Montag, 12. Oktober 2015

[Rezi] Krieger des Lichts - Nihil fit sine causa


~Inhalt~

>>Mia ist sechzehn und hat diese seltsame Gabe. Sie kann Gefühle „lesen“ und jeden Menschen in ihrer Umgebung sofort als Neider oder Lügner entlarven. Was sich nützlich anhört, ist im Alltag eine Bürde. Mia ist eine Einzelgängerin, die mit erschreckender Regelmäßigkeit gegen Straßenlaternen knallt, weil sie sich unter vielen Menschen kaum konzentrieren kann. Als sie sich eines Tages verfolgt fühlt, beginnt eine Verkettung seltsamer Zufälle, die ihr Leben aus der Spur werfen. Da ist auf einmal dieses Monster und der Junge mit dem Bogen auf der Schulter, der für einen Helden viel zu viel flucht. Als am nächsten Tag auch noch der schönste Mann der Welt bei ihr zuhause auftaucht und sie bittet auf sein Internat zu wechseln, steht fest, dass bald nichts mehr so sein wird früher. Raphael leitet die „Ars Vivendi“ eine Schule die als Deckmantel eines uralten Ordens dient, den Mia sich anschließen soll. Sie ist eine Wächterin – außerwählt ihre Welt zu beschützen und Frieden zu wahren. Engel, Dämonen, Motorräder und Schwerter, all das soll sie in ihr Leben lassen und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, muss sie sich auch noch mit ihrem fluchenden, misslaunigen Helden herumschlagen, von dem man durchaus auch fasziniert sein könnte. Wahrscheinlich hat ihre Gabe und ihre Aufgabe etwas mit dem Schicksal zu tun, aber das wären die Worte eines Erzengels und Mia ist vorerst nur eine Wächterin in Ausbildung, also nennt sie es einfach „Neuanfang“.<< (Quelle: http://www.jasminromanawelsch.com)

~Herkunft und Aufmachung~

Ich habe den Band bei der "Blogger schenken Lesefreude"-Aktion in diesem Jahr auf dem Blog der Autorin, Jasmin Romana Welsch, gewonnen. Da ich selten das Glück habe, etwas zu gewinnen, war ich sehr erfreut darüber. :D

Das Cover gefällt mir an sich sehr gut - schlicht aber dennoch prägnant. Schade finde ich nur, dass das Wappen schlecht ausgeschnitten wurde und somit unschöne schwarze Pixel um es herum übrig sind. Auch die Form, in der die Seiten bedruckt sind, gefiel mir nicht so sehr. Oben und unten ist viel weißer Rand, während an den Außenseiten kaum Platz gelassen wurde. Auch zu den Seitenzahlen hin wurde nur wenig Platz gelassen, sodass sie oftmals an den Text gequetscht werden.
Das Papier ist rein weiß, was ich sehr hübsch finde. Es wirkt sehr sauber.
Leider lässt sich das Buch schlecht aufschlagen und gerade wenn man sich der Buchmitte nähert, wird es echt anstrengend, es offen zu halten. Auch weil es ungewohnt schwer ist. Da musste ich tatsächlich einige Male "gewaltsam" das Buch knicken, um entspannt weiterlesen zu können...
Es handelt sich um ein Self-Publishing-Werk, sodass mir auch klar war, dass ich keine Standards wie bei großen Verlagen erwarten kann. Dennoch fand ich die Masse (im Vergleich zu anderen Büchern) an grammatikalischen Fehlern schade. Da hätte doch ruhig noch der ein oder andere Beta-Leser reinschauen können?

~Eigene Meinung~

Insgesamt ist der erste Band einer Trilogie in Ordnung. Er konnte mich zeitweise ganz gut unterhalten und der Schreibstil war flüssig und locker.

Jedoch gibt es einige Punkte, die mir nicht sonderlich zusagten, weshalb ich insgesamt eher enttäuscht war.

Die Handlung ist wenig inovativ (was zugegebenermaßen auch schwer ist): Schule, hübsche Jungs und der Kampf zur Rettung der Welt. Gerade die für mich interessante Elemente Engel, Dämonen und der Kampf gegen diese/mit diesen kam leider recht kurz. Es wird viel beschrieben, wie Mia ausgebildet wird und wie sie mit den Jungs/Männern, vor allem Keon, Raphael und Elias interagiert. Die Action blieb da leider etwas spärlich gesäht.

