Mittwoch, 6. Januar 2016

[Rezi] Himmelsstürmer

~Inhalt~

Vor undenklichen Zeiten teilten mächtige Zauberer die Welt in vier Reiche auf. Dann verschwanden sie, ihr Zauber verblasste und ein Schleier des Vergessens legte sich über die Welt. Bis die geheimnisvollen Patryn, dem Labyrinth des Todes entkommen, ihren Boten Haplo in die Welt schicken, um das Rästel der vier Reiche zu lösen.
Arianus, das Reich des Himmels, ist eine Welt voller schwebender Inseln, wo Menschen, Elfen und Zwerge leben und seit Jahrhunderten um die wenigen kostbaren Quellen kämpfen. In diesen erbitterten Krieg gerät der Meuchelmörder Hugh, als er einen höchst sonderbaren Auftrag erhält. Der König befiehlt ihm, seinen eigenen Sohn zu entführen - und zu töten. Hugh macht sich auf den Weg, doch da taucht der geheimnisvolle Bote Haplo auf und will seine Pläne durchkreuzen. (Quelle: Klappentext)

~Aufmachung~

Das Buch ist schon älter und dementsprechend auch gestaltet: mit einem typischen, gezeichneten Fantasy-Motiv. Dieses passt immerhin zum Inhalt und zeigt einen Drachenreiter. Dieser Fantasy-Buchcover-Stil ist nicht ganz meins, aber man kennt es ja aus diesem Genre.
Was mir an meiner Ausgabe weniger gefällt, ist dieser große weiße Bereich, der so viel vom Bild nimmt.

~Eigene Meinung~

Der erste Band der Reihe „Die vergessenen Reiche“. Meine Mutter hat mir die komplette Reihe vor einigen Monaten gegeben, nachdem sie sie ganz gut fand. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, da ich bei High Fantasy oft skeptisch bin. Manchmal erwischt man da Werke, die sich in scheinbar endlosen Beschreibungen und langwierigem Geplänkel verlieren. Nicht jedoch hier.

Nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten, in diese Welt hineinzufinden, gefiel mir „Himmelsstürmer“ ausgesprochen gut. Leider wurde nur wenig über die Welt berichtet und nur nach und nach einzelne Fakten daraus erwähnt, z.B. in Gesprächen zwischen Charakteren. Man musste da wirklich aufpassen, um nicht auf der Strecke zu bleiben und gar nichts mehr zu verstehen. Nur einzelne Worte/Begriffe wurden anhand von Fußnoten erklärt. Dadurch dauerte es bestimmt 100 Seiten lang, bis ich verstanden hatte, dass diese Welt aus verschiedenen Reichen besteht, die übereinander schweben – wie bei einem Regal die einzelnen Bretter - und dass man nicht einfach so von einer Ebene zur nächsten kommt. Und noch länger hat es gedauert, die ganzen verschiedenen Beziehungen zwischen Menschen, Elfen, Zwergen, Sartan und Partyn ansatzweise zu verstehen. Das war schon nervig. Da wären ein paar Erklärungen mehr zu Beginn schön gewesen.

Aber davon abgesehen entwickelte sich die Handlung sehr spannend und voller Überraschungen und es war tatsächlich nur wenig vorhersehbar. Die Charaktere waren ein guter Mix aus geheimnisvoll, witzig und ernst. Und fast niemand war schnell zu durchschauen. Besonders der Prinz Gram und sein Kammerdiener Alfred waren wunderbar durchdacht und absolt nicht zu durchschauen. Immer wenn man dachte, jetzt wüsste man, was die beiden vorhaben, wurde man wieder auf andere Bahnen gelenkt. Ebenso bei Haplo, den man direkt im Prolog kurz kennenlernt und dann erst spät wieder trifft. Er gefiel mir am besten, auch wenn er wie jeder andere seine eigenen Ziele verfolgt.

Die Welt der Zwerge bzw. Gegs, wie sie dort genannt wurden, fand ich anfangs merkwürdig und albern, aber sobald klar wurde, wieso diese Gegs tun, was sie tun, wurde das Ausmaß dessen, was dahinter stand, nur umso größer und unfairer. Aber dazu will ich nicht zu viel verraten. ;)

Wie Magie in dieser Welt funktioniert, gefiel mir auch gut, wurde aber erst spät in der Handlung näher beschrieben. Im Anhang befand sich jedoch eine kleine Abhandlung dazu, die man sich zwischendrin vielleicht mal ansehen sollte.

Insgesamt wurde ich sehr positiv überrascht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Nun bin ich gespannt auf die weiteren Bände. Für Fans der High Fantasy sehr zu empfehlen!


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