Freitag, 27. März 2015

[Manga-Rezi] Terra Formars

© Coverrechte: Tokyopop





Titel: Terra Formars 
Text: Yu Sasuga 
Zeichnungen: Ken-ichi Tachibana 
Verlag: Tokyopop 
Japanischer Verlag: Shueisha 
Bände: bisher 12 
Erscheint in Japan seit 2011, in Deutschland seit 2014


 


~Inhalt~ 
In der Zukunft ist die Erde extrem überbevölkert, weshalb der Mars bewohnbar gemacht werden soll. Da dort keine erdenähnlichen Atmosphäre mit Sauerstoff besteht, sollen Pflanzen eingebracht werden, die sich schnell vermehren und für Sauerstoff und eine Erwärmung des Mars sorgen. Ausgewählt wird dazu Moos sowie Kakerlaken, die das Moos fressen und somit für einen Kreislauf sorgen sollen. Da Kakerlaken extrem anpassungs- und widerstandsfähige Insekten sind, scheinen sie für das Marsleben gut geeignet. 
500 Jahre später soll ein Team aus 15 Astronauten zum Mars fliegen und den Fortschritt überprüfen. Sie wissen, dass sich das Moos nahezu über den ganzen Mars ausgebreitet hat, und nun sollen die vermutlich haufenweise vermehrten Kakerlaken getötet werden. Doch es erwartet die Besatzung eine unerwartete Überraschung: Die Kakerlaken sind mittlerweile mutiert und sehen nun menschenähnlich aus und haben extrem große Kräfte. Der Plan, sie auszuschalten, stellt sich bei dieser Erkenntnis als unmöglich heraus... 

~Eigene Meinung~ 

~Inhalt~ 
Was anfangs ziemlich dämlich klingt – menschenähnliche, megastarke Kakerlaken auf dem Mars – entwickelt sich erstaunlich spannend und einfallsreich. Als mir vor zwei Jahren eine Bekannte begeistert von der Reihe erzählte, verdrehte ich auch nur die Augen und dachte „Was ein Schwachsinn“, doch dann habe ich selbst einen Blick hineingeworfen und – was soll ich sagen – ich liebe diese Reihe! XD Die Umsetzung solch einer banalen Idee gelingt meiner Meinung nach hervorragend. Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass alles in der Theorie recht wissenschaftlich betrachtet wird, während die Kämpfe natürlich reine Action á la Dragonball und Co. sind. Die Menschen, die zum Mars geschickt werden, setzen sich dabei im Vorfeld Operationen aus, in denen ihnen DNA, im späteren Verlauf auch Organe, aus Insekten und anderen Tieren eingepflanzt werden, wodurch sie die Eigenschaften der Insekten annehmen können. Diese Verwandlungen werden im Kampffall natürlich superheldenmäßig per Medikament ausgelöst und halten nicht ewig an. Die zugrunde liegenden Insekten werden dabei jedes Mal kurz vorgestellt und ihre besonderen Fähigkeiten erklärt. Ich habe dadurch so einige spannende Insekten kennengelernt! Denn es werden tatsächlich nur real existierende Insekten genommen, nichts ausgedachtes (ich hab sie alle nachgeschlagen! ;-)). Das allein finde ich schon extrem cool! 
Hinzu kommen vertuschte Regierungspläne, als Versuchskaninchen verwendete Menschen, Intrigen, Verrat und viele, viele Tote. Man sollte bei dieser Reihe niemanden zu sehr in Herz schließen – denn sie sterben mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schnell. Dass sich dennoch die Zeit genommen wird, Hintergundgeschichten zu den Charakteren zu erzählen, selbst wenn sie zwei Seiten weiter sterben, weckt dabei immer wieder die Hoffung, dass sie doch zu den wenigen gehören, die länger durchhalten. In diesem Manga ist kaum jemand nur Statist, jeder bekommt seinen kleinen und manchmal auch größeren Auftritt. Und natürlich kommt man nicht umhin, doch seine Lieblinge zu haben und zu beten, dass sie heil vom Mars flüchten können. 
Die Handlung baut sich relativ langsam auf und nach und nach kommen immer mehr Informationen und Geheimnisse zutage, von denen vor allem die „Opfer“, die zum Mars geschicht wurden, wenig ahnen. Wie konnten sich die Kakerlaken so schnell entwickeln? Das ist eine recht zentrale Frage, die sich auch die Marskämpfer immer mal wieder stellen und ich denke, da wird noch einiges an unschönen Geheimnissen gelüftet werden. 
Übrigens fand ich die Sache mit den Kakerlaken und dem Moos im Manga recht nachvollziehbar erklärt, also warum sie genau die ausgesucht hatten und was das Ziel dahinter war. Inwieweit das in der Realität aber tatsächlich so eintreffen würde und überhaupt durchführbar ist, sei mal dahingestellt.

~Zeichenstil~ 
Passend zu dem ganzen wissenschaftlichen Hintergrund sind die Zeichnungen ziemlich realitisch und gefallen mir echt gut. Manchmal sind die Kopfformen etwas unproportioniert, aber davon abgesehen besticht der Manga durch viele Details und sehr klare Zeichnungen. Die Hintergründe sind dabei auf dem Mars natürlich recht einseitig und die Kakerlaken gleichen sich auch fast alle wie ein Ei dem anderen. Die Menschen sind allerdings alle individuell gestaltet und ihre Insektenkräfte gut wiedererkennbar. 

~Fazit~ 
Empfehlen kann ich den Manga jedem, der Action mag, nichts gegen viele Tote, viel Blut (Übrigens wundert es mich, dass die Reihe nicht ab 16 ist, sondern ganz normal ohne Altersbeschränkung.) und etwas Wissenschaft hat und vor allem Weltraumgeschichten mag. Man sollte dabei aber auf keinen Fall alles rational und logisch betrachten wollen, denn das würde sicherlich nur den Lesespaß verderben. ;-) Mich weiß die Reihe jedenfalls blendend zu unterhalten und ist aktuell der einzige Manga, den ich noch regelmäßig kaufe. 

Bewertung:

© Coverrechte: Tokyopop

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