Montag, 21. September 2015

[Rezi] October Daye - Winterfluch


~Inhalt~

October "Toby" Daye ist eine Halbfae - auch Wechselbalg genannt - und Privatdetektivin. Fae ist der Überbegriff für Elfen, Feen und alle anderen magischen Wesen, die sich von den Menschen unterscheiden, aber unerkannt zwischen ihnen leben. Als Wechselbalg hat Toby nur geringe magische Fähigkeiten und kann sich daher auch nicht wehren, als sie bei einem Job von einem mächtigen Reinblüter in einen Koi verwandelt und im Japanischen Garten im Teich ausgesetzt wird...
14 Jahre später bricht der Fluch unerwartet, doch Toby hat alles verloren. Vor allem der Verlust ihrer Tochter und ihres Lebensgefährten macht ihr zu schaffen, da diese nichts von der Existenz der Fae wissen und aufgrund Tobys unerklärlichen Verschwindens und Wiederauftauchens nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Toby flüchtet sich in Selbstmitleid und kehrt der Welt der Fae den Rücken.
Bis einer guten Freundin und Fae-Reinblüterin etwas unfassbares zustößt und Toby gezwungen ist, in ihr altes Dasein zurückzukehren.

~Herkunft & Aufmachung~

Ich habe vor einiger Zeit meine alten Bücher und Manga zum Teil über Facebook-Gruppen vertauscht und dabei unter anderem dieses Buch erhalten. Leider hat mein Band oben rechts eine von einer Katze zerkaute Ecke - und das nicht zu knapp. :( Obwohl es als "kleiner Schaden" bezeichnet wurde... Es ist echt traurig, wie manche Menschen mit Büchern umgehen.

Das Cover gefiel mir auf Anhieb. Ich mag den Mix aus weiß-blau-violett gerne. Das erzeugt ein schön eisiges Feeling.

Etwas gestört haben mich die doch recht zugetexteten Seiten. Sie wirkten so voll und das Lesen fiel mir teilweise schwer, weil ich oft in den Zeilen verrutscht bin. Da wäre eine leicht größere Schrift nett gewesen.

~Eigene Meinung~

Ich hatte keine allzu großen Erwartungen an das Buch, daher war ich positiv überrascht. Ich muss ja gestehen, dass die Bücher im LYX-Verlag von Egmont oft nicht soooo überragende Rezensionen bekommen (jedenfalls die, auf die ich immer mal wieder stoße) und die Meinungen auf Amazon zu diesem Band gingen auch recht auseinander. Ich wollte mich also überraschen lassen, wie es mir gefallen würde.

Der Einstieg war etwas schwierig. Der Prolog liest sich leider recht verworren, da kaum etwas erläutert wird und man mitten im Geschehen landet. Und dann kommt der 14-Jahre-Zeitsprung zum 1. Kapitel. So richtig warm wurde da mit dem Buch noch nicht. An sich finde ich es gut, wenn dem Leser nicht alles vorgekaut wird und sich in endlosen Beschreibungen der Welt und der Umstände des Hauptcharas verloren wird, aber hier fehlten mir doch immer wieder mal Hintergrundinfos, die sicherlich geholfen hätten, besser in die Welt hineinzufinden. Und das nicht nur zu Beginn. Auch später hatte ich immer mal wieder das Gefühl, die Welt rund um die Vielzahl von Feenwesen nicht ganz zu verstehen.

Dabei ist die Welt wirklich toll durchdacht und voller Details. Alle nur erdenklichen Wesen wurden sinnvoll eingebracht und in Beziehungen zu einander gestellt. Die verschiedenen Höfe und Herrschaftsgebiete waren schon spannend und interessant. Für Abwechslung wurde durchaus gesorgt. Und gerade das macht das Buch meiner Meinung nach gut. Die Autorin hat sich Gedanken gemacht und nicht einfach nur irgendwie alles mögliche an Wesen irgendwie eingebracht, einfach um sie dabei zu haben. Konflikte zwischen den verschiedenen Rassen und Mächten waren dabei nachvollziehbar dargestellt.

Mit der Protagonistin October Daye wurde ich allerdings nicht ganz warm. Sie schwankt ziemlich zwischen Selbstmitleid und viel Gejammer auf der einen Seite und Durchsetzungsfähigkeit und Sturheit auf der anderen Seite. Eine richtig nachvollziehbare Linie konnte ich nicht bei ihr finden. Ich hoffe, dass sich das in den weiteren Bänden noch ändert.

Auch die anderen Charaktere blieben größtenteils etwas blass. Was sicherlich auch an der Masse an Charakteren liegt, die auf den etwas über 300 Seiten auftauchen. Es sollten einfach viele verschiedene Leute vorgestellt werden, die in der Welt und für Toby wichtig sind. Dabei blieben tiefere Einblicke leider etwas auf der Strecke.

Positiv aufgefallen ist der Spannungsbogen und die unerwarteten Wendungen, die gekonnt eingebaut wurden. So stellen sich einige sichere Wege doch schnell als falsch heraus. Ich will aber nicht zu viel verraten. ;-)

Etwas ungewohnt war jedoch, dass die Spuren, denen Toby folgt, oft nicht zum Ende verfolgt werden. Sie wird meist von ihren Verfolgern unterbrochen. Das ist zwar relativ logisch, aber doch ungewohnt, im Vergleich zu anderen Serien/Büchern. Die Lösung wird am Ende natürlich trotzdem gefunden und ich muss sagen, ab einem bestimmten Punkt kann man es erahnen, aber überrascht war ich dennoch.

Insgesamt hat mir der erste Band der October Daye-Reihe gut gefallen und ich werde auf jeden Fall weiter lesen. In Deutschland sind bisher nur die ersten 3 Bände erschienen und scheinbar ist eine Fortsetzung nicht geplant. In Amerika sind bisher 9 Bände erschienen und weitere geplant. Je nachdem wie mir Band 2 und 3 gefallen, werde ich vielleicht auf die englischen Ausgaben zurück greifen.


Fazit: Detaillierte Welt voller magischer Geschöpfe und eine Handlung, die einige unerwartete Wendungen aufweisen kann. Leider bleiben die Charaktere etwas blass und der Einstieg ist holprig. Dennoch eine durchaus gelunge Geschichte, die Lust auf mehr macht.


Bewertung

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