Samstag, 11. März 2017

[Review] Dishonored-Die Maske des Zorns

Titel: Dishonored - Die Maske des Zorns
Format: PS3, PC, XBox (2012), XBoxOne PS4 (2015)
Entwickler: Arkane Studios
Publisher: Bethesda Softworks

~Inhalt~
Schauplatz der Handlung ist die Stadt Dunwall, Hauptstadt eines hauptsächlich vom Walfang lebenden Inselreiches einer namenlosen Fantasywelt. Die Welt von Dunwall befindet sich in einer Phase der Industrialisierung, leidet zum Zeitpunkt des Spiels jedoch unter den dramatischen Folgen einer großen Rattenplage, die das Bild der Hafenstadt prägt. Die Gesellschaft ist in Arm und Reich gespalten und trotz des allgemein herrschenden Elends und der allgegenwärtigen Furcht vor der Plage sucht eine kleine, wohlhabende, aristokratische Gesellschaftsschicht Zerstreuung in regelmäßigen, ausschweifenden Vergnügungen und Festen, was einen mitunter zynischen Kontrast zu den umgebenden Verhältnissen erzeugt.


Der Spieler steuert den Charakter Corvo Attano, Leibwächter der Kaiserin der Inseln, Jessamine Kaldwin. Als diese aufgrund einer Intrige einem Attentat zum Opfer fällt und ihre Tochter Emily Kaldwin entführt wird, wird Corvo von den Verantwortlichen der Tat beschuldigt und ins Coldridge Gefängnis gebracht. Er entkommt der drohenden Hinrichtung mit Hilfe Verbündeter, die einen Gefängniswärter bestechen. Nach der Flucht wird Corvo zu seinen Verbündeten, den sogenannten „Kaisertreuen“ gebracht, einer kleinen Gruppe bestehend aus Vertretern verschiedener Gesellschaftsschichten, die Emilys Freilassung sowie ihre rechtmäßige Ernennung zur Kaiserin fordern. In der ersten Nacht, die Corvo in Freiheit verbringt, werden ihm vom „Outsider“, einer mystischen Traumgestalt, diverse übernatürliche Fähigkeiten gegeben, welche durch im Spiel versteckte Runen und Knochenartefakte erweitert werden können. Seine Maske erhält Corvo schließlich von Piero Joplin, ebenfalls einem Kaisertreuen. Von Rache getrieben versucht Corvo nun die Hintergründe der Intrige gegen ihn und die Kaiserfamilie aufzudecken und seine Gegner, die zwischenzeitlich ein Terrorregime in Dunwall errichtet haben, zur Strecke zu bringen. Quelle: Dishonored Wiki)



~Story~
Grundsätzlich okay, aber nicht übermäßig spannend und nichts neues. Es geht einfach darum, immer wichtigere Personen zu beseitigen oder zu entführen, um letztlich beim großen "Oberbösewicht", dem Lordkanzler, anzukommen.
Die Charaktere, mit denen man es zu tun bekommt, sind jedoch interessant und teilweise sehr skurril. Mir bleibt vor allem die Lumpengräfin in Erinnerung. Mehr Gespräche wären jedoch nett gewesen, denn das Spiel bleibt insgesamt sehr emotionslos. Was zum Teil auch dadurch bedingt ist, dass Corvo stumm bleibt und man keine großen Auswahlmöglichkeiten in Gesprächen hat. Das Gameplay steht ganz klar im Vordergrund. Hintergrundwissen kann man sich durch Bücher aneignen, die überall im Spiel verteilt liegen. Doch mal ehrlich: Wer liest das denn alles? 


~Grafik~
Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber ich fand es manchmal etwas verwaschen/unscharf. Schön anzusehen sind die Lichter/Schatten, in der ansonsten sehr grauen, düsteren Stadt, die leider auch nur relativ wenig Abwechslung bietet. Highlights sind optisch der Ball der Familie Boyle und das Golden Cat. Interessant ist zudem der leicht comicartige/gemalte Stil, in dem die Charaktere gehalten sind und der definitiv Wiedererkennungswert hat. Ansonsten für PS3-Verhätnisse gute Grafik.


~Gameplay~
Es handelt sich um ein Stealth-Action-Game, also steht neben der Action vor allem das Schleichen im Vordergrund. Man spielt ja auch einen Attentäter. Ich habe bei sowas das Talent, mich IMMER entdecken zu lassen, was schon bei den Assassins Creed-Teilen für einiges an Frustration gesorgt hat. Bei Dishonored ist es, sofern man geduldig ist, gefühlt einfacher als bei AC und kann streckenweise auch unterhalten. Nervig wird es nur, wenn man einen Abschnitt zum 10. Mal spielen muss, weil man leider doch entdeckt wurde. Für mich ist das leider nicht so wirklich was. :P Sehr häufiges Speichern hilft da ungemein!

Allerdings - zumindest wenn man auf einfach spielt - ist das sinnfreie Töten der Gegner auch eine Option, die einen meistens auch deutlich schneller ans Ziel bringt. Natürlich erhöht sich durch Schleichen aber sowohl der Anspruch als auch die Spieldauer.
Doch davon abgesehen erhöht jeder Tote, den man auf dem Gewissen hat, den Chaos-Faktor des Spiels. Ein hoher Chaosfaktor (was schon bei etwa 30 Toten erreicht ist) führt dazu, dass auf den Straßen mehr Wachen unterwegs sind und man das Bad End erspielt. An der Story selbst ändert sich aber nur geringfügig etwas. Wer Herausforderungen und Stealth-Games mag, ist hier also komplett richtig!

Die Gegner einfach zu töten wird einem aber sehr leicht gemacht, erhält Corvo doch immer neue, übermenschliche Fähigkeiten und Waffen. Ich wusste gar nicht, was ich mit so vielen Kräften tatsächlich anfangen soll. Teleport und Nachtsicht waren so ziemlich die einzigen, die ich genutzt habe. Alles weitere kam mir eher wie netter Nippes vor und macht es, richtig angewandt, deutlich leichter, Gegner zu beseitigen (z.B. getötete Gegner zu Asche zerfallen zu lassen oder ihnen einen Schwarm Ratten auf den Leib zu hetzen). Durch die recht dümmliche KI der Gegner waren deren Handlungen im Kampf ohnehin chaotisch und es daher nicht schwer, sie mit dem Messer oder der Armbrust/Pistole zu erledigen.

Interessant ist, dass es immer mehrere Wege zum Ziel gibt und auch alternative Lösungen, die sich einem offenbaren, wenn man abseits des Hauptziels mal mit Personen redet. Das sorgt für mehr Abwechslung und mehr Spielzeit und man erhält immer wieder die Chance, auch die "großen Feinde" zu verschonen. Leider bleiben die Level aber dennoch recht linear, denn es gibt nur ein Ziel, welches man eben per Dächer, Kanalisation oder Straße erreichen kann.

Mir hat das Gameplay anfangs echt Spaß gemacht. Doch manche Missionen führten an so unübersichtliche Orte, dass ich schnell genervt war. Ohne Nachtsicht entdeckt man die Gegner meistens zu spät, mit ist die Sicht aber so verwaschen, dass man oftmals nicht sieht, wo der Weg weiter führt. Da ging mir echt die Lust auf Schleichen verloren.
Und ehrlich gesagt ist das Spielende den großen Aufwand mit dem Schleichen nicht wert. Ich hab selten so ein unkreatives, lahmes Ende erlebt - und das egal, welches Ende man erwischt (ich hab mir das Good End, welches ich nicht geschafft habe, auf Youtube angesehen), denn sie ähneln sich eh sehr. Das lädt definitiv nicht zum erneuten Spielen ein.

Fazit: Das Gameplay ist an sich - trotz kleiner Kritikpunkte - sehr interessant und zu der Zeit auch ein Stück weit innovativ, doch gepaart mit einer emotionslosen Story und einem absolut lahmen Ende ist "Dishonored" leider kein Highlight geworden. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Die Kommentarfunktion beißt nicht. ;-)