Samstag, 2. April 2016

[Rezi] Der letzte Wunsch

~Inhalt~

Der Hexer Garalt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel auf Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Profi steht Geralt jedoch immer wieder vor dem Problem, zu entscheiden, ob wirklich Gefahr von dem Untier ausgeht, das er besiegen soll, oder ob er womöglich dazu benutzt wird, ein unschuldiges Wesen umzubringen. Eines Tages befreit Garalt einen Luftgeist und dieser schlägt ihn mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer... (Quelle: Klappentext)

~Aufmachung~

Das Cover ist schlicht, aber einprägsam. Es zeigt Geralts Medallion seiner Hexerschule - einen Wolfskopf. Mir persönlich gefällt es vor allem wegen der düsteren, mysthischen Ausstrahlung, die zum Buch hervorragend passt.

~Eigene Meinung~

Es handelt sich hierbei um einen Kurzgeschichtenband aus der Welt rund um den Hexer Geralt von Riva, der den meisten wohl eher aus der dazugehörigen Videospiel-Reihe (The Witcher) bekannt ist. Diese basiert auf den erfolgreichen Romanen von Andrezj Sapkowski und greift neben dem Setting und den Charakteren auch einige der Geschichten wieder auf.

Dieser Kurzgeschichtenband besteht aus einer Rahmenhandlung mit dem Titel "Die Stimme der Vernunft", die immer wieder durch kleine Geschichten aus Geralts Vergangenheit unterbrochen wird. Die Qualität dieser Geschichten ist unterschiedlich und so konnten mich nicht alle gleichermaßen überzeugen.
Viele der Geschichten sind sehr offensichtlich durch Märchen geprägt, z.B. Rapunzel, Schneewitchen oder Die Schöne und das Biest. Wobei ich sagen muss, dass diese Fassungen der Märchen deutlich näher am Original liegen als z.B. Disney-Filme, sind sie doch durch das Böse, Hinterhältige, Abscheuliche gezeichnet. Aber gerade das machte für mich den Reiz aus. Wer natürlich seine Lieblingsmärchen lieber rosig und mit Happy End mag, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen. ;-)
Die Kurzgeschichten zeigen Abschnitte aus Geralts Leben, wie er mit verschiedenen Menschen und Monstern umgeht. Besonders interessant ist dabei, dass er seine Prinzipien hat, von denen er auch ungerne abweicht. Beispielsweise ist Monster nicht gleich Monster - solange eines harmlos ist und nur Streiche spielt, sieht er keinen Grund, es zu töten. Ebenso mischt er sich ungerne ohne triftigen Grund in fremde Angelegenheiten ein. Und Menschen töten ist ohnehin nicht sein Beruf - auch wenn es sich manches Mal nicht vermeiden lässt.

Am besten gefallen hat mir die letzte Kurzgeschichte "Der letzte Wunsch", die auch im Klappentext erwähnt wird und titelgebend ist. Darin geht es um die erste Begegnung zwischen Geralt und der Zauberin Yennefer. Da ich bisher nur den 3. Teil der Viedeospielreihe kannte, in dem diese Liebesgeschichte sozusagen eine Auflösung erfährt, war der Anfang dessen für mich besonders interessant zu lesen. Und Yennefer gehört auch eindeutig zu den ganz besonderen Charakteren, denen man sich - trotz einiger negativer Charaktereigenschaften - nur schwer entziehen kann. Sie gehört jedenfalls zu meinen Lieblingscharakteren.

Manche der Kurzgeschichten waren schon sehr kurz und inhaltlich nicht allzu mitreißend. Andere widerum konnten mich wirklich fesseln. Ein paar offene Fragen blieben auch zurück, die hoffentlich in den weiteren Bänden noch erklärt werden.

Sehr schön fand ich auch, wie perfekt das Videospiel und das Buch harmonieren. Die Grundstimmung ist in beiden gleich und ich wusste teilweise nicht mehr genau, welche Geschichte ich nun gelesen und welche ich gespielt hatte. :-)


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