Mittwoch, 5. August 2015

[Rezi] Die Gebannte

© Coverrechte: Heyne Verlag






Titel: Die Gebannte
Autor: Kai Meyer
Band 3 von aktuell 3
Verlag: Heyne
~Taschenbuch, März 2012, 448 S.








~Inhalt~
Als Aura Gillian aus einer Pariser Heilanstalt befreit, gerät sie in ein finsteres Ränkespiel. Die Spur der Verschwörer führt sie nach Prag, jene rätselhafte Stadt mit ihren Traditionen in Alchimie und Mystik. Doch Prag ist in der Hand von Geisterbeschwörern und Betrügern, die mit der Inszenierung magischer Tricks ihr Geld verdienen. Aura stößt auf die mächtige Familie Octavian, deren dekadente Mitglieder finstere Geheimnisse hüten. (Quelle: Amazon.de)


~Eigene Meinung~
Der aktuell dritte und noch letzte Band der „Die Alchimistin“-Reihe (eine Fortsetzung ist wohl irgendwann geplant) gefiel mir insgesamt etwas besser als der zweite Band.

Inhaltlich spielt es wieder einige Jahre später, aber es hat sich nicht allzu viel verändert. Aura ist noch immer eine Einzelgängerin, die durch den Tod ihrer Mutter zurück ins Schloss Institoris kommt. Ihre Schwester muss dort nun die Geschäfte übernehmen und ist wenig erfreut, über Auras ewige Abwesenheit. Tess, Auras Nichte, ist mittlerweile mit ihrem Freund nach Berlin gezogen und schwanger. Von ihr erfährt Aura Gians – ihr Sohn – Aufenthaltsort und dass Gillian in einer Irrenanstalt gefangen gehalten wird. Also macht Aura sich wieder auf die Reise, um dem Mann, den sie nicht vergessen kann, zu helfen.

„Die Umgebung schien zu verschwimmen, nur Sylvette stand in aller Klarheit vor ihr, ein Mahnmal aller Selbstvorwürfe, die Aura seit so vielen Jahren verfolgten.“ S.54

Etwa das erste Drittel des Buches ist durchzogen von der bedrückenden Stimmung Auras angesichts ihrer Unsterblichkeit, die ihr bisher nur Leid und Trauer gebracht hat. Wie auch schon in den Bänden davor kommt es sehr gut rüber, wie wenig wünschenswert Unsterblichkeit ist.
Auras Wiedersehen mit ihrem Sohn verlief wie erwartet wenig überschwänglich. Sie schließen sich im Grunde nur des Zwecks wegen zusammen, um Gillian zu retten. Dabei kommen sie sich jedoch wieder etwas näher. Einander ewig aus dem Weg gehen ist ja auch keine Lösung. ;-) Die Distanz zwischen ihnen ist aber verständlich und ihr Umgang angesichts dessen realistisch nachzuvollziehen.

„Vielleicht hättest du nur einmal im Leben einem anderen nachlaufen sollen, nur einmal versuchen sollen, jemanden aufzuhalten. Dann wärst du heute vielleicht nicht so schrecklich allein.“ S.66

Im zweiten Drittel führt Auras Weg sie nach Prag und hier wird ganz wunderbar der magische Flair der Stadt eingefangen. Es hat richtig Spaß gemacht, Aura auf ihrem Weg durch die alte Stadt zu folgen. Die Verwebung von realen Begebenheiten und Myterien ist Kai Meyer wieder einmal hervorragend gelungen und die Grenzen verschwimmen richtiggehend.

Da ich nicht zu viel vorweg nehmen will, mache ich an dieser Stelle mal Schluss mit Infos. :-P Aber eines soll gesagt sein: Ich habe die ersten 350 Seiten regelrecht verschlungen und war immer richtig traurig, wenn ich aufhören musste, zu lesen. Aura trifft wieder auf neue, interessante Charaktere, alte Feinde und Freunde und nähert sich der ein oder anderen Person wieder mehr an.

Das Ende ging mir dann aber leider etwas schnell und unspektakulär. Und da ich den Vorband noch gut im Kopf hatte, habe ich mich über eine Entscheidung am Ende etwas gewundert. Ich hätte nicht ganz damit gerechnet. Wäre das Ende überzeugender gewesen, hätte das Buch locker 5 Sterne verdient, aber so muss ich leider einen Punkt abziehen. Ich hoffe aber auf eine baldige Fortsetzung.


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