Dienstag, 20. Oktober 2015

[Game Review] Beyond - Two Souls

Titel: Beyond - Two Souls
Format: PS3
Erscheinungsdatum: 09.10.2013
Entwickler: Quantic Dream


~Inhalt~
Die junge Jodie hat seit ihrer Geburt eine besondere Gabe: Sie ist mit einer körperlosen Existenz namens Aiden verbunden, der sie überall hin begleitet - und so manches Mal für Unruhe sorgt.
Man begleitet Jodie durch ihre Jugend, erlebt, wie sie lernt, Aiden unter Kontrolle zu halten und sich mit ihm anfreundet. Und wie sie schließlich von der CIA aufgenommen und ausgebildet wird, um für diese geheime Missionen auszuführen.

~Eigene Meinung~ 
~Story~
Die Handlung ist dramaturgisch sehr geschickt aufgebaut. Man wechselt immer wieder zu verschiedenen Zeiten aus Jodies Leben - mal erlebt man sie mit 18 Jahren, dann wieder mit 8. So setzt sich langsam Jodies halbes Leben (genauer 15 Jahre) vor dem Spieler zusammen. Natürlich wechselt die Szene dabei oft zu einer eher ruhigen Vergangenheit/Zukunft, wenn man gerade unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Dadurch entsteht eine Spannung, die den Spieler bis zum Schluss fesseln kann.

Die Geschichte ist dabei jedoch nicht allzu neu: ein Mädchen und ihr unsichtbarer, starker "Geist". Doch gerade Jodies oft unsicheres Wesen und Aidens aufbrausende Art, die Jodie nur selten wieder gut unter Kontrolle bekommt, machen das Paar aus und heben sie von anderen Geschichten dieser Art ab. Wie sich Jodie im Laufe ihres Lebens charakterlich entwickelt, ist auch sehr schön nachzuverfolgen. Sie wird mutiger, lernt mit Aiden umzugehen und fasst langsam auch wieder Vertrauen zu anderen Menschen, nachdem sie in ihrer Kindheit oft als Freak abgestempelt wurde und in einer Forschungsstation aufwachsen musste.

Auch die anderen Charaktere sind gut durchdacht und man schätzt sie oft falsch ein. Auch das macht die Handlung interessant. 

Einige interessante, spannende Handlungselemente sowie Jodies eigener kleiner Kampf um Anerkennung und "normal" zu sein, machen die Story fesselnd und die Inszenierung sorgt für ein filmreifes Erlebnis. Man kann wie bei "Heavy Rain" mehr einen spielbaren Film erwarten als ein "richtiges" Spiel - was sicherlich nicht jedem gefällt. Ich finde es jedoch eine gelungene Abwechslung zu dem sonstigen Trott in der Gameswelt. ;)

Das Ende fand ich persönlich dann etwas abgehoben, aber das ist ja Geschmackssache. ;)


~Gameplay~
Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig und anfangs hatte ich schon so meine Probleme, gerade mit Aiden. Man kann jederzeit (es sei denn es ist storytechnisch gerade nicht gewollt) zwischen Aiden und Jody hin und her wechseln. Man agiert dann mit Objekten, läuft herum und muss des Öfteren mit Aidens Hilfe kleine Aufgaben erledigen. Da Aiden besondere Kräfte hat, kann er z.B. die letzten Erlebnisse von Toten visualisieren, durch Wände schweben oder mit Druckwellen Gegenstände beiseite räumen oder Angreifer abwehren. Jody selbst ist dagegen eher wehrlos, lernt aber beim CIA einige Selbstverteidigungsgriffe. Diese wendet man im Kampf an, indem man - während einer Zeitlupe - auf die Bewegung von Jodie reagieren muss, also sich in die Richtung bewegen muss, in die sie sich bewegt.

Unbedingt innovativ ist die Steuerung demnach nicht und wenn man sich dran gewöhnt hat, auch sehr simpel. Es macht aber durchaus Spaß mit Aiden durch die Wände zu schweben oder Gegenstände durch den Raum zu schleudern. Das Hauptaugenmerk liegt aber ohnehin auf der Story und wie sie dargestellt wird.

Ähnlich wie bei "Heavy Rain" (von denselben Machern), hat man in einigen Szenen verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Diese führen zwar zu kleinen Änderungen in den Szenen oder schalten neue Szenen frei, der Ablauf der Rahmenhandlung bleibt aber dennoch derselbe. Meiner Meinung nach gibt es weniger Überraschungen als bei "Heavy Rain". Der Anreiz, es gleich nach dem Beenden ein zweites Mal zu spielen, war dadurch bei mir nicht vorhanden. (Während ich "Heavy Rain" gleich im Anschluss noch mehrfach gespielt habe.) Vielleicht wurde das aber auch maßgeblich von dem Ende beeinflusst, das ich wie gesagt etwas abgehoben fand.


~Grafik~
Grafisch ist das Spiel einfach top! Da wurde optisch nochmal alles aus der guten, alten PS3 rausgeholt, das möglich war und kann mMn locker mit einigen PS4-Titeln mithalten. Die Charaktere bewegen sich realistisch, sogar die Gesichter, was natürlich durch das Motion Capturing Verfahren bedingt ist (alles wird mit echten Schauspielern gedreht und dann animiert). Die Effekte von beispielsweise Regenwasser auf dem Boden und auf der Haut sehen toll aus. Da fällt es manchmal doch schon fast schwer, zwischen Spiel und Film zu unterscheiden. Auch die spielbaren Szenen und die Zwischensequenzen gehen so nahtlos ineinander über, dass man manchmal gar nicht mitbekommt, dass man wieder am Zug ist.
Ich persönlich mag es zwar auch, wenn ein Spiel noch nach Fiktion aussieht, aber bei solch einer klasse Grafik sage ich auch nicht nein. ;) Hat eben beides seinen besonderen Reiz.

~Fazit~
Ein kinoreifes (Spiel-)erlebnis mit einer tollen Grafik und einer spannenden Geschichte. Für jeden PS3-Besitzer unbedingt zu empfehlen! 

Bewertung
★★★★★

Kommentare:

  1. Huhu An-chan,

    habe gerade gesehen, dass du mir folgst und wollte dann auch mal bei dir vorbeischauen! ;) Das Game möchte ich unbedingt auch als nächstes spielen, zur Zeit versuche ich aber noch alle Charaktere bei Until Dawn durchzukriegen... XD

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Cool :D Mir hat Beyond Two Souls wie man sehen kann sehr gut gefallen! :3
      (Auch wenn Heavy Rain besser war.)
      Until Dawn besitze ich noch nicht. Ich habe vor kurzem erst ein halbes Jahr mit The Witcher 3 verbracht... :'D
      Kennst du das, wenn du ein tolles Spiel beendet hast und es da wirklich nichts mehr zu tun gibt und du dich aber nicht dazu durchringen kannst, etwas neues zu beginnen? Da stehe ich gerade. XD Ich glaube, ich muss The Witcher 3 erst zuende verarbeiten, bevor in meinem Kopf Platz für etwas neues ist.

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