Samstag, 25. März 2017

[Rezi] Reckless. Das Goldene Garn

~Inhalt~

Baba Jagas, Kosaken, Spione und ein Zar, der zu Audienzen in Begleitung eines Bären kommt. Diesmal führt die Reise hinter dem Spiegel Fuchs und Jacob weit nach Osten. Auch Will kehrt zurück in die Welt, die ihm eine Haut aus Jade gab - auf der Spur der Dunklen Fee. Aber den Zweck der Reise bestimmt ein anderer: Johann Norebo Earlking hat den Handel nicht vergessen, den Jacob im Labyrinth des Blaubarts mit ihm geschlossen hat, und er lehrt Jacob und Fuchs mehr über Erlelfen, als sie je erfahren wollten. (Quelle: Cornelia Funke)


~Meine Meinung~
Ich liebe die Welt von Reckless und dass es ein düsteres Märchen ist. Die Märchenelemente, die Cornelia Funke geschickt zu Geschichten zusammenwebt, sind einfach toll. Und auch die Charaktere, allen voran Fuchs, sind mir sehr ans Herz gewachsen. 
Auch in "Das Goldene Garn" gefielen mir diese grundlegenden Elemente sehr gut, doch inhaltlich zieht es sich zu sehr in die Länge und es werden für meinen Geschmack zu viele verschiedene Erzählperspektiven eingebracht, die sich gerade anfangs gefühlt willkürlich abwechseln und eher für Verwirrung als Spannung sorgten.

Die schwierige Beziehung zwischen Jacob und Fuchs entwickelte sich in eine vorhersehbare Richtung, aber es gefiel mir, dass es dennoch kompliziert war und besonders Fuchs gezeigt hat, dass sie auch ohne Jacob glücklicher sein könnte. "Glücklicher", denn vollends glücklich wäre sie natürlich nur mit ihm. Die Begründung dazu war ein wichtiges Grundelement der Handlung, kam meines Erachtens nach aber doch etwas kurz.
Auch dass Will und Clara wieder eine größere Rolle bekommen, fand ich gut. Es wäre merkwürdig, wenn sie nach den einschlagenden Ereignissen in Band 1 einfach ein normales Leben weiter führen könnten.
Auch die Bedrohung, die sich in der Menschenwelt zusammenbraut und auch in die Spiegelwelt gelangt, war ein neuer, passender Bestandteil der Handlung, der auf die weitere Entwicklung neugierig macht. Ich denke, ein großer Showdown bahnt sich langsam an.
Auch neue Charaktere fanden ihren Weg in die Geschichte bzw. schon bekannte bekamen größere Rollen. Es ist nach wie vor schade, dass mir die Charaktere zwar alle irgendwie sympathisch sind, sie aber dennoch eher blass bleiben. Etwas mehr Tiefe täte der Reihe weiterhin gut.

Wie eingangs erwähnt ist die Handlung recht langatmig. Es kommt einfach keine Fahrt auf, alles plätschert vor sich hin, jeder will etwas zur Handlung beitragen und der Leser fragt sich die meiste Zeit: Wo soll das alles hinführen?
Als Jacob und Fuchs endlich im Russland der Spiegelwelt ankommen, hatte ich mich auf neue Märchenelemente gefreut, die eben russisch geprägt sind. Doch das kam sehr knapp und überhaupt nicht so mitreißend wie die Märchen aus Deutschland in den anderen Teilen untergebracht wurden. Dabei bieten russische Märchen doch wirklich viele interessante Inhalte. Zwar kam die Baba Jaga vor, aber ich hatte ehrlich gesagt keine Angst vor ihr. Auch die märchenhafte Kulisse Moskaus kam bei mir einfach nicht richtig an.

Das Ende war ungewohnt offen für die Reihe. Eigentlich schon zu offen. Als wäre die Geschichte dort einfach abgebrochen worden. Insgesamt konnte mich "Das Goldene Garn" nicht umgehauen und war etwas schlechter als die Vorgängerbände. Dennoch komme ich nicht umhin, die bildliche Schreibweise und die düstere Märchenwelt zu lieben, in der ich mich - abgesehen von durch Langatmigkeit hervorgerufene Langweile - gerne verliere. Ich hoffe auf einen wieder spannenderen 4. Band.

Die "Reckless"-Reihe
    Band 1 - Steinernes Fleisch [meine Rezension]
    Band 2 - Lebendige Schatten [meine Rezension]
    Band 3 - Das Goldene Garn
    Band 4 - Die Inseln der Füchse (noch nicht erschienen)
    Band 5 - ??? (noch nicht erschienen)

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