Mittwoch, 4. Dezember 2019

[Rez] "Vom Axolotl bis zum Zwergfaultier. Unsere gefährdete Tierwelt" von Millie Marotta

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
(c) Bildrechte: Prestel
"Von Axolotl zum Zwergfaultier. Unsere gefährdete Tierwelt"
von Millie Marotta
Originaltitel: A Wild Child's Guide to Endangered Animals
Verlag: Prestel Junior, 2019
Sachbuch | 112 Seiten
[HC] ISBN: 978-3-7913-7410-9

~Klappentext~
Was wäre die Welt ohne den Bogenstirn-Hammerhai? Ohne gigantische Hummer und gestreifte Okapi, und ohne lebende Tannenzapfen, die Schuppentiere? Hoffentlich werden wir das nicht erleben müssen! Unsere Welt ist voller einzigartiger Geschöpfe, die gefährdet sind und die es zu schützen gilt. Die walisische Illustratorin Millie Marotta ist durch ihre beliebten Ausmalbücher bekannt geworden. Nun stellt sie 43 wundersame Tiere in einfühlsamen Texten und kunstvollen Illustrationen vor. Die Tiere sind mal groß, mal klein, farbenfroh, laut, wunderlich, ängstlich, zart, schelmisch oder faszinierend - jedoch sind sie alle vom Aussterben bedroht. Damit wir diese Lebewesen schützen können, ist es so wichtig, dass wir von ihnen erfahren, wissen, wo und wie sie leben und warum sie vom Aussterben bedroht sind. Dieses Buch ist eine Hommage an die weniger bekannten bedrohten Geschöpfe unseres Planeten, die es genauso wie die Bienen, den Elefanten, die Eisbären und den Großen Panda zu schützen gilt. Ein engagiertes Plädoyer für einen achtsamen Umgang mit dem Leben auf unserer Erde.
~Meine Meinung~
Sachbücher über seltenere bedrohte Tiere kamen mir noch nicht oft unter, weshalb ich auf dieses Werk sehr gespannt war. Empfohlen wird es für Kinder ab 8 Jahren, was ich so bestätigen kann.
In einem kurzen Vorwort beschreibt Millie Marotta das Problem, dass immer mehr Tiere aus verschiedenen Gründen auf der ganzen Welt aussterben.
Danach folgen in verschiedenen, dem Lebensraum zugeordneten Kapiteln (z.B. Wald, Ozean, ...), die gefährdeten Arten, die allesamt eher unbekannt sind. So konnte auch ich noch mir bisher unbekannte Tiere kennenlernen. Für Kinder gibt es da also viel zu entdecken. Illustriert werden die Tiere auf der linken Doppelseite in einem mosaikartigen Stil, den ich richtig hübsch anzuschauen finde und der die Arten mit ihren wichtigen Merkmalen darstellt, ohne sie zu realistisch aussehen zu lassen. Das macht das Sachbuch zu einem kleinen Kunstwerk, in das ich bestimmt noch häufiger reinblättern werde. Auf der rechten Doppelseite ist in einfachen Worten ein kurzer Text zu den Tieren verfasst, der auf ein paar Aspekte ihres Lebensraums oder ihrer Lebensweise eingeht. Natürlich wird nicht alles angesprochen, was die Arten ausmacht, sondern sich auf diese wenigen Aspekte fokussiert. Schön hätte ich es tatsächlich gefunden, wenn tabellarisch noch ein paar allgemeine Punkte wie Herkunft, Nahrung oder Feinde enthalten gewesen wären - das ist teilweise erst am Buchende enthalten. Aber auch so ist es ein tolles, für Kinder informatives Buch. Und der erwachsene, interessierte Leser weiß ja, wo er noch ausführlichere Infos herbekommen kann. ;-)
Abgerundet wird das Sachbuch mit einer doppelseitigen Weltkarte, auf der die einzelnen Tiere räumlich zugeordnet werden, einer Doppelseite zu (menschengemachten) Gefährdungen der Arten und einer Seite dazu, was jeder einzelne tun kann, um das Artensterben zu reduzieren. Beim letzten Punkt wird sehr stark auf Mitarbeit beim NABU usw. abgestellt, da wären noch ein paar konkretere Tipps, was man auch ohne ehrenamtliche Arbeit erreichen kann, schön gewesen (z.B. im eigenen Garten).

