Dienstag, 31. Mai 2016

[Rezi] Shining

~Inhalt~

Ein Hotel in den Bergen von Colorado. Jack Torrance, ein verkrachter Intellektueller mit Psycho-Problemen, bekommt den Job als Hausmeister, um den er sich beworben hat. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er in den letzten Tagen des Herbstes an. Das Hotel "Overlook" ist ein verrufener Ort. Wer sich ihm ausliefert, verfällt ihm, wird zum ausführenden Organ aller bösen Träume und Wünsche, die sich in ihm manifestieren. (Quelle: Amazon)

~Aufmachung~

Die Bücher von Stephen King gibt es ja in vielen verschiedenen Formaten und Ausgaben. Ich habe mein "Shining"-Exemplar leider in keiner übermäßig hübschen Ausgabe gelesen. Diese BILD-Ausgabe war Teil einer Reihe von ausgewählten Büchern, die vor einigen Jahren in diesem Format herausgebracht wurden. Das Cover enthält Szenen aus dem Film - was ich an sich okay finde, aber das Buch ist doch gerade zum Ende hin anders als der Film, weshalb nicht alle Szenen so optimal passen.

~Eigene Meinung~

"Shining" ist einer der Klassiker von Stephen King, sodass es klar war, dass ich das Buch irgendwann lesen würde. Den Film dazu habe ich bereits im vergangenen Jahr gesehen und brauchte erst mal etwas Abstand davon, bevor ich zu dem Buch griff (obwohl dieses schon seit ca. 2 Jahren in meinem Regal steht).

Stephen King hat wieder einmal perfekt die Charakterentwicklung beschrieben und nachvollziehbar dargestellt. Sowas kann er einfach! Vor allem Jack, der Familienvater, der ab und an ausrastet und ein Alkoholproblem hat, war toll beschrieben. Es war von Beginn an klar, dass dieser Mann seine Probleme hat, auch schon das ein oder andere Unschöne getan hat, aber bemüht ist, alles besser zu machen. Der Job als Hausmeister in dem Hotel scheint da genau das richtige, um wieder Fuß zu fassen, nachdem er seinen Job an einer Schule verloren hat.
Seine Frau Wendy ist eher die schüchterne, liebe Hausfrau, die bisher bei ihrem Mann geblieben ist, egal wie schlimm die Zeiten waren. Doch mittlerweile denkt sie immer öfter an eine Scheidung. Auch sie sieht das Hotel als Möglichkeit, ihre Ehe zu retten. Immerhin sind sie dort den ganzen Winter über alleine, als kleine Familie.
Und dann ist da noch ihr Sohn Danny, der mit seinem imaginären Freund Tony redet und ab und an in tiefe Tagträume versinkt...

Neben der Entwicklung von Jack, seinen Gedanken, seiner Vergangenheit, ist besonders Danny ein spannender Charakter. Er ist für sein junges Alter sehr intelligent und weiß sich gut auszudrücken. Nur selten stößt er an seine sprachlichen Grenzen. Seine Beziehung zu dem imaginären Freund Tony ist etwas ganz besonderes, denn es scheint mehr als Fantasie dahinter zu stecken... Die Passagen mit Danny habe ich wirklich gerne gelesen, auch wenn ich unsicher bin, ob ein Kind in dem Alter wirklich so begabt sein kann und Situationen so differziert abwägen kann. Gelungen ist dabei auch der langsame Übergang von dem typischen "Kind hat einen ausgedachten Freund" hin zu tatsächlich übernatürlichen Ereignisse. Nur ein Gespräch recht am Anfang mit dem Koch des Hotels fand ich... naja, zu früh vorgegriffen.

Die Entwicklung der kleinen Familie, die mit dem Job im Hotel versucht, ihr Familiendasein zu retten, hin zu immer größerem Wahnsinn war perfekt umgesetzt. Man kann den allmählichen Verfall richtig miterleben und die Vergangenheit des Hotels tut dabei ihren wichtigen Beitrag.
Dass gerade zu Beginn des Buches eine lange Einführungsphase vorangesetzt ist, tut der Spannung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil - die gezeigten Hintergründe aus dem Leben Jacks und seiner Familie sind quasi ein Ebenbild der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Missstände.

Der Film wurde im Vergleich zum Buch sehr verändert, vor allem das Ende entwickelt sich sehr unterschiedlich. Und ich muss ehrliche sagen, dass mir das Filmende besser gefallen hat. Es war realistischer, während Stephen King im Buch am Ende wieder das Übernatürliche sehr in den Vordergrund stellt, was absolut nicht in dem Ausmaß notwendig gewesen wäre.

Fazit: Spannendes Buch mit einer fantastischen Charakterdarstellung. Das Ende gefiel mir allerdings weniger gut als im Film, da es zu übernatürlich war.

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