>>Ich verkroch mich gerne in meinem Zimmer, um zu lesen. In einer Welt zu versinken, in der ich nicht jeden sofort als Lügner oder Neider entlarven konnte, war Balsam für meine Seele.<< S. 5

Die Protagonistin Mia nervte mich zudem meistens. Sie rennt ohne nachzudenken in Gefahr, beklagt sich dauernd, dass niemand ihr alles erklärt und heult rum, wenn etwas nicht in ihr Weltbild passt. Sie kann Gefühle anderer sehen, interpretiert diese aber oft falsch und jammert dann, dass alle so undurchscheinbar sind. Also wirklich, da hat sie schon einen "Heimvorteil" und ist trotzdem unzufrieden. Müssten dann nicht alle Menschen ohne diese Fähigkeit den ganzen Tag heulend in der Ecke sitzen? Zudem fährt sie sofort auf jeden gutaussehenden Kerl ab - und davon gibt es haufenweise in dem Buch. Irgendwie sieht jeder neue männliche Charakter sofort unfassbar gut aus und raubt Mia den Verstand. Das Mädchen ist zwar erst 16, aber angesichts dessen, dass sie gerne erwachsen und ernst genommen sein will, erscheint sie unglaubwürdig. Und unglaubwürdig ist es eh, dass der Ort offenbar nur so vor attraktiven, sexy Kerlen wimmelt. Warum können in Büchern nicht auch mal die normalen Jungs toll sein und eine wichtige Rolle spielen?

Die Liebesbeziehung von Mia (zu der ich natürlich nichts verraten will), kam dann unerwartet und plötzlich. Das war schwer nachzvollziehen. Warum verliebt sie sich so schnell in diese Person, wenn sie vorher schon von 2-3 anderen hübschen männlichen Kandidaten schwärmt? Das hätte ruhig etwas ausführlicher werden können und die anderen Schwärmerein dafür etwas kürzer.

>>Er mochte die durchdringenden Blicke nicht. Seine Blicke umkreisten mich wie ein Satellit - ein leuchtender, schöner Satellit.<< S. 39

Hinzu kommt, dass anfangs gesagt wird, die Schule sei für besondere Menschen und Mia daraufhin hofft, sie seien wie sie. Dann erfährt sie von den Wächtern. Es wird jedoch nie gesagt (oder ich hab es komplett überlesen), ob jeder Wächter etwas besonderes kann oder wie diese Menschen sonst dazu ausgewählt werden. Mia fragt auch nur Keon, ob dieser auch Gefühle sehen kann wie sie und als er verneint, blendet sie diese Frage gegenüber anderen komplett aus. Weil sie nicht auffallen will. Aber anfangs weiß sie doch noch kaum etwas über die Wächter oder die Schule. Wäre es da nicht natürlich, zu ergründen, warum diese Personen alle besonders sind? Warum sie an die Schule gehen? Ob es normal ist, dass sie Gefühle sehen kann? Ich hätte an ihrer Stelle zumindest Raphael damit zu Tode gelöchert.
Etwas irritierend fand ich auch, dass gleich zu Beginn gesagt wird, die Schule habe etwa 50 Schüler, aber tatsächlich erwähnt werden vielleicht sechs davon. Der Rest nimmt scheinbar nie am Unterricht teil? Jedenfalls werden die erst zum Ende des Buches ab und zu mal erwähnt. Dabei wäre es ja nicht schwer, die in einem Nebensatz mal einzubauen.

Etwas positives noch zum Schluss: Das letzte Kapitel wurde dann endlich doch recht spannend und das Ende weckte doch die Neugier in mir wie es weitergeht. Vielleicht sehe ich also darüber hinweg, dass mir der Großteil des Buches nicht so gut gefallen hat wie erwartet und lese auch Band 2. Aber das entscheide ich erst, wenn sich die Gelegentheit dazu gibt, zwischen neuen Büchern zu entscheiden. ;-)


Fazit: Potential für ein gutes Buch ist vorhanden, aber es wird sich zu sehr in den hübschen Männern und dem Training der Wächter verloren. Man hätte den Inhalt auch locker auf weniger Seiten und spannender darstellen können. Das Ende regt dennoch zum Weiterlesen an.


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