Insgesamt ein wunderschönes Sachbuch für Kinder, die gerne mehr über die Artenvielfalt und wie man sie bewahren kann, lernen möchten. Trotz kleiner Schwächen sehr zu empfehlen!
Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionexemplars über das Bloggerportal! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Montag, 2. Dezember 2019

[Want to Read] Dezember 2019

Da ich keine neuen Rezensionsexemplare angefordert hatte, konnte ich mich im November endlich mal ganz ordentlich an meine Leseplanung halten. Daher übernehme ich nur zwei begonnene Bücher aus dem November mit in den Dezember.

(c) Bildrechte: cbj | Simon&Shuster

"Laqua" stand schon seit Monaten auf meiner Leseplanung und jetzt habe ich es endlich angefangen. Da ich für Dezember aber auch noch ein RezEx von Nina Blazon auf der Liste habe, wird "Laqua" wohl erstmal bis zum Monatsende pausieren. Mit "Lady Midnight" bin ich auch noch nicht allzu weit vorangekommen, da ich zum Ende des Novembers etwas zu sehr mit Zocken beschäftigt war... :P

Vorgenommen habe ich mir darüber hinaus die folgenden Bücher:
(c) Bildrechte: cbj | Orion Children's Books | LYX

"Rabenherz und Eismund" ist ein Rezensionsexemplar und wird daher auf jeden Fall zeitnah gelesen. Ebenfalls ganz neu ist "Crooked Kingdom" (dt. "Das Gold der Krähen"), welches ich zusammen mit einer guten Freundin (Anna Lena Diel) lesen werde!
Und die "Vampire Academy"-Reihe möchte ich noch vor dem neuen Jahr beenden.

Insgesamt habe ich also 5 Bücher auf der Leseliste, wovon 2 Bücher allerdings schon begonnen wurden. Die Chancen stehen also gut, dass ich die Liste schaffe - schließlich habe ich ab dem 21.12. Urlaub. Und damit würde ich zum Jahresende auch noch zwei Reihen beenden. So kann man doch gut ins neue Jahr starten. :D

Samstag, 30. November 2019

[Neuzugänge] November 2019

Anfang November hatte ich Geburtstag und natürlich sind deswegen sowieso besonders viele Bücher eingezogen. Allerdings endete es nicht mit dem Gebrutstag an sich, denn Rabattgutscheine und Co. wollten auch noch eingelöst werden. Ich bin ehrlich: Ganze 24 Neuzugänge waren sowas von ungeplant und sind ein neues Highlight seit... ever! Aber irgendwie war der Monat auch so düster und trüb, dass ich kleine Lichtblicke brauchte - und so hat sich das etwas summiert, obwohl ich bei jeder einzelnen Bestellung an sich sehr zurückhaltend war. :'D (Z.B. ist nur ein einziges Rezensionsexemplar eingezogen, womit mein Plan, ab sofort nur noch eines zur Zeit und nur eines pro Monat anzufordern, einen ersten Schritt getan hat.) Und 2020 werde ich so konsequent wie möglich für den SuB-Abbau nutzen. Ende 2020 will ich wieder bei 20 Prints angekommen sein... Mal sehen, wie gut das klappen wird, aber angesichts des Platzmangels ist es eine unumgängliche Notwendigkeit... da heißt es, willensstark bleiben. :O

(c) Bildrechte liegen beim jeweiligen Verlag!
               
Geburtstagsgeschenke
"Das Institut der letzten Wünsche" | Antonia Michaelis [Einzelband]
"Asche und Phönix" | Kai Meyer [Einzelband]
"Smoke" | Dan Vyleta [Einzelband]
"The Crooked Kingdom" | Leigh Bardugo [2. Band]
"Goldene Flammen" | Leigh Bardugo [1. Band]
"Eisige Wellen" | Leigh Bardugo [2. Band]
"Lodernde Schwingen" | Leigh Bardugo [3. Band]
"One True Queen" | Jennifer Benkau [1. Band]
"Wovon du träumst" | Kira Gembri [Einzelband]

Medimops
"Dance of Thieves" | Mary E. Pearson [1. Band]
"Vow of Thieves" | Mary E. Pearson [2. Band]

Rebuy
"Der Brief für den König" | Tonke Dragt [1. Band]
"Der Wilde Wald" | Tonke Dragt [2. Band]
"Eine Woche voller Montage" |  Jessica Brody [Einzelband]
"Echt" | Christoph Scheuring [Einzelband]
"Die außergewöhnlichen Geheimnisse von April, May und June" | Robin Benway [Einzelband]

BuchBerlin
"Your Soul in Wonderland" | Kerstin Ullmann [1. Band]
"Großstadtgefühle" | BerlinAuthors [Anthologie | oben ohne Bild, habe keines gefunden]

Getauscht
"Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" | Jules Verne [Einzelband]
"Dry" | Jarrod und Neal Shusterman [Einzelband]
"Moxie" | Jennifer Mathieu [Einzelband]
"Wolkenkrieger" | Patrick Tilley [1. Band]

Sonstige
"Das Aquarium" | Franziska Lange [Einzelband]
"Rabenherz und Eismund" | Nina Blazon [Einzelband | RE]

Donnerstag, 28. November 2019

[Rez] "Zwei in Solo" von Elja Janus

(c) FeuerWerke Verlag
"Zwei in Solo"
von Elja Janus
Verlag: FeuerWerke Verlag, 2019
Einzelband | 336 Seiten
[TB] ISBN: 978-3945362556

~Klappentext~
Sie stammen aus zwei Welten, und doch verbindet sie die gleiche Sehnsucht: ganz sie selbst zu sein. Als Sophie und ihr ehemaliger Schüler Milo nach Jahren wieder aufeinandertreffen, fühlen sie sich sogleich zueinander hingezogen. Dabei sind sie so verschieden – sie, die gelernt hat, jedes Gefühl zu unterdrücken, und er, der in ein Leben voller Gewalt und Machtkämpfe geboren wurde. Als sie bereit sind, sich wirklich aufeinander einzulassen, wird aus Sophie und Milo endlich Solo. Doch ihre kleine Welt ist dem Untergang geweiht, wenn die beiden ihre Vergangenheit nicht hinter sich lassen können.
~Meine Meinung~
Auf diesen Titel bin ich durch Tanja (Der Duft von Büchern und Kaffee) aufmerksam geworden und da er zu der Zeit gerade im Kindle-Angebot war, habe ich zugegriffen, obwohl Romance absolut nicht mein Genre ist. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum es mir letztlich nicht so gut gefallen hat, wie erwartet. Man sollte manchmal doch lieber im bevorzugten Genre bleiben, obwohl ich anderen Romanen immer gerne trotzdem eine Chance gebe.

Aber von vorne. Die Ausgangssituation mochte ich gerne. Milo und Sophie waren zwar mal Schüler und Lehrerin, aber als sie sich wieder treffen, sind sie es nicht mehr. Milo schwärmte allerdings schon damals für Sophie. Die beiden verbringen eine spontane Nacht zusammen, aus der sich langsam mehr entwickelt. Dabei zeigt sich schnell, dass Milo eine alles andere als schöne Kindheit hatte und die Narben aus der Zeit noch immer mit sich trägt - sichtbar und unsichtbar. Es fällt ihm daher schwer, jemandem zu vertrauen oder an sich heranzulassen. Wie Sophie diese Mauer langsam mit ihrer - in Milos Gegenwart lockeren - Art durchbricht, war nachvollziehbar dargestellt und brachte einige wirklich unterhaltsame Dialoge mit sich. Die beiden in der Kombination waren schon echt toll und ich musste mehrmals schmunzeln!

Aber je weiter die Handlung voran schritt, umso mehr Unstimmigkeiten taten sich für mich auf. Milo ist mittlweile erwachsen, warum zieht er bei seinem Vater nicht endlich aus? Er verdient selbst Geld, warum sucht er sich keine eigene Wohnung? Und wenn er denkt, eh nicht aus dem Einflussbereich von Vater und Bruder weg zu kommen, warum zieht er nicht in eine andere Stadt? Er ist alt genug, um sein Leben selbst zu regeln, warum also tut er sich die Qualen weiter an? Warum wagt er nicht den Schritt zur Polizei? Das war für mich absolut unverständlich.

Und auch Sophie gerät mehr und mehr in eine Abhängigkeit zu Milo, die ungesund ist. Sie lebte auf Druck ihrer Mutter immer sehr angepasst, stellte eigene Bedürfnisse hinten an und lernt erst durch Milo, wirklich sie selbst zu sein. Diese Entwicklung fand ich toll und nachvollziehbar. Aber es geht so weit, dass sie ohne Milo nicht mehr lebensfähig wirkt und sich in Selbstmitleid suhlt. Warum sie von einem Extrem ins nächste rutschen musste, verstehe ich nicht so ganz.

Insgesamt ein durchaus gelungener Grundplot mit einigen tollen Aspekten und Dialogen, der sich aber für mich nicht nachvollziehbar weiterentwickelte.

Dienstag, 26. November 2019

[Rez] "Wie ein Himmel voller Seehund" von Sara Lövestam

(c) Bildrechte: Rohwolt
"Wie ein Himmel voller Seehunde"
von Sara Lövestam
Originaltitel: Som eld
Verlag: Rohwolt, 2017
Einzelband | 256 Seiten
[TB] ISBN: 978-3499217685

~Klappentext~
Annas Hand ist so eine, die Netze auslegen und Knoten knüpfen kann. Die von Lollo kann vor allem Candy Crush spielen und Selfies machen. Unter ihren beiden Händen befindet sich der warme, raue Stein. Und jetzt berühren sie einander, Außenkante an Außenkante. Anna sitzt vollkommen regungslos da, nur ihre Atmung ist als winzig kleine Bewegung wahrzunehmen. Lollo atmet ebenfalls, jedoch schneller und heftiger, angesichts ihrer eigenen Courage. Sie lässt ihren kleinen Finger über den von Anna gleiten.
~Meine Meinung~
Das Buch war tatsächlich ein reiner Titel-Kauf, da ich Seehunde so liebe. XD Aber auch der Klappentext klang interessant. Und tatsächlich ist "Wie ein Himmel voller Seehunde" ein schönes Buch über die erste Liebe zwischen zwei jungen Mädchen.

Das Setting gefiel mir dabei auf Anhieb total gut, denn Anna und Lollo lernen sich auf einer kleinen schwedischen (oder norwegischen?) Insel kennen. Annas Vater besitzt dort seit Jahren ein Ferienhaus und so verbringen Anna und er jeden Sommer dort. Lollos Familie hingegen ist den ersten Sommer auf der Insel und hat dort ebenfalls ein Ferienhaus gekauft. Die sommerliche Atmosphäre zwischen Meer, Nadelbäumen und kleinen Ferienhäusern versetzte mich direkt selbst in Urlaubsstimmung.

Doch beide Familien sind grundverschieden. Während Annas Haus ein kreativer Eigenbau ihres Vater ist, mit Leck im Dach und Löchern in der Hauswand, ist Lollos Haus riesig, gepflegt, mit Pool und allem drum und dran. Entsprechend ätzend findet Lollo den Urlaub auf der langweiligen Insel, weitab ihrer Freunde und mit eher mäßigem Internetempfang. Für Anna hingegen bedeutet die Insel Freiheit. Sie kann Fische angeln, an Haus und Garten basteln, in den Tag hineinleben.
Und trotz der Unterschiede und der abwertenden Haltung von Lollos reicher Familie gegenüber Anna und ihrem alkoholabhängigen Vater, fühlt Anna sich sofort zu Lollo hingezogen. Das fremde Mädchen fasziniert sie und so lässt Anna sie kaum aus den Augen, bis sich eine zarte Freundschaft und schließlich etwas mehr entwickelt...

Etwas seltsam empfand ich Annas fast schon Stalker-ähnliche Handlungen, mit denen sie Lollo verfolgt und heimlich beobachtet. Aber davon abgesehen ist die Entwicklung zwischen den beiden wirklich süß zu lesen und die entstehenden Unsicherheiten und Missverständnisse nachvollziehbar. Gerade in dem jungen Alter, wenn man ohnehin von den eigenen Gefühlen und den körperlichen Entwicklungen verwirrt ist, muss es schwer sein, sich auch noch zu outen. Dass Ende ist in der Hinsicht ein klein wenig offen, aber mit Andeutungen, dass alles gut werden wird. Was ich auch als wichtige Botschaft empfand.

Insgesamt ein schönes, ruhiges Buch über die erste Liebe mit einem sommerlich-frischen Setting.

Sonntag, 24. November 2019

[Rez] "Der Ozean am Ende der Straße" von Neil Gaiman

(c) Bildrechte: Bastei Lübbe
"Der Ozean am Ende der Straße"
von Neil Gaiman
Originaltitel: The Ocean at the End of the Lane
Verlag: Eichborn, 2014 | Bastei Lübbe, 2016
Einzelband | 240 Seiten
[HC, Eichborn] ISBN: 978-3847905790 | [TB, Bastei Lübbe] ISBN: 978-3404173853

~Klappentext~
Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen...
~Meine Meinung~
"Der Ozean am Ende der Straße" war mein erstes Buch von Neil Gaiman, sodass ich ganz unvoreingenommen an die Geschichte herangehen konnte. Und ich glaube, das muss man auch, um sie richtig wirken zu lassen. 

Die Rahmenhandlung, die im Prolog und Epilog aufgegriffen wird, beschreibt den Besuch eines Mannes am Ort seiner Kindheit, an die er mittlerweile kaum noch Erinnerungen hat. Doch als er dann den alten Bauernhof besucht, an dem er als 7-Jähriger ein ungewöhnliches Abenteuer erlebt hat, kommen die Erinnerungen zurück...
In der Haupthandlung begleitet man den 7-Jährigen Protagonisten durch eben dieses Abenteuer, das zunehmend fantastischer Natur wird.

Der Junge (dessen Name tatsächlich nie genannt wird) erzählt aus der Ich-Perspektive, sodass man alles aus den Augen eines Kindes beschrieben bekommt, nur gelegentlich unterbrochen durch die eingestreuten Gedanken des Erwachsenen-Ichs. Die Sicht auf die Welt ist dadurch eine recht naive, was mir in manchen Situationen auf den ersten Blick merkwürdig erschien. So nimmt er für mich bedrohliche oder unnormale Ereignisse quasi einfach hin, während anderes ihm Angst einjagt. Doch dies unterstreicht nur die verschiedenen Sichtweisen zwischen Kindern und Erwachsenen, die auch immer wieder im Buch thematisiert werden. Mir führte das tatsächlich vor Augen, wie anders man als Erwachsener denkt, wie schnell man Neues mit Unwohlsein aufnimmt, was man als Kind vielleicht einfach nur interessant gefunden hätte. Und wie rätselhaft, autoritär und bedrohlich Erwachsene auf Kinder wirken können. Die Fantasie, die man als Kind noch hat, spielt dabei sicherlich eine große Rolle, und mit der man fantastische Ereignisse als Möglichkeit annimmt.
Aus dieser Grundstimmung heraus werden die Ereignisse, die dem Jungen passieren, nicht wirklich erklärt, sondern als Tatsache dargestellt, die er nur am Rande hinterfragt. So leben auf dem Bauernhof drei Frauen - die Hampstocks: Großmutter, Mutter und Tochter - die sich mit der fantastischen Welt, die der Junge versehentlich entdeckt, bestens auszukennen scheinen und die Magie wirken können. Durch ihr Wissen und ihr Auftreten wirken sie wie eine Einheit, wie eine Göttin, die zeitgleich in verschiedenen Altersstufen auftritt. Bei ihnen fühlt der Junge sich sicher und geborgen, während die Geschehnisse bei ihm zuhause nichts für schwache Gemüter (Stichwort: Kindesmisshandlung) sind. Die neue Haushälterin, die anstelle der hart arbeitenden Eltern auf den Jungen und seine kleine Schwester aufpassen soll, wird von ihm als Bedrohung wahrgenommen, die seine Freiheiten einschränken will und ihn für Regelverstöße bestraft. Aus dieser schwierigen Situation daheim heraus, entstehen die magischen Ereignisse, bei denen sich Realität und Fantasie vermischen.
Etwas irritiert hat mich nur, dass die Mutter des Jungen kaum eine Rolle spielt, obwohl sie - wäre sie nur einmal für ihren Sohn wirklich da gewesen - die Probleme hätte aufklären können.

Mir hat der Roman insgesamt unglaublich gut gefallen. Er übt einen ganz besonderen Sog aus, der aus dem Mix des schönen, leicht poetischen Schreibstils mit der düsteren, wehmütigen Atmosphäre, den teils schwer zu verdauenden Szenen und der Magie in dem Ganzen entsteht. Definitiv eine Empfehlung an jeden, der eine besondere Geschichte sucht und sich auch darauf einlassen kann.

Weitere Meinungen
Gemeinsam gelesen mit: Dana von Buchtraumwelten (5/5)

Mittwoch, 20. November 2019

Mein SuB kommt zu Wort #25

"Mein SuB kommt zu Wort" ist eine monatliche Aktion von Annas Bücherstapel, bei der jeder jederzeit mitmachen kann. :) Hier findet ihr die aktuelle Runde!

Ich hatte Anfang November Geburtstag und was das für meinen SuB bedeutet hat, erzählt euch jetzt Helmut:

Frage 1: Wie groß/dick bist du aktuell?
Ich hatte ja schon Angst hier viel zu schnell zusammenzuschrumpfen. Aber Alicas Familie hat mich quasi gerettet, indem sie mich mit Nachschub versorgt hat. ;) Jetzt stehe ich bei 53 Prints und 38 eBooks, also 91 Bücher (letzten Monat waren es 86). Also ein Zuwachs von 5 Büchern! Und Samstag fährt Alica zur BuchBerlin, da kommt sie ja hoffentlich auch nicht mit leeren Händen zurück. :P

Frage 2: Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Das ist jetzt etwas schwierig, da Alica ja fast alle Bücher zeitgleich bekommen hat... Ich entscheide mich mal für sie für drei davon:
(c) Bildrechte: Ravensburger | Knaur
"One True Queen" hat Alica von einem Hugendubel-Gutschein gekauft. Von ihren Eltern und ihren Schwestern hat sie die Grisha-Trilogie und den 2. Band der Krähen ("Das Gold der Krähen") bekommen. Und von ihrem Freund u.a. "Das Institut der letzten Wünsche".

Frage 3: Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
(c) Bildrechte: heyne fliegt

Zuletzt beendet hat Alica "Sieh mich an", ein Rezensionsexemplar. Es hat ihr richtig gut gefallen und empfiehlt es jedem Jugendbuch-Fan weiter! Die Rezension findet ihr hier.

Frage 4: Lieber SuB, ja wir bleiben den Reihen treu, sodass dein Besitzer*In zum Ende des Jahres stolz verkünden kann, dass Reihen beendet wurden. Diesmal gilt es, Reihenabschlüsse zu präsentieren, die dein(e) Besitzer*In bisher aufgeschoben hat.
Da gibt es tatsächlich eigentlich gar kein Buch bei mir, denn Alica schiebt Reihenabschlüsse seit einigen Jahren nicht mehr auf. Aber für den nächsten Monat hat sie sich ohnehin diese Reihenabschlüsse vorgenommen:
(c) Bildrechte: Orion Children's Books | LYX

"The Crooked Kingdom" ist der zweite Band der Duologie (dt. "Das Gold der Krähen") und Alica hat es wie gesagt erst diesen Monat zum Geburtstag bekommen. "Schicksalsbande" ist der Abschlussband der Vampire Academy-Reihe, die Alica dieses Jahr begonnen hat und eben auch noch abschließen möchte.

Nun ein Blick auf die Aufgabe vom letzten Monat. Alica hatte sich für "Lady Midnight" entschieden, es aber noch nicht angefangen. Das hat sie aber ab morgen vor. Dafür hat sie aber endlich ernsthaft an ihrem Wälzer der letzten Mai-Aufgabe "Die Dame vom See" weitergelesen (sie war damals nur bis Seite 200 von 640 gekommen) und beendet es heute noch. So ganz untätig war sie also nicht. ;)
(c) Bildrechte: Simon&Shuster | dtv