Montag, 13. Juni 2016

[Rezi] Das Schwert der Vorsehung

~Inhalt~

»Was soll man von dir halten - ein Hexer, der jeden zweiten Tag ein einträgliches Angebot ausschlägt? Die Hirikka tötest du nicht, weil die am Aussterben sind, den Streitling nicht, weil er unschädlich ist, die Nächtin nicht, weil sie nett ist, den Drachen nicht, weil's der Kodex verbietet ...«
Der Hexer Geralt von Riva verdient seinen Lebensunterhalt recht und schlecht mit dem Beseitigen von allerlei Ungeheuern. Nicht selten begegnen ihm die Leute, die ihn anheuern, mit tiefem Argwohn. Doch damit kann er leben. Obwohl es sein Ehrenkodex eigentlich verbietet, schließt er sich einer Gruppe von Drachenjägern an - denn die Zauberin Yennefer, seine verlorengeglaubte Geliebte, ist unter ihnen. Aber die Interessen der Jäger sind zu unterschiedlich: Es beginnt ein Kampf jeder gegen jeden. Und ganz allmählich wird eine Bedrohung der festgefügten Ordnung spürbar... (Quelle: dtv-Verlag)

~Aufmachung~

Das Cover ist passend zur gesamten Buchreihe in den dunklen Orange-Grün-Schwarz-Tönen gehalten und zeigt wie auch die anderen Cover ein passendes Motiv - hier das titelgebende Schwert. Mir persönlich gefallen die Cover, da sie gut zu der Reihe passen.

~Eigene Meinung~

Der zweite Kurzgeschichtenband rund um den Hexer Geralt von Riva, bekannt vor allem durch die auf den Romanen basierende Videospiel-Reihe "The Witcher".

Während sich der erste Kurzgeschichtenband (hier ist meine Rezi dazu) vor allem auf das Arbeitsleben eines Hexers konzentrierte und verschiedene Monsterjagten von Geralt darstellte, setzt dieser zweite Band verstärkt auf Geralt selbst. Es geht vor allem um seine "Gefühle" - Hexer besitzen so etwas eigentlich nicht mehr wirklich - und wie Geralt sich mit Themen wie Liebe, Zuneigung und dem Sinn des Lebens beschäftigt. Dadurch wird der Band deutlich persönlicher und zeigt mehr charakterliche Entwicklung als die erste Kurzgeschichtensammlung.

Natürlich fielen die Kurzgeschichten nicht alle gleich gut aus, waren aber auf einem etwas höheren Niveau als noch in "Der letzte Wunsch". Die Action wurde leicht gemindert, dafür verstärkt auf die Dialoge und die tiefsinnigen, zum Teil emotionalen Szenen gesetzt. Man taucht wieder richtig in die Welt ein und möchte nur ungerne daraus auftauchen. Dabei ist besonders das Worldsetting erwähnenswert, welches mich schon so sehr in den Videospielen begeistern konnte: düster, voller Intrigen, Verrat, Rassismus und Gewalt und doch immer wieder hoffnungsvoll, emotional, barmherzig. Eine klasse Mischung, die man sonst selten auf diesem Niveau in Fantasy-Romanen findet. Das alles abgerundet durch die wirklich interessante Figur Geralt, der seinen eigenen Sinn im Leben sucht und dabei viel zu oft an seinem Glück vorbeirennt.

Auch an einfallsreichen Monstern bzw. Wesen fehlt es hier nicht. Seien es nun "einfache" Drachen, auf Müllhalden lebende Zeugl, geschickt handelnde Gestaltwandler oder verliebte Sirenen. Sie alle tragen einen wichtigen Teil zu den Geschichten bei und dienen nicht bloß als Feind, den es zu bezwingen gilt. Vor allem Geralts Interaktionen mit den vernunftbegabten Wesen unter ihnen sind oftmals sehr witzig zu lesen.

Ich kann hier nicht auf jeden Punkt eingehen, der mich begeistert hat, das würde zu viel verraten. ;-) Daher möchte ich diese Reihe wirklich jedem ans Herz legen, der vor düsteren, aber wirklich grandios geschriebenen Fantasy-Geschichten nicht zurück schreckt und sich auf die Geschichten rund um Geralt einlassen möchte.
Da die fortlaufenden Romane noch besser sein sollen als die Kurzgeschichten und mich nicht jede Kurzgeschichte 100% durchgehend fesseln konnte, gibt es für Geralt diesmal noch keine 5 Sterne. Aber er ist nahe dran!

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