Montag, 19. September 2016

[Rezi] Das Schweigen der Lämmer

~Inhalt~

Nur ein Mann kann dem FBI noch helfen, den geistesgestörten Frauenmörder „Buffalo Bill“ zu finden: Dr. Hannibal Lecter, der wegen einer Reihe von Verbrechen in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik verwahrt wird. Die junge FBI-Agentin Clarice Starling soll ihn verhören… (Quelle: Randomhouse)

~Eigene Meinung~

Den Film zu "Das Schweigen der Lämmer" hatte ich vor etwa 2 Jahren gesehen und fand ihn wirklich gut! Es ist ja eher selten, dass eine Buchverfilmung gut gelingt, daher war ich neugierig auf die Vorlage.
Inhaltlich sind Buch und Film nahezu identisch, ich kann mich jedenfalls an keine Szenen erinnern, die mir im Film gefehlt haben oder die zu stark geändert wurden. Daher können Lesefaule auch getrost nur den Film sehen, wie ich finde. ;-) Da sich beides sehr ähnelt, wusste ich beim Lesen des Buches auch stets, wie es weitergehen würde. Das hat ein klein wenig die Spannung genommen. Andersherum (erst Buch, dann Film) wäre sicherlich die bessere Wahl.

Was das Buch ausmacht, sind vor allem die Charaktere, die gut getroffen und authentisch beschrieben sind. Hannibal ist dabei sicherlich einer der interessantesten Charaktere der Buchgeschichte und sein Wesen sehr gut dargestellt. Wobei ich ab und an gerne mehr über ihn erfahren hätte, denn Hannibal spielt hier insgesamt nur eine untergeordnete Rolle.
Im Zentrum stehen vielmehr die angehende FBI-Agentin Clarice Starling und der gesuchte Mörder "Buffalo Bill". Clarice ist noch jung und unerfahren, gibt sich jedoch die größte Mühe, das Vertrauen, dass durch den FBI-Chef Jack Crawfield in sie gesetzt wird, nicht zu enttäuschen. Sie erhält den Auftrag, Hannibal zu verhören und bemerkt dabei, dass dieser bei der Suche nach dem Serienkiller helfen kann - denn er weiß durch seine ehemalige Arbeit als Psychologe so einiges über "Buffalo Bill", was Clarice jedoch aus ihm herauslocken muss... Diese Gespräche sind großartig und spannend, ebenso wie Clarice' Suche nach "Buffalo Bill", bei der sie Hinweisen von Hannibal folgt.
Nach und nach tauchen mehr Informationen zu "Buffalo Bill" auf und im späteren Handlungsverlauf wechselt die Szenerie zu eben diesem und man erlebt mit, wie er mit seinen Opfern umgeht...
Dieser Perspektivenwechsel von der "guten" zur "bösen" Seite der Protagonisten gefiel mir sehr gut und war bereits in "Roter Drache" von Thomas Harris ein gelungenes Erzählelement. Allerdings hatte ich am Ende dennoch nicht das Gefühl, den Täter 100%ig zu verstehen bzw. was ihn nun im Detail zu seinen Taten getrieben hat. Da wäre mehr zu seiner Vergangenheit schön gewesen.

Der Schreibstil zeichnet sich durch kurze, prägnante Sätze ohne zu viele Ausschmückungen aus. Die Handlung schreitet dadurch schnell voran und es wird sich nicht mit nebensächlichen Dingen aufgehalten. Leider gefiel mir die Übersetzung überhaupt nicht bzw. ich hoffe, dass es nur an der Übersetzung lag. Viele Sätze wirkten holprig und einige Wörter einfach schlecht gewählt.

Insgesamt ein sehr spannendes Buch, mit einigen Überraschungen und unerwarteten Wendungen.

~Und sonst so~

Ich hatte eine Filmausgabe des Buches, wo Fotos aus dem Film abgedruckt waren. Dummerweiser an den nicht gerade passendsten Stellen, sodass die Fotos teilweise Spoiler waren... (Nun hatte ich den Film ja eh schon gesehen und wusste wie es ausgeht, aber trotzdem.) Da wäre die Wahl einer anderen Ausgabe - es gibt ja inzwischen mehrere Auflagen - besser.

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