Mittwoch, 2. März 2016

[Rezi] Divergent

~Inhalt~

Seit dem letzten, verheerenden Krieg ist die Gesellschaft in fünf Fraktionen aufgeteilt. Nach einem Eignungstest kann jeder Jugendliche wählen, zu welcher von ihnen er künftig gehören will: zu den Altruan, die Selbstlosigkeit als den wichtigsten Wert erachten, das Gemeinwohl über ihre eigenen Bedürfnisse stellen und deshalb die politische Führung bilden; zu den Candor, den Freimütigen, denen Wahrheit über alles geht; den Ken, den Gelehrten, die Wissen und Erkenntnis über alles stellen; den Amite, den Friedfertigen, die die menschliche Aggression für die Ursache allen Übels halten; oder den Ferox, den Furchtlosen, die Mut und Tapferkeit für die höchsten Tugenden halten.

Beatrice spielt schon seit längerem mit dem Gedanken, die Fraktion zu wechseln, denn im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Caleb empfindet sie sich als nicht selbstlos genug, um den Ansprüchen der Altruan zu genügen, der sie und ihre Familie angehören. Doch sie weiß auch, dass das bedeuten würde, von der eigenen Familie verstoßen zu werden, denn Fraktionswechsler gelten als Verräter an der Gemeinschaft. Insgeheim hofft Beatrice, dass der Eignungstest, der über ihre innere Bestimmung Auskunft geben soll, ihr weiterhelfen wird. (Quelle: Die-Bestimmung.de)

~Aufmachung~

Das Cover ist in Ordnung. Ich finde es ist nichts besonderes und es würde mir im Laden wohl eher nicht ins Auge fallen.

~Eigene Meinung~

Die Reihe wurde vor einigen Jahren sehr gehyped und mittlerweile auch verfilmt. Ich kenne weder die Filme, noch hatte ich bisher großes Interesse, die Reihe zu lesen. Ende 2014 gab es sie dann als komplette Trilogie bei den Cyber Monday Wochen von Amazon für wenig Geld auf Englisch, sodass ich dachte: "Na gut, dann halt doch mal lesen." ;-) Seitdem stand der Schuber ungelesen in meinem Regal... und jetzt habe ich mich doch endlich dazu durchgerungen, die Reihe zu beginnen.

Erwartungen hatte ich nicht viele. Ich wusste, dass es ähnlich wie "Panem" sein würde und damit hatte ich ein Stück weit Recht. Jedoch konnte bei "Panem" schon der erste Band mit viel Action überzeugen, während "Divergent" doch eher mäßig dahin plätschert. Ich muss gestehen, dass ich das Buch nicht sonderlich spannend fand. Der Werdegang von Beatrice als Mitglied der Bevölkerungsgruppe "Abnegation" (dt. Altruan) zu Tris als Mitglied der "Dauntless" (dt. Ferox) war in Ordnung, ich war jedoch überrascht, wie schnell sie gewaltbereit und ein Stück weit rücksichtslos wird. Da wären vielleicht Geschichten aus der Vergangenheit schön gewesen, in denen gezeigt wird, dass Beatrice schon immer ein gewisses Maß an Gewaltbereitsschaft zeigte. Stattdessen wurde sie immer als braves Abnegation-Mädchen dargestellt, das nie aus seiner Haut fahren konnte. So wie es jetzt im Buch dargestellt wird, finde ich die Entwicklung zu krass.

Davon abgesehen handelt das Buch von der Initiation der neuen Dauntless-Anwärter zu vollwertigen Mitgliedern. Dass Tris es schafft, ist ja klar - sie ist schließlich die Hauptperson. Und dass sie sich dabei mehr als gut anstellt, ist ja auch klar - typisches Element viel zu vieler Bücher. Sie hätte auch irgendwo im oberen Mittelfeld sein können und die Handlung wäre trotzdem vorangeschritten. Das hätte vielleicht sogar mehr Spannung reingebracht. Tris, die sich tatsächlich richtig bemühen muss, das hätte doch mal was. :-P Erklärt wird dieser Umstand natürlich ausschließlich damit, dass sie "Divergent" ist und somit anders. Dass sie dabei immer noch ein zierliches Mädchen ist, das in ihrem bisherigen Leben nie körperliche Anstrengung in dieser Form durchstehen musste, wird unter den Tisch gekehrt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell Muskelkater vergessen wird. Ich zumindest hätte nach Tris' erstem richtigen Trainingstag wohl keinen Finger mehr rühren können.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich auch gewohnt schnell. Der Versuch, es interessanter zu gestalten, weil Tris keine körperliche Nähe kennt, zieht es meiner Meinung nach eher ins Lächerliche. Denn Küssen und Händchen halten ist absolut kein Problem. In der Form, wie Tris diese Angst vor Nähe jedoch zu haben scheint, wäre es nur logisch, wenn sie auch nicht damit klar kommt, dass jemand sie überhaupt berührt - egal wie großflächig.

Aber genug der negativen Punkte. Immerhin konnte mich "Divergent" einige Stunden ganz gut unterhalten. Es liest sich schnell und einfach (selbst auf Englisch) und die meisten Charaktere waren mir sympathisch (außer der kleinen Mary-Su Tris...). Vor allem Christina und Will waren liebenswert und Four stellt auch einen spannenden Charakter dar, der hoffentlich in den folgenden Bänden noch besser herausgearbeitet wird. Auch positiv (im Sinne einer Charakterdarstellung) fand ich die Entwicklung rund um Al. Anhand dessen wurde meiner Meinung nach gut dargelegt, dass dieses System der "Fraktionen" so einige Nachteile aufweist.
Schön wäre für die weiteren Bände auch noch eine nähere Darstellung der "Fraktionslosen", die ich bisher zu knapp abgehandelt finde. Die sind halt die Obdachlosen und Penner, aber angesichts der Anzahl von Personen, die bei den Initiationen oder auch später "ausgemustert" werden, müssten die Fraktionslosen ja 80% der Bevölkerung ausmachen. Und woraus besteht diese Welt noch außer dieser einen, zerstörten Großstadt?

Fazit: Netter, aber leider nicht perfekt durchdachter Auftakt, der viele offene Fragen lässt, die hoffentlich noch beantwortet werden.


Bewertung
★★★☆☆

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