi] "Im Schatten deines Herzens" von Kerstin Arbogast

~Inhalt~
„Meine Flucht war sinnlos. Bereits jetzt in diesem Moment gehörte ich dir.“
Wenn aus Träumen Albträume emporwachsen, ein Jäger zum Gejagten und eine Gejagte selbst zur Jägerin wird,
dann finden Märchen und Fabeln ihren Weg in die Wirklichkeit.
Um zum Star der elterlichen Pferdeshow zu werden, ist dem Stuntreiter Jarosch kein Preis zu hoch. Eine geheimnisvolle wie gefährliche Stute soll ihm zum erhofften Erfolg verhelfen – selbst wenn sie ihn seine Seele kostet.
Als Johanna Jarosch und seinem wilden Pferd begegnet, kann sie sich deren Faszination nicht lange verschließen. Doch kann sie die dunklen Schatten der beiden verscheuchen, ohne selbst davon verschlungen zu werden? (Quelle: Verlagsseite, s. unten)

~Meine Meinung~
"Im Schatten deines Herzen" ist der Debütroman von Kerstin Arbogast und eine nicht ganz so typische Pferdegeschichte. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, allerdings konnte es mich letztlich nicht vollständig überzeugen.

Die Handlung rund um Jarosch, Johanna und die Stute verläuft überwiegend ruhig, fast schon gemächlich und es wird viel Wert auf die Charaktere und ihre Entwicklung gelegt. Letzteres gefiel mir gut, die Charaktere wirken sehr lebendig und auch die Nebenfiguren erwecken schnell Sympathien, vor allem Gregor mochte ich gerne und fand es schade, dass es später im Buch immer mehr in den Hintergrund rückte.

Johanna ist eine tolle Protagonistin, die im Laufe des Buches mutiger und selbstbewusster wird. Ihr Umgang mit Tieren hat mir auf Anhieb gefallen - sie ist eine sehr liebenswürdige Person, kann aber auch mal gut Kontern. Auch ihre manchmal eingestreuten Anspielungen auf verschiede Bücher oder Filme fand ich unterhaltsam.

Jarosch hingegen stehe ich zwiegespalten gegenüber. Er verhält sich die meiste Zeit komplett daneben, quält die Stute zu Gunsten seines eigenen Ergeizes, seiner Karriere. Er will allen beweisen, wie toll er ist, versucht dies aber zu Lasten anderer. Wie er mit der Stute anfangs umgeht, war echt unmöglich und ich konnte ihn nicht ausstehen. Er selbst begründet sein Verhalten mit seiner schweren Kindheit, seinem strengen, gewaltbereiten Vater und suhlt dabei gehörig in Selbstmitleid. Für mich waren das fadenscheinige Gründe, die keineswegs den Umgang mit der Stute und anderen Menschen rechtfertigen. Umso schwerer fiel es mir, Jaroschs Entwicklung nachvollziehbar zu finden. Denn ab einem bestimmten Punkt der Handlung ändert er sein Verhalten fast um 180° - nur wegen Johanna. Diese sieht das Gute in Jarosch, obwohl sie weiß, wie er mit der Stute umgegangen ist. Für mich unverständlich - aber vielleicht stehe ich da Tierquälern auch radikaler gegenüber als Johanna. Immerhin trifft Jarosch am Ende die richtige Entscheidung.

Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Johanna und Jarosch fand ich hingegen ganz gut gelungen (wenn man von Jaroschs zu plötzlicher Wesensänderung absieht). Sie nähern sich langsam an, es ist keine "Liebe auf den ersten Blick" und Zweifel an Jaroschs Charakter bleiben lange Zeit auch bei Johanna bestehen - auch wenn sie erstaunlich schnell verdrängt, was er mit der Stute getan hat und sich eher über andere Probleme den Kopf zerbricht.

Von den Kritikpunkten abgesehen war die Geschichte rund um die Stute und ihr Geheimnis aber sehr schön und führt vor Augen, dass man Wildtiere in Gefangenschaft nicht zufrieden stellen kann. Eine wichtige Botschaft wie ich finde. Zum Ende hin wird die Handlung auch nochmal spannender und etwas actionreicher - auch wenn mir diese Phase etwas schnell vorbei war im Vergleich zur Länge des restlichen Buches.

Auch den Schreibstil finde ich toll, poetisch und sehr schön und flüssig zu lesen - auch wenn mir das in Jaroschs Erzählperspektive manches Mal zu überdramatisch wurde.

Fazit: Ich hatte ein bisschen etwas anderes erwartet, auch wenn mir die Geschichte grundsätzlich sehr gut gefiel. Sie war nur etwas zu langgezogen und Jaroschs Verhalten zu mies bzw. seine Entwicklung für mich nicht vollends nachvollziehbar. Insgesamt bin ich etwas hin- und hergerissen, was die Bewertung angeht, da ich das Buch wirklich gerne gelesen habe, es aber nun mal seine Mängel hat.



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