Montag, 27. März 2017

[Rezi] Vita

~Inhalt~

»Mit Vita in ein besseres Morgen!«

Fortschritt ist unaufhaltsam. Und Vita ist der Katalysator des Fortschritts. Durch die mysteriöse Substanz ist es dem Stadtstaat Blackwater gelungen, seine Vormachtstellung in der Welt auszubauen und zu behaupten. Doch der Untergang der Glory, einem Frachter mit der Jahresproduktion Vita an Bord, bedroht die Zukunft der aufstrebenden Stadt. Friedenshüter Alexander McRoy wird bei seinen Ermittlungen in Ereignisse verstrickt, die erschütternder nicht sein könnten …

»Vita ist Fortschritt!« (Quelle: Papierverzierer)


~Meine Meinung~
"Vita" gehört wohl recht eindeutig ins Steampunk-Genre, was anfangs allerdings nicht unbedingt offensichtlich ist. Die Handlung beginnt etwas zäh und ich hatte auf den ersten Seiten etwas Probleme mit dem Schreibstil, der mir zu detailliert, abgehakt und emotionslos vorkam. Das gab sich mit der Zeit allerdings, vor allem die Dialoge lasen sich flüssig und wirkten gut durchdacht. Auch die Beschreibungen von Blackwater rufen schließlich ein sehr lebhaftes Bild der Stadt hervor, die durch rege Industrialisierung kennzeichnet ist.

Der Protagonist, Friedenshüter Alexander McRoy, war mir zuerst nicht allzu sympathisch. Als ehemaliger Soldat hält er sich sehr strikt an Befehle und setzt das Recht mit allen Mitteln durch. Erst im Laufe der Handlung wandelt sich seine Einstellung und er denkt und handelt auch mal selbstständig und nach moralisch vertretbaren Maßstäben.

Im ersten Drittel bleibt auch noch unklar, wohin sich die Geschichte entwickelt. Dass Vita, der neue Energielieferant, der Blackwater zu einer Industriemetropole entwickelt, eine bedeutende Rolle spielt, merkt man allerdings schnell. Doch wie eng Vita mit den Streiks, der Sabotage und den Anarchisten zusammenhängt, offenbart sich nur nach und nach. Für meinen Geschmack hat der erste Höhepunkt und damit die drastische Wendung der Handlung etwas zu lange auf sich warten lassen, war aber eine echte Überraschung. Leider ging es danach etwas vorhersehbar weiter und man wusste schnell, worin das Ende ungefähr bestehen würde. Das hat den Lesespaß allerdings nur geringfügig geschmälert, war das Vita-Geheimnis und die viele Action doch sehr überzeugend und gekonnt mit leichter Gesellschaftskritik und dem Ringen nach Macht und Reichtum gemischt.

Das Ende ist offen, endet mit einem Cliffhanger und lässt Raum für eine mögliche Fortsetzung.

Fazit: Insgesamt konnte mich "Vita" überzeugen. Spannung, Action und ein erschütterndes Geheimnis runden die Geschichte ab. Die Vorhersehbarkeit und der zähe Beginn sind da zu verzeihen.

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