Freitag, 6. Mai 2016

[Rezi] Sara

~Inhalt~

Seit dem Tod seiner Frau bringt der Bestsellerautor Michael Noonan keine Zeile mehr aufs Papier. Da er in seinen Träumen immer wieder sein Sommerhaus in Maine sieht, zieht er sich dorthin zurück, um die Schreibblockade endlich zu überwinden. Doch auf dem Haus liegt ein Fluch. Wird auch Michael in den Bann des Bösen geraten? (Quelle: Amazon)

~Aufmachung~

Das Cover zeigt ein Haus, irgendwo im Nirgendwo. Dass ein Haus drauf ist, passt zum Inhalt, aber Sara Lacht, das Sommerhaus des Protagonisten, liegt an einem See, mit Bäumen drum herum. Passt vom Motiv her also nicht so gut. Dafür kommt die düstere Stimmung, die mit dem Haus in Verbindung steht, gut rüber.
Insgesamt gefällt es mir jedoch nicht besonders.

~Eigene Meinung~

"Sara" ist mittlerweile bestimmt Roman Nr. 20, den ich von Stephen King gelesen habe. Daher kann ich ganz gut mit seinen anderen Werken vergleichen.
Was mir gleich zu Beginn wirklich gut gefallen hat, ist, dass der Protagonist ein Schriftsteller ist, der nach dem Tod seiner Frau in eine Schreibblockade fällt. Und das so ziemlich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Zum Glück hat er ein paar ältere Werke gebunkert, die er in den nächsten vier Jahren veröffentlicht, während er sich mit komplett anderen Dingen beschäftigt - z.B. dem Erstellen und Lösen von Kreuzworträtseln. Witzig waren die vielen Anspielungen auf andere, bekannte Autoren, z.B. John Grisham oder Mary Higgins Clark. Da ich ja selbst gerne Schriftsteller wäre, hat mir diese Thematik sehr zugesagt. ;) Schreibblockaden kennt man ja leider nur allzu gut, wenn man regelmäßig schreibt. Nur bei mir geht das für gewöhnlich schneller als nach 4 Jahren wieder weg. XD

Der plötzliche Tod seiner Frau Jo nimmt Michael also wirklich sehr mit und hier lernt man eine ganze neue Seite von Stephen King kennen: Beziehungen. Während ich in bisherigen Romanen von ihm Beziehungen immer als eine normale Tatsache wahrgenommen habe, wurde das Thema Liebe und Beziehung hier doch sehr in den Mittelpunkt gestellt und gut umgesetzt. Immer wieder schimmert anhand von alltäglichen Dingen durch, wie sehr Michael Jo vermisst - und gerade das macht den Verlust für den Leser umso deutlicher.

Als Michael dann in sein und Jos Sommerhaus"Sara Lacht" zieht, um seine Schreibblockade zu überwinden, begegnet er der jungen Mutter Matti und deren Tochter Kyra. Und endlich scheint es mit seinem Leben wieder bergauf zu gehen. Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Matti und Michael fand ich nachvollziehbar und nicht aufdringlich.

Doch natürlich kann ein Stephen King Roman nicht ruhig und harmlos verlaufen. ;-) Doch hinter der vordergründigen Beziehungsgeschichte und dem Sorgerechtsstreit für Kyra, in den Michael verwickelt wird, steht der unheimliche Bestandteil eher zurück und wäre für ein gutes Buch gar nicht notwendig gewesen. Vor allem da dem Leser recht schnell klar wird, was es mit dem Spuk auf sich haben könnte.

Der finale Showdown war aber sehr spannend und hat mal wieder gezeigt, dass Stephen King auch übernatürliches wunderbar darstellen kann. Anmerken möchte ich noch, dass man bei King etwas oft Vergewaltigungen liest - in der Hinsicht könnte er mal einfallsreicher werden. :-P
Ein richtiges Happy End gibt es dann leider auch nicht, aber das kennt man bei King ja. Das wahre Leben hat schließlich auch selten das perfekte Happy End. Obwohl ich hier zum Ende hin wirklich frustriert war, dass es kein richtiges glückliches Ende gab. ... hätte es durchaus verdient gehabt.

Fazit: Mal ein etwas anderer Schwerpunkt in einem Stephen King Roman, der mir gut gefallen hat. Das übernatürliche Element hätte fast schon weg bleiben können, war zum Ende hin aber spannend umgesetzt.

Kommentare:

  1. Hi Alica,

    ich wusste gar nicht, das du ein Stephen King Fan bist :) "Sara" habe ich vor Jahren gelesen und kann mich nur noch dunkel an die Geschichte erinnern. Hatte mir damals aber recht gut gefallen, allerdings eines seiner schwächeren Bücher. Ich liebe vor allem seine "Dunkle Turm Reihe" und einige mehr. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich schon längere Zeit keine Bücher mehr von ihm gelesen habe, was eigentlich dringend zu ändern wäre, gäbe es nicht sooo viele andere tolle und spannende Bücher :)

    Schöne Rezi und ich wünsche dir ein schönes WE.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu Uwe,

      ich lese seit einigen Jahren immer mal wieder Stephen King Bücher. :) Nachdem ich einmal eine ganze Kiste voll von meinem damaligen Nachbarn bekommen hatte, hatte ich jedoch für einige Zeit genug davon. Aktuell lese ich aber wieder öfter seine Werke. Genug Auswahl hat man ja. ;) Und ich glaube, ich werde nie alle von ihm gelesen haben.

      Die "Dunkle Turm" Reihe habe ich zB noch nicht gelesen. Ist die mittlerweile überhaupt abgeschlossen?

      LG Alica

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    2. Alle habe ich auch nicht gelesen :)

      Und ja, die Turm Reihe ist zu Ende und kann sie empfehlen.

      LG Uwe

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