Donnerstag, 22. August 2019

[Rez] "Hexenlied" von Antonia Michaelis

Den folgenden Beitrag kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung [da Rezensionsexemplar].
(c) Bildrechte: Oetinger
"Hexenlied"
von Antonia Michaelis
Verlag: Oetinger, 2019
Einzelband | 400 Seiten
[HC] ISBN: 978-3789110528

~Klappentext~
Tim ist scheinbar ein ganz normaler Jugendlicher. In Lilith dagegen sehen alle eine Außenseiterin. Als Lilith in der Theatergruppe die Hauptrolle der mexikanischen Hexe, „la bruja“, übernimmt, hat das seltsame Auswirkungen. Sobald „la bruja“ die Bühne betritt, wirken alle wie gebannt in ihren Rollen. Außerhalb der Proben entwickelt sich zudem ein besonderes Verhältnis zwischen Tim und „la bruja“. Doch bald gibt es erste Gerüchte, dass Lilith tatsächlich eine Art Hexe sein könnte. Denn immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Theaterstück und Realität.
~Meine Meinung~
"Hexenlied" ist das neuste Werk von Antonia Michaelis und behandelt ein Theaterstück rund um eine mexikanische Hexe - "la bruja". Die Handlung wechselt dabei zwischen der Realität und den Szenen des Theaterstücks, die durch Lilith als "la bruja" auf seltsame Art "zum Leben erweckt werden".

Wie von der Autorin gewohnt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer wieder, bis weder Leser noch Charaktere noch genau wissen, was tatsächlich passiert und was nur Einbildung ist. Und das macht auch einen der größten Reize von "Hexenlied" aus, denn man weiß beim Lesen nie, wozu Liliths ungewöhnliche Ausstrahlung die Charaktere noch treibt. Und so wurde ich einige Male davon überrascht, was Misstrauen, Neid und Eifersucht in der Kombination mit der Wirkung des Theaterstücks aus den Charakteren machten. Ein paar Szenen empfand ich dabei für die Altersfreigabe ab 14 Jahren schon kritisch.
Dass sich die Handlung in eine bedrohliche Richtung entwickeln würde, war schnell klar. Im weiteren Verlauf reist die Theatergruppe samt Lehrer in eine einsame Berghütte, um in Ruhe zu proben. Und ab da eskalieren die Ereignissen bis sie zu einem dramatischen, unerwarteten und dennoch sehr passenden Ende führen.

Die Protagonisten sind Tim und Lilith und beide weichen auf ihre Weise "von der Norm" ab. Tim hört seit einem tragischen Unfall seiner Schwester in deren Kindheit Geräusche unerträglich laut und hat deswegen immer Watte in den Ohren und einen schallisolierten Raum daheim. Er leidet sehr unter der psychischen Belastung, die der Unfall in ihm hervorgerufen hat. Doch außer mit seiner Schwester kann er mit keinem darüber reden - was die Probleme nicht reduziert.
Lilith hingegen ist eine typische Außenseiterin mit esoterischen Zügen, weshalb sie nirgends richtig dazu passt. Daher fällt es den Mitgliedern der Theatergruppe auch leicht, sie als richtige Hexe zu sehen und ihr allerhand Gerüchte anzudichten.
Im Laufe der Handlung freunden Tim und Lilith sich auf eine authentische und dem anderen helfende Art miteinander an, die mir sehr gefallen hat. Die beiden sind als Charaktere einfach wunderbar ausgearbeitet.

Die weiteren Charaktere bleiben überwiegend blass und sind durch ihr Misstrauen Lilith gegenüber eher unsympathisch. Dennoch tragen sie maßgeblich zum dramatischen Verlauf der Geschichte bei.

Grundsätzlich empfand ich "Hexenlied" als fesselnd und spannend, doch gerade die Zeit in der Berghütte wurde mir etwas zu langatmig. Die Rätsel häuften sich zusehends und die Aufklärung zog sich bis zum Ende hin. Hier wären Teil-Erklärungen schön gewesen. Zudem bleibt leider offen, wieso die Theatergruppe das Stück durch Lilith so sehr lebt, also woher dieser besondere Zauber kommt.
Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Kommentare:

  1. Das klingt echt nach einem Buch ganz nach meinem Geschmack. ich mag allgemein die Hexenthematik sehr gern!
    Liebe grüße
    Sarah

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    1. Dann kann ich mir gut vorstellen, dass dir der Roman gefallen kann! :)

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  2. Hallo liebe Alica,

    das Buch ist, wie du weißt, ein absolutes Must-Read von mir. Schade, dass dich ein paar Kleinigkeiten gestört haben, aber im Großen und Ganzen klingt es ganz nach dem, was ich von dem Buch und der Autorin erwarte. :D

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hihi, ja, dass du Fan der Autorin bist, habe ich auch schon mitbekommen. :D Ich fand definitiv, dass es eines ihrer besseren Bücher ist! Die Thematik ist auch sehr cool gewählt und umgesetzt! :)

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  3. Hallo liebe Alica,
    das, was du über das Buch erzählst, klingt sehr interessant. Ich denke, den Part, wo Realität mit Fiktion verschwimmt, muss man als Autor/in gut darstellen können. Ansonsten kann so etwas auch gut nach hinten losgehen. Scheinbar hat die Autorin hier aber ein gutes Geschick bewiesen. Ich finde das Setting mit der Berghütte auch sehr passend, da kommt gleich noch ein wenig mehr Gruselstimmung auf. Vielen Dank für diese interessante Empfehlung.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Ja, ich habe auch schon Bücher gelesen, wo Realität/Fiktion nicht so gut kombiniert wurden. Aber Antonia Michaelis macht sowas öfter in ihren Romanen, daher kann sie das inzwischen echt gut. :D

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