Samstag, 21. Januar 2017

[Rezi] In deinen Augen

~Inhalt~

Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace’ Rückkehr aus dem Wald.
Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel – seine Familie – zu retten.
Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben. (Quelle: script 5)

~Eigene Meinung~

Aufgrund des wunderschönen Schreibstils von Maggie Stiefvater, der einen wirklich mitreißen und verzaubern kann, wird er doch häufig poetisch mit einer melancholischen Grundstimmung, habe ich auch den letzten Band der Mercy Falls-Reihe sehr gerne gelesen. Es handelt sich um den Abschlussband der Trilogie und so waren meine inhaltlichen Erwartungen recht hoch. Es bestanden noch einige offene Fragen aus den zwei Vorgängerbänden und ich habe einer Auflösung entgegen gefiebert. Das hat definitiv für ein kurzweiliges Leseerlebnis gesorgt.

Allerdings fielen mir diesmal viele Punkte auf, die leider nicht konsequent bis zum Ende durchgezogen wurden.
So weicht die Handlung viel zu oft von der wichtigen Aufgabe, die Wölfe zu retten, ab. Sam ist unschlüssig, will eigentlich nur Grace wieder in die Arme schließen. Er braucht viel zu lange, um sich seiner Aufgabe bewusst zu werden. Cole und Isabelle führen währenddessen weiter ihre Hass-Liebe, die für meinen Geschmack zu wenig Aufmerksamkeit bekam und auch keinen richtigen Abschluss fand. Es bleibt ein ewiges Hin und Her zwischen den beiden. Vermutlich um im Sequel "Schimmert die Nacht" noch genug Handlung zur Verfügung zu haben... Was ich durchaus schade fand, denn Cole und Isabelle lockern die Story wunderbar auf. Sam und Grace sind ja doch ein sehr schwermütiges Paar, besonders Sam, der mehr in seinen Gedanken lebt als in der Realität.
In der Konsequenz verläuft die Handlung in Zickzack-Linien auf das Finale zu und ich habe mich oft gefragt, wann es denn endlich wirklich voran geht und eine Lösung für die Wölfe gefunden wird.

Daneben wurde Shelby erneut als Störenfried und Bedrohung dargestellt, aber es gab keine wirklichen Konsequenzen für sie. Sie war die Böse und viele Szenen ließen darauf schließen, das mit ihr noch irgendetwas bedeutendes passieren wird. Doch daraus wurde nichts, bis auf einen Zwischenfall am Ende. Irgendwie war auch das nicht konsequent umgesetzt und dadurch leicht unlogisch. Wenn alle wissen, was Shelby für eine Gefahr ist, warum zieht dann keiner in Erwägung, sie vom Rudel zu trennen oder gar zu töten? Es schien, als würden alle akzeptieren, dass sie Menschen tötet und gefährlich ist...

Auch sehr schade fand ich, dass zwar seit Band 2 ständig durch Cole an den Ursachen für die Wolfskrankheit geforscht wird, es aber kein endgültiges Ergebnis gibt, keine Heilung oder eine anderweitige Erklärung. Warum dann so ausführlich darauf herumreiten???

Immerhin wurde es am Ende noch mal spannend, wenn auch alles etwas plötzlich vorbei war. Das Ende ließ mich aber immerhin relativ zufrieden zurück. Kein perfektes Ende, dafür blieben zu viele Fragen ungeklärt und es wurde zuviel inhaltliches Potential verschenkt, aber immerhin auch kein furchtbares.
Insgesamt eine wirklich schöne Reihe, die ich jedem, der Romanzen mit einem Hauch Fantasy und Melancholie mag, sehr empfehlen kann.